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Ein Elektro-Museum in Hilden

Liebe Leser,

vor ein paar Tagen kam Herr Rateike zu mir an die Infotheke im Erdgeschoss, zeigte mir einen Flyer vom „Elektro-Museum Hilden“ und fragte, ob wir den bei uns auslegen können. Den Flyer durchguckend dachte ich sofort: „Das ist aber interessant!“. Und deshalb möchte ich Euch das Museum heute hier vorstellen.

Günter Rateike ist Gründer des Museums und, naheliegend, gelernter Elektro-Meister. Vor über 40 Jahren begann er alte Elektrogeräte zu sammeln (Restaurierung und/oder Reparatur inbegriffen). Einziges Ausschlusskriterium dabei: die Dinge müssen Strom brauchen, um zu funktionieren.

Die Sammlung wurde mit der Zeit so groß, dass er sie gerne in einem Museum präsentieren wollte. Nach mehrjähriger Suche nach geeigneten Räumen bot ihm Georg Rodehüser, der in Hilden eine Firma für Elektrotechnik betreibt, die oberste Etage seines Bürogebäudes an. So konnte Rateike sein Museum 2009 eröffnen. Zu sehen gibt es dort circa 900 Exponate, Dinge des alltäglichen Gebrauchs wie Haushaltsgeräte, Lampen, Radios, Telefone (eins davon von 1922), Fernseher usw., aber auch spezielle elektronische Geräte wie z.B. Schaltanlagen oder Sicherungsautomaten.

Ist das echt eine Waschmaschine, da wo Miele draufsteht?

Ist das echt eine Waschmaschine, da wo Miele draufsteht?

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Radios, Radios, Radios.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Falls Ihr das Museum mal besuchen wollt, die Adresse lautet: Mühlenbachweg 11, 40724 Hilden. Geöffnet hat das Museum donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Herr Rateike vereinbart aber auch gerne individuelle Termine – einfach anrufen unter 02103. 4174621 oder eine Email schreiben an g.rateike@t-online.de. Das werde ich auch demnächst machen, weil ich es leider noch nicht geschafft habe, mir das Museum in echt anzuschauen. Besonders gespannt bin ich dann auf den „Staubsauer mit Mixeraufsatz“ aus dem Jahr 1950.

Beste Grüße
Nina Krüger

De Zoch kütt – aber diesmal etwas später!

Liebe Leser,

wer kann sich noch daran erinnern, als dieses Jahr wenige Tage vor Rosenmontag  Sturmwarnungen ausgegeben wurden und damit die allseits beliebten Rosenmontagszüge auszufallen drohten. Bei vielen Karneval-Fans saß der Schock tief, als am Vormittag des 8. Februars  tatsächlich klar wurde, dass der Rosenmontagszug in vielen Städten und Karnevalshochburgen, darunter auch in Hilden, abgesagt ist.

Schließlich ist für mich und für viele Jecken Karneval ohne Rosenmontagszug gefühlt wie ein Sankt-Martinsfest ohne Sankt-Martins-Umzug, oder für manche vielleicht auch wie Weihnachten ohne Bescherung. 😉 Genauer gesagt einfach unvorstellbar.

Wer es nicht schaffte, in nahegelegene Städte zu fahren, in denen der Karnevalsumzug nicht abgesagt wurde, ging am Ende leer aus. Wenigstens konnte man sich mancherorts darüber freuen, dass die Umzüge nicht komplett abgesagt worden sind, sondern an einem anderen Termin einfach nachgeholt werden sollten, so auch in Hilden.

In Hilden war dieser Termin Sonntag, der 3. April, also eine Woche nach Ostern. Für mich war dabei zunächst die Vorstellung schwierig, fernab der ursprünglichen Karnevalszeit wieder in Karnevalsstimmung zu kommen. Die Tatsache, dass Altweiber längst Schnee von gestern und selbst Ostern schon vorbei war, machte es nicht leicht in überschwängliche Karnevalsstimmung zu verfallen. Auch das Wetter war im Verhältnis zur normalen Karnevalszeit doch eher untypisch. Bei 20° C und viel Sonnenschein gab es ja auch viele andere mögliche Unternehmungen abseits des Karnevals.

