Archiv der Kategorie: Literatur

Die Lesechallenge im Mai 2018, Teil 2 – Grapic Novel – für Jugendliche und Erwachsene

Autorin: Stefanie Krüger

Letzte Woche hat Euch meine Kollegin ja bereits Graphic Novels für Kinder vorgestellt. Heute stelle ich Euch Geschichten vor, die sich mehr an Jugendliche und Erwachsene richten.

„Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm

In der Schule musste ich dieses Buch bereits lesen, analysieren und interpretieren. Es ist eins der wenigen Bücher aus meiner Schulzeit, an die ich mich gut erinnern kann und die ich mochte. Deswegen war ich neugierig, wie Jens Natter diese vielschichtige Story in seiner Graphic Novel verarbeitet hat.

Es geht um eine Geschichte in einer Geschichte. Die „Hauptstory“ handelt von Hauke Haien, einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der es durch viel Fleiß zum Deichgrafen seiner Region bringt. Obwohl er sich bemüht, unterliegt auch er den Zwängen und Versuchungen der Politik, was zu einem verheerenden Deichbruch führt, bei dem er und seine Familie letztendlich ums Leben kommen.

Die Illustrationen erwecken die Geschichte richtig zum Leben. Natter zeichnet leicht verschwommen, macht harte Linien und lässt Details im Unklaren, was dem Ganzen wirklich den Charakter einer erzählten Geschichte verleiht. Dank dieser Graphic Novel ist mir – obwohl ich die Geschichte ja bereits kannte – erst wirklich bewusst geworden, warum Storm sie „Der Schimmelreiter“ genannt hat: Hauke findet auf dem Deich nämlich einen weißen Hengst, den er bis zu seinem tragischen Ende reitet.  Erst durch die Bilder ist mir der Zusammenhang deutlich geworden 😀

„Einstein“

Dieses Buch beschreibt auf wirklich entzückende und witzige Weise das Leben und Wirken von Albert Einstein. Von seiner Kindheit, über die erste Liebe und Ehe. Von der Entdeckung der Relativitätstheorie bis zum Bau der Atombombe und seinem Tod. Dieser außergewöhnliche Mensch wird in der Graphic Novel von Corinne Maier und Anne Simon grade zu lebendig – mit all seinen Vorzügen und Marotten. Selbst die Relativitätstheorie wird verständlich und witzig dargestellt. An einer Stelle heißt es:

„Wir alle wissen, dass das Licht schneller ist als der Schall. Darum wirken manche Menschen auch klug, bis sie den Mund aufmachen.“

Ein Buch hat in meinen Augen schon gewonnen, wenn es mich zum Lachen bringt. Und das war hier nicht nur einmal der Fall! Vor allem die Kombination aus Bild und Text ist stellenweise zum Wegschmeißen. Allen, die zwar wissen, was Einstein getan hat, aber nicht wissen, wer er war, empfehle ich diese Graphic Novel.

Wir haben noch viele weitere Graphic Novels im Bestand – zu den verschiedensten Schätzen der Weltliteratur. Wer sich mit Don Quixote oder Kapitän Ahab auf eine Reise begeben möchte, wird hier ebenso fündig wie diejenigen, die sich gerne einem Alienangriff gegenüber sähen. Und hätte es die Graphic Novel zu „Herr Lehmann“ schon gegeben, als ich es im Studium lesen musste, wäre ich deutlich schneller damit fertig geworden – und hätte mir den Film schenken können 😉

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Die Lesechallenge im Mai 2018, Teil 1 – Grapic Novel – für Kinder!

Autorin: Nadine Reinhold

Im Januar haben wir zur Lese-Challenge 2018 aufgerufen. Den Mai habe ich mir „geschnappt“. Thema im Mai: Graphic Novels! Graphic Novels sind Comics im Buchformat, meist komplexer erzählt als Micky & Co und nicht für jeden geeignet. Man muss sie schon mögen, diese kleinen Kunstwerke.

 

Nun fand Anfang April ein weiteres Mal ein Jurytreffen von boys & books statt. Herrlich! So viele neue, tolle Bücher lerne ich selten an einem Tag kennen. Im Vorfeld musste ich auch ein paar Bücher lesen. Darunter war auch „Theo und Mammut : Alles begann an einem Freitag“ von Stefan Boonen und dem Illustrator Melvin. Und wie der Zufall will, ist das Thema der Lesechallenge im Mai 2018 „Graphic Novel“. Wie passend!

2017 kam schon die Oma

 

Die beiden haben schon 2017 eine tolle Geschichte bei Arena veröffentlich: „Hier kommt Oma“. 

Wie man unschwer erkennen kann, hat Illustor Melvin eine sehr eigene Handschrift, die sehr gut zu den fantastischen Geschichten Boonens passt.

Wer mehr über die Arbeit von Melvin erfahren möchte, wird sicherlich auf der Homepage des Belgiers fündig.

Manche Illustrationen machen sich bestimmt sehr gut als Plakat, oder?