Mich, als großer Fan des Rosenmontagszuges, konnte es jedenfalls nicht davon abbringen, dabei zu sein. Auffällig war, dass es am Zugweg weniger Zuschauer gab und weiniger Menschen verkleidet waren. Entschied man sich dazu in einem Kostüm aufzutauchen, hatte man unter Umständen das Gefühl, doch irgendwie aus der Reihe zu tanzen.  Auch der Umzug an sich ging gefühlt schneller vorbei als üblich.

Dennoch stieg spürbar mit Verlauf des Zuges die Karnevalsstimmung. Spätestens als die Musikgruppen vorbeimarschierten, die typischen Karnevalsklänge ertönten, die vielen bunt dekorierten Mottowagen sich in Bewegung setzten und dabei die mitreißende Partymusik aus den Musikboxen dröhnte, ließ ich mich, wie viele andere auch, von dieser guten Atmosphäre überzeugen mitzuschunkeln und das Tanzbein zu schwingen. 🙂

Auch wenn es sich letztlich an diesem Tag nur um einen improvisatorischen Ersatztermin handelte, eins wurde dennoch sehr deutlich: So ein Karnevalsumzug bietet jedem die Gelegenheit, mit anderen Menschen zusammenzukommen, gemeinsam zu feiern und somit ganz nebenbei die Sorgen und Gedanken des Alltags beiseite zu legen. Im Grunde ist dies meiner Meinung nach das, was Karneval besonders auszeichnet.

In diesem Sinne, ein dreifaches „Itter, Itter, Helau!!“

Beste Grüße,

Andreas Umbrich

 

 

Das Spielmobil – ein tolles Angebot für Hildener Kinder!

Liebe Kinder, liebe Eltern!

wer in Hilden lebt, kennt es mit Sicherheit: das Spielmobil! Aber, wie es dazu kam, dass das Spielmobil an den unterschiedlichsten Stationen in Hilden Halt macht und Kinder so richtig Spaß haben können, dass begann so:

Schlaue Köpfe haben eine tolle Idee:

Im Frühjahr 1997 setzten sich die Mitarbeiter des Jugendamtes zusammen und hatten die Idee „mobil“ zu arbeiten. Also zu den Kindern und Jugendlichen zu fahren. Nach zehn Einsätzen war klar: die Hildener mochten das Angebot (bis zu 180 Kinder je Einsatz!) und es sollte weiter gehen. Seitdem gibt es meist 30-35 Einsätze im Jahr. Ein Einsatz liegt uns besonders am Herzen, aber dazu später mehr.

Dazu gibt es noch 10 „Sondereinsätze“ bei anderen Veranstaltern, Festen und Messen. Den Fahrplan kann man hier einsehen.

Kooperation macht stark

Seit 14 Jahren, also seit 2001 besteht eine Kooperation zwischen dem Spielmobil und dem Kinderparlament. Die Kinder entscheiden zum Beispiel mit, welche Spielgeräte angeschafft werden sollen, welche Spielplätze dringend umgestaltet werden müssen und vieles mehr. Auch die Spielplatzpaten unterstützen diese Entscheidungen aktiv. Es gibt sogar einen „Arbeitskreis Spielplätze“. Während der Saison (Start ist im April, Ende im September) fahren die Kinder des Arbeitskreises auf den Einsätzen mit, sind Ansprechpartner für andere Kinder und betreuen die „Meckerecke“.

Das neue Spielmobil

Das alte Spielmobil fiel fast auseinander, ein neues musste her. Mitte 2014 war es dann soweit:

Das neue Spielmobil 2014

Auf der Seite des Spielmobils der Stadt Hilden steht so schön „Ein bunter LKW, ein Anhänger, ein Team von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, verantwortlich ist Mike Dörflinger vom Amt für Jugend, Schule und Sport“. So ist es. Stundenlanger Spielspaß für Hildener Kinder ist somit auch in 2015 wieder garantiert! Danke dafür an das tolle Team des Spielmobils.

Zweimal pro Woche, jeweils dienstags und donnerstags, von 15.00 – 19.00 Uhr fährt das Spielmobil zu Orten in Hilden, wo sich Kinder von 2-14 Jahren aufhalten: Schulen, Kindergärten und Spielplätzen.

Das Spielmobil zu Besuch bei der Stadtbücherei

Am 18. Juni ist es soweit: Das Spielmobil besucht die Stadtbücherei und macht Halt auf dem Nove-Mesto-Platz! Um 15.00 Uhr geht es los! Wir freuen uns schon sehr und werden das tolle Spielmobil-Angebot  noch etwas erweitern mit Bowling, Crossboccia, Riesen-Seifenblasen und Entenangeln.

Also Kinder, kommt vorbei und habt Spaß!

Beste Grüße

Nadine Reinhold

Unser Büchereiteam stellt sich vor: Nina Krüger

Liebe Leser,

seit Anfang Juli arbeite ich in der Stadtbücherei Hilden. Ich heiße Nina Krüger und Ihr habt mich vielleicht schon an der Information im Erdgeschoss und in der ersten Etage, beim Einstellen der Bücher, CDs und DVDs oder beim Treppenlaufen gesehen.

„Irgendwas mit Medien“ wollte ich nach dem Abitur gerne machen und fing an, an der Universität Duisburg-Essen Kommunikationswissenschaft zu studieren. Während des Studiums habe ich einen der beliebten Jobs als studentische Hilfskraft beim WDR bekommen. Im Lokalstudio in Essen arbeitete ich ein Jahr lang und zwar nicht in der Redaktion oder Produktion, sondern im Archiv. Ein großes Glück für mich, denn dadurch wurde mir klar, dass ich gar nicht aktiv Medienschaffende sein wollte, sondern viel mehr Spaß daran hatte, Medien „zu verwalten“. Zum ersten Mal hörte ich dort vom Beruf der „Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste“ (FaMI).

Nach meinem studentischen Jahr durfte ich bis 2010 bei Bedarf als Vertretung weiter im WDR-Archiv arbeiten. In den Studios in Essen und Duisburg recherchierte ich für Redakteure und Autoren nach Filmmaterial und sorgte dafür, dass das passende Material rechtzeitig zur Verfügung stand. Mir wurde klar, dass „FaMi“ genau mein Beruf ist.

2006 begann ich als studentische Hilfskraft in der Pressestelle der Folkwang Universität der Künste zu arbeiten, einer Kunst- und Musikhochschule mit Hauptsitz in Essen. Dort war ich vor allem für die Medienauswertung und die Erstellung und Archivierung der Pressspiegel zuständig – wieder Verwaltung von Medien also.

Nach vier Jahren bekam ich dort die Chance, eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste zu machen, dafür bin ich sehr dankbar. Also hieß es für mich, wieder zur Schule zu gehen, erst in Essen, später dann in Köln. Das ein oder andere Mal bin ich für einen Lehrerin gehalten worden… 🙂

Nach Abschluss meiner Ausbildung wechselte ich von der Pressestelle in die Bibliothek der Folkwang Uni. In einem schicken Neubau auf dem Campus in Essen-Werden ist dort die zentrale musikwissenschaftliche Bibliothek Nordrhein-Westfalens untergebracht, mit einem sehr schönen Lesesaal als Herzstück der Bibliothek. Wenn Ihr in der Nähe seid, schaut ihn Euch unbedingt an.

 

Portrait

 

Im Mai habe ich mich dann auf die Stelle hier in der Stadtbücherei beworben. Einer der Schwerpunkte der Stellenausschreibung war Öffentlichkeitsarbeit, eine gute Möglichkeit für mich, meine Kenntnisse, die ich während meiner Zeit in der Pressestelle gesammelt habe, hier einzubringen. Ich bin gespannt, wie mir das gelingt und freue mich darauf, Euch bei Eurem nächsten Besuch beraten zu können.

Beste Grüße

Nina Krüger

Das Jahr geht zu Ende… – Ein Rückblick

Liebe Leser,

dies ist unser letzter Blogbeitrag.

Für dieses Jahr. 😉

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und das Jahr 2014 erwartet uns bereits. Doch vorerst möchten wir mit Euch einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2013 werfen.

2013 war für die Stadtbücherei Hilden ein ganz besonderes Jahr.
Da die Bücherei mit einem Schrank und 391 Bänden am 5. Januar 1913 im Hintergebäude der Schule Schulstraße eröffnet wurde, feierten wir dieses Jahr unseren 100. Geburtstag.

Dazu haben wir uns eine Menge einfallen lassen!
Als treue Leser unseres Blogs wisst Ihr natürlich schon über unsere beiden Festwochen im Frühjahr und im Herbst und unsere Geldwoche im Sommer Bescheid. Außerdem ist Euch sicher nicht entgangen, dass Christina Görtz mit der Unterstützung des Hildener Stadtarchivs und uns eine tolle Broschüre zusammengestellt hat, die interessante Informationen über ein Jahrhundert Stadtbüchereigeschichte enthält.

Wenn Ihr rechts unter Kategorien „100 Jahre Stadtbücherei Hilden“ auswählt, könnt Ihr nochmal alle Blogbeiträge zu unseren Veranstaltungen, Festwochen und der Broschüre nachlesen.

Aber es ist noch mehr passiert!

Es wurde fleißig mit Hilfe unserer Kunden an tollen Imagefilmen gearbeitet. Schaut Euch doch mal den Trailer an!

Außerdem haben wir unsere Social-Media-Aktivitäten vorangetrieben und der Leseoase ein neues Design verpasst, das zu unserer modernen Q-Thek mit Lichtsäule, Sonic Chair und verschiedenen mobilen Endgeräten passt.
Wir haben eine neue Kollegin in unser Team aufgenommen und wir haben erstmalig einen Adventskalender für Euch gestaltet.

Und das war noch längst nicht alles!

Hier könnt Ihr Euch das Jahr 2013 in der Stadtbücherei Hilden noch einmal in Bildern ansehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wo wart Ihr dabei? Wie hat es Euch gefallen? Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft von uns?
Warum war das Jahr 2013 für Euch etwas Besonderes?

Wir freuen uns auf ein tolles Jahr 2014!

Herzliche Grüße,

das Team der Stadtbücherei Hilden

Jordis Lank

Liebe Leser,

wie Ihr wisst, hat Hilden einiges zu bieten, zum Beispiel eine Menge interessanter Personen. Eine davon möchte ich Euch heute vorstellen: Jordis Lank

Die Hildener Autorin Jordis Lank hat vor einigen Monaten, im März diesen Jahres, ihren ersten Roman veröffentlicht.

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

„Rauklands Sohn“ ist der Beginn einer Trilogie über den jungen Krieger Ronan, Sohn des Herrschers von Raukland. Um seinen Anspruch auf den Thron zu sichern, muss Ronan die Insel Lannoch erobern. Da er allein mit Waffengewalt jedoch nicht weiterkommt, muss er die Aufgabe bewältigen, die der Herrscher Lannochs ihm stellt. Doch dies kann nur gelingen, wenn Ronan lernt, wie man Freundschaften schließt.

Titel+Rauklands+Sohn

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Ich habe Jordis Lank per E-Mail einige Fragen gestellt, die sie freundlicherweise beantwortet hat.

1. Wie würden Sie Ihre Beziehung zur Stadt Hilden charakterisieren? Leben Sie hier und seit wann? Wie gefällt es Ihnen? 

Ich lebe seit 40 Jahren im Hildener Osten. Mir gefällt die Nähe zu den Naturschutzgebieten Ohligser Heide und dem Hildener Wald. Auch die um die Reformationskirche liegenden alten Fachwerkhäuser mag ich sehr und ich liebe es bei Fienchens (dem Friesencafé) zu frühstücken. Am Helmholtz-Gymnasium habe ich Abi gemacht, aus dieser Zeit habe ich noch zahlreiche Hildener Freunde. Ich denke, ich werde noch ziemlich lange in der Itterstadt wohnen, es sei denn, es zieht mich doch noch nach Island, aber davon in der nächsten Frage.

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2. Was hat Sie zu Ihrem Roman „Rauklands Sohn“ inspiriert? Woher kommen Ihre Ideen?

Woher meine Ideen kommen – das ist eine gute Frage. Manchmal genügt ein Wort, ein Geruch, ein Klang und etwas wird in mir ausgelöst. Dialoge und Szenen fallen dann ganz von selbst vom Himmel. Ich glaube, mein Unterbewusstsein ist pausenlos mit Geschichten beschäftigt und meldet sich in solchen Situationen zu Wort. Das ist ein tolles Gefühl und erfüllt mich immer wieder mit Staunen. Ich erinnere mich auch nicht daran, bei „Rauklands Sohn“ z.B. aktiv entschieden zu haben, dass es ein Fantasy-Roman sein soll. Es war einfach so, dass die Geschichte in einer fiktiven mittelalterlichen Welt spielte. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese längst vergangene Zeit zu erforschen, in der eine andere Art von Mut notwendig war als in unserer vertrauten Welt, und in der Abenteuer erlebt werden konnten, die heutzutage kaum mehr möglich sind.

Was mich definitiv inspiriert hat, sind meine Reisen nach Island. Wer bereits einmal dort oben gewesen ist, der wird die raue Schönheit des hohen Nordens auch in „Rauklands Sohn“ wiederfinden. Ich liebe die dramatischen, lichtdurchfluteten Landschaften Islands, die Einsamkeit dort und die Stille. Im Sommer sind die Tage endlos und im Winter wehen die grünen Vorhänge der Nordlichter über den Nachthimmel. Ob ich einen isländischen Winter mit Schneestürmen und Dunkelheit tatsächlich durchhalten würde, weiß ich nicht, aber ich träume davon ein ganzes Jahr dort oben zu verbringen.

 3. Was bedeutet das Schreiben und Erzählen von Geschichten für Sie?

Einmal einen Roman zu schreiben war schon zu Schulzeiten mein Traum. Mit 12 kam ich von einem Ponyhof und schrieb die ersten zehn Seiten einer Geschichte von einem sprechenden Schimmel mit dem Titel „Lukas, ein Pferd erzählt“. Danach fiel mir dummerweise nichts mehr ein. Geschrieben habe ich in den folgenden Jahre immer, jedoch nie einen Roman. Inzwischen war ich berufstätig und redete mir erfolgreich ein, ich hätte gar keine Zeit, ein Buch zu schreiben. Der konkrete Auslöser für mein erstes Buch war dann ein Seminar meines Arbeitgebers. Die Seminarleiterin wollte uns dazu animieren eine Kurzgeschichte zu schreiben. Eine Stunde hatten wir Zeit, dann sollten wir das Ergebnis den Teilnehmer vorlesen. Eine Stunde? Ich hab nicht geglaubt, dass das möglich ist. Aber es ging tatsächlich – und da habe ich begriffen, dass ich nicht viel Zeit am Stück brauche, sondern auch kleine Zeiträume zum Schreiben nutzen kann. Das Einzige, was ich tun musste, um mir den Traum von einem eigenen Buch zu erfüllen, war das: Anfangen.

Seither hat sich mein Leben sehr verändert. Ich verbringe viel Zeit mit dem Schreiben und der Recherche und durfte viele wunderbare Menschen kennenlernen: Autoren, Verleger und allen voran meine großartigen Experten. Ich bin immer wieder überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, die durch den Satz „Ich recherchiere für einen Roman“ ausgelöst wird. Museen und Institutionen öffnen bereitwillig ihre Türen, und ich durfte mit dem Langschwert fechten sowie mit einem historischen Langbogen durch den Bregenzer Wald laufen und Pfeile in Baumstämme schießen (oder ins Unterholz daneben ;)).

Das Schreiben ist ein viel intensiveres Erlebnis als das Lesen. Manchmal, wenn alles passt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch – ein großartiges Gefühl, das süchtig macht. Ich könnte niemals damit aufhören.

4. Womit verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht schreiben?

Ich arbeite im wissenschaftlich-technischen Bereich in der Softwareentwicklung. Hobbys habe ich jede Menge: Ich jongliere seit zwei Jahrzehnten, suche verborgene Schätze per GPS, spiele mich mit Freunden durch meinen Brettspielestapel, habe einen großen Garten und natürlich lese ich für mein Leben gern. Das Schreiben ist aber mein größtes und zeitintensivstes Hobby.

5. Wie gefällt Ihnen die Stadtbücherei Hilden?

Meinen ersten Büchereiausweis hatte ich zu Schulzeiten. Da bei uns zu Hause nicht gelesen wurde (abgesehen von mir), war die Bücherei etwas ganz Besonderes. Ich erinnere mich daran, dass wir ehrfürchtig flüsternd um die Regale schlichen, und große Angst davor hatten, einmal zu vergessen ein Buch rechtzeitig zurückzugeben 😉 Inzwischen ist die Bücherei mehr als nur ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann: Es gibt Internetzugang, elektronische Bücher, literarische Veranstaltungen und sogar einen GeoCache! Toll finde ich, dass das Team der Stadtbücherei via Facebook und Blog so aktiv ist. Am spannendsten finde ich dabei die Artikel, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren: Bilder der Bürotassen der Mitarbeiter zu posten ist schon eine ziemlich ausgefallene Idee 🙂

Herzlichen Dank an Jordis Lank für die Idee zu diesem Beitrag und die freundliche Mitarbeit!

Weitere Infos über „Rauklands Sohn“ und die Nachfolgebände erhaltet Ihr auf der Homepage von Jordis Lank. Dort findet Ihr auch eine Leseprobe des ersten Teils. Wenn Ihr neugierig seid, leiht Euch das Buch doch bei uns aus!
Mehr Informationen über Jordis Lank gibt es außerdem bei Facebook, Twitter und Google +.

Beste Grüße,

Nathalie Funda

100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 10

Was wurde wann wie viel gelesen?

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Die 1910er und 1920er

Unterhaltende Literatur ist in den Anfangsjahren der Stadtbücherei gefragt. Belehrende Schriften weniger. Die gebildeten Schichten haben ihre eigenen Lesezirkel.
Erst Heinrich Strangmeier schafft belehrende Bücher und Nachschlagewerke an. 1929 bringt er beispielsweise drei gut gegliederte Kataloge über Kunst und Literatur, Naturwissenschaften und Leibesübungen heraus, die – so Beier in seiner Rede zum 50-jährigen Bestehen der Bücherei – von Kennern als Musterbeispiele literarischen Schaffens bezeichnet werden.
1923: 2.039 Bände, 2486 Ausleihen
1928: 5.474 Bände, 20.836 Ausleihen

Teil 10 - Bestand 1913

 

Die 1930er und 1940er (1933 bis 1942)

Bei den belehrenden Schriften werden die erdkundlichen und geschichtlichen Werke am meisten gelesen, sie bilden im Jahr 1930 mit 309 Bänden mehr als die Hälfte der Ausleihe dieser Schriften. Es folgen Lebensbeschreibungen (67), Werke der Literaturwissenschaft und Kunst (44), der Natur- (28) und Sozialwissenschaften (23). In Abständen folgen die Themen Weltanschauung, Erziehungs- und Bildungswesen, Technik, Haus- und Landwirtschaft.
Das Bild ändert sich, denn „auch die Arbeit der Stadtbücherei litt unter dieser Ungunst der Zeitverhältnisse” heißt es in einem Rückblick auf die Jahre 1933 bis 1942.
Sach- und Fachschriftentum werden weniger ausgeliehen. Für den starken Rückgang werden zwei Gründe genannt – „die starke Inanspruchnahme weiterer Volksschichten durch das politische
Zeitgeschehen und das Verschwinden der Arbeitslosigkeit …”.
Besonders auffällig ist, dass weniger Männer kommen. Mit dem Aufbau der Jugendabteilung steigt die Zahl der Nutzer wieder an.
1933: 7.918 Bände, 19.879 Ausleihen

Teil 10 - 1945 Statistik

 

Die 1950er

Dass „Hildens größter Bücherschrank up to date” ist, findet am 18. Juli 1959 die Rheinische Post: Bücher wie „Der seidene Schuh” von Paul Claudel, der erste Band der Dürrenmattschen Komödie, die in dieser Zeit häufig im Fernsehen und Rundfunk gebracht wird, und der Bericht über die Südpol-Expedition von Fuchs/Hillary werden angeschafft. Unter den Neuerwerbungen in dieser Zeit sind auch die ersten Bände über die Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von Golo Mann, die Autobiographie des von den Polen hingerichteten KZ-Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß, und das Buch „Nürnberger Prozeß” von J. J. Heydecker und J. Leeb sowie Max Borns „Physik im Wandel meiner Zeit”.
1953: 14.803 Bände, 76.503 Ausleihen

Hildener Zeitung vom 1./2. August 1953:
„Mit einem Prozentsatz von 11,7 von Hundert als eingetragene Leser
steht die Stadtbücherei Hilden mit an der Spitze Westdeutschlands.”

Die 1960er

Die deutsche Geschichte interessiert die Hildener in der Mitte der 60er Jahre: Zwei Bände der „Großen Illustrierten Weltgeschichte” sowie weitere Geschichtswerke über die damals „jüngste Vergangenheit”, die deutsche Teilung, werden zum Beispiel angeschafft.
Auch Biographien großer oder auch umstrittener Deutscher wie General Beck, Hindenburg, Ossietzky, Generalfeldmarschall Paulus und Hermann Ehlers können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden. Neu aufgenommen werden Romane und Erzählungen, die das Leben der Menschen in den Ostblockstaaten sowie das Schicksal der Juden erzählen. Im Jahr 1964 ragt hervor: „Mein Name sei Gantenbein” von Max Frisch.
1963: 26.892 Bände, 87.584 Ausleihen

Teil 10 - Büchereiausweis

Die 1970er

Bestsellerautoren wie Mary McCarthy („Ein Sohn der neuen Welt”), Frederick Forsyth („Der Schakal”) aber auch Hans Magnus Enzenberger („Der kurze Sommer der Anarchie”), Günter Grass („Aus dem Tagebuch einer Schnecke”) und Peter Handke („Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms”) halten 1973 Einzug in die Regale der Stadtbücherei Hilden. Fremdsprachige Autoren wie Truman Capote, Chesterton, Orwell finden ebenso wie 20 polnische Autoren im Originaltext ihren Platz.
Politische Bücher wie Ceausescu („Rumänien auf dem Weg des Sozialismus”), Bondi/Bullock („Russland gestern und heute”) oder Maurer („Lateinamerika – Eine politische Länderkunde”) gehören zu den Neuanschaffungen.
Was in der 70ern noch angesagt ist, verrät die Stadtbücherei regelmäßig in der Rheinischen Post. Dort empfiehlt sie in einer Serie Bücher, darunter Max Gerstenberger: „Astronomie des Alltags”, Klaus Mehnert: „Jugend im Zeitbruch. Woher – wohin?”, Ellen Bromfield-Geld: „Paradies auf dem Vulkan”, Kathleen Conlon: „Die jungen Sullivans”.
Tipps hin, Tipps her: Am liebsten gelesen wird 1977 leichte Kost von Eugenie Marlitt und Hedwig Courths-Mahler sowie Sachliteratur.
1973: 41.004 Bücher und Co. , 138.960 Ausleihen

Die 1980er

Jugendliche lieben Anfang der 80er Jahre Enid Blyton, „TKKG” von Stefan Wolf und die „Drei Fragezeichen”. Dass Fernsehen zum Lesen animieren kann, beweist die Nachfrage nach Geschichten der „Augsburger Puppenkiste”. Michael Endes „Jim Knopf”, Max Kruses „Urmel aus dem Eis” oder Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz” werden oft ausgeliehen. Ein Renner ist auch „Pumuckl”. In Hilden nicht mehr angeboten werden, wegen „absoluter Weltfremdheit”, Bücher wie „Pucki”, „Trotzkopf” und „Nesthäkchen”.
1983: 69.254 Bücher und Co., 237.759 Ausleihen

1983 wurden trotz Proteste Bücherei-Gebühren von 10 bzw. 5 Mark eingeführt. In diesem Jahr meldeten sich 833 Leser neu an – und damit 46 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahr. 5.147 Bürger und damit 9,5 Prozent der Hildener Bevölkerung waren Ende 1983 eingetragene Leser der Stadtbücherei. 1982 betrug der Anteil 14,4 Prozent. In den Jahren darauf trat keine „Besserung” ein: 1984 gab es 9,7, 1985 9,4 Prozent eingetragene Leser.

Die 1990er

Hilden liest, was Anfang der 90er Jahre in Deutschland gelesen wird. John Grisham liegt in der Gunst der Leser mit seinen Büchern „Die Akte” und „Die Firma” sehr weit oben. Auch Rosamunde Pilcher ist beliebt. „Die Muschelsucher” und „Wilder Thymian” heißen ihre aktuellen Werke dieser Zeit. „Der Schamane” von Noah Gordon und „Auch wenn ich lache, muss ich weinen” von Johannes Mario Simmel werden oft ausgeliehen. Bei den Sachbüchern greifen die Hildener zu „Nieten in Nadelstreifen” von Günter Ogger, „Sorge dich nicht, lebe!” von Dale Carnegie und „Die Fünf ,Tibeter’” von Peter Kelder.
1993: 80.000 Bücher und Co., 158.725 Ausleihen

2003

„Harry Potter” ist der Held des neuen Jahrtausends. Joanne K. Rowlings Bücher liegen nicht nur in den allgemeinen Bestseller-Listen ganz weit oben, sondern sie werden auch von den Hildener Nutzern der Stadtbücherei verschlungen. 2003 gehört „Harry Potter und der Orden des Phoenix” zu den beliebtesten Büchern. „Der Schatten des Windes” von Carlos Ruiz Zafón und „Vor dem Frost” von Henning Mankell zählen ebenfalls zur Lektüre der Hildener. Bei den Sachbüchern hat es den Bürgern Michael Moore angetan. Sein „Stupid White Men” sowie „Querschüsse” zählen zu den am häufigsten ausgeliehenen Büchern. Auch beliebt „Achtung! Vorurteile” von Peter Ustinov, „Simplify your life” von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar J. Seiwert und „Manieren” von Asfa-Wossen Asserate.
2003: 77.925 Bücher und Co., 344.470 Ausleihen

2011

Eine klare Sache: Hilden liebt Unterhaltung. Renner im Jahr 2011 sind Romane wie „Bevor der Abend kommt” von Joy Fielding, „Die Nürburg-Papiere” von Jaques Berndorf, „Flammenbrut” von Simon Beckett und „Eine unbeliebte Frau” von Nele Neuhaus. Klarer Favorit bei den Sachbüchern ist Jan-Uwe Rogges „Das neue Kinder brauchen Grenzen”. Beliebt ist auch Literatur mit Bewerbungstipps oder „Nähen mit Cath Kidston”.
„Tante Inge haut ab” von Dora Heldt, ein Buch in Großdruckbuchstaben für die älteren Leser, wird häufig ausgeliehen.
Es sind nicht nur Bücher, die fast 100 Jahre nach Eröffnung der Bücherei ausgeliehen werden, sondern vermehrt andere Medien. Die CD-Rom „Harry Potter und der Gefangene von Askaban” oder die DVDs von Stargeiger David Garrett kommen an. In fast allen Sparten ist die bei Jugendlichen beliebte Twilight-Saga („Bis(s) zum…”) Thema. Nicht wegzudenken sind Medien rund um „Star Wars”. 2011 ist aber auch „Lokales” beliebt: Detlef Rechas „Hildens Radtourenheft Nr. 2” wird oft ausgeliehen.
2011: 64.032 Bücher und Co., 330.793 Ausleihen

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Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.