 

 

 

Nanny Beinhaar

Allen schon dieser Name… Um was geht es in „Theo und Mammut“?

Theodor Bob Prinzel der Erste ist sehr besonders. Eines der besten Kinder der Welt, sagt seine Mutter. Er lebt in seit drei Wochen in einem neuen Haus mit 36 Zimmern, 2 Rasen, einer Garage für vier Autos und sieben Fahrräder, einem Schwimmbad und einem Dachboden. Tagsüber ist Theo zumeist alleine mit Nannie Beinhaar, die Theo so gut wie nie vermisst. Nannie Beinhaar kümmert sich um Theo und auch darum, dass er alle Aufgaben, die ihm seine Eltern tagtäglich aufgeben, ausführt. Judo, Tanzen, Singen, Yoga, Bücher lesen sind nur ein paar.

Seine Eltern sind so gut wie nie zu Hause, auch seine ältere Schwester Ada, die im Rollstuhl sitzt, kommt nur freitags zu Besuch. Zum Glück hat Theo viel Fantasie und so reist er gerne in die Urwelt. Dort leben so unglaubliche Tiere wie das Mammut und das Säbelzahnkaninchen. Und dort lebt auch Marga, ein Mädchen vom Stamm der Zotteltaler. Mit ihr erlebt er ein waghalsiges Abenteuer, als die beiden gegen fünf Krachbacken kämpfen müssen.

Natürlich bleibt der fantastische Ausflug nicht unbemerkt und Nannie Beinhaar ist gar nicht erfreut, aber Theo kann sie überzeugen, dass es wichtig ist, Marga im Kampf gegen die Krachbacken zu unterstützen. Und Nannie Beinhaar ist unglaublich stark und mutig. Theos Eltern zeigen kein Verständnis, sperren ihn ein, erlauben ihm keine Bücher mehr zu lesen oder in der Badewanne zu liegen. Die besten Gelegenheiten, die Theo früher zur Flucht in die Unterwelt genutzt hat. Doch Nannie Beinhaar ist auf seiner Seite und so kann er sich weiterhin mit Marga treffen und sich sogar mit den Krachbacken anfreunden und verstecken spielen.

Die Illustrationen sind in orange und rot gehalten, sehr ausgefallen, transportieren die Geschichte für Kinder ab 8 Jahren aber sehr gut. Ein Abenteuer, nicht nur für Kinder. Ich hatte richtig Spaß!

Viel Spaß beim bezwingen der Krachbacken!

Die nächste Graphic Novel liegt hier schon bereit: „Der bleiche Hannes“. Soll auch richtig toll sein! Gibt es natürlich auch bei uns im Bestand!

Lese-Challenge April: Lese ein Buch, das in dem Jahr erschienen ist, in dem Du geboren bist

Autorin: Karin Lachmann

 

Im Januar haben wir zur Lese-Challenge 2018 aufgerufen. In diesem Monat, April, war ich dran. „Lese ein Buch, das in dem Jahr erschienen ist, in dem Du geboren bist“.

Ich habe eine Weile recherchiert und stieß auf große Namen wie Günter Grass und Siegfried Lenz. Gelandet bin ich aber dann bei einem Kinderbuchklassiker – es steht ja nirgends definiert was für ein Buch ich lesen soll. In meinem Geburtsjahr, 1969, erschien nämlich „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle.

Der 1929 in Syracuse, New York geborene Eric Carle wuchs ab dem sechsten Lebensjahr in Deutschland auf und studierte an der „Akademie der bildenden Künste“ in Stuttgart. 1952 kehrte er in die USA zurück und arbeite unter anderem als Grafiker für „The New York Times“.

 

Seine Karriere als Illustrator und Autor von Kinderbüchern begann, als der Autor Bill Martin Jr ihn fragte, ob er sein Buch „Brown Bear, Brown Bear, what do you see?“ illustrieren würde. Kurz danach fing Carle an, eigene Geschichten zu schreiben.  Sein erstes Buch „1,2,3 to the Zoo“. Mit seinem zweiten Werk „Die kleine Raupe Nimmersatt“ wurde er dann weltberühmt. Es wurde in 62 Sprachen übersetzt und weltweit 46 Millionen mal verkauft. Seit dem hat Eric Carle über 70 Bücher illustriert, die über 145 Millionen mal verkauft wurden.

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ war 1971 auf der Auswahlliste des Jugendliteraturpreises. Die Form des Buches mit unterschiedlich großen Seiten und den Löchern war damals revolutionär. In der Jurybegründung heißt es:

„Eine kleine Raupe schlüpft aus dem Ei und frisst sich genüsslich durch Obst und eine Menge Leckerbissen. Natürlich ist gehöriges Bauchweh die Folge – sicher zur Schadenfreude der kleinen Betrachter. Schließlich entpuppt sie sich zu einem schönen Schmetterling.

Das Buch fällt durch die Auflösung der herkömmlichen Form auf. Die verschieden großen Seiten mit eingestanzten Löchern ermöglichen es dem Kind, mit den Fingern den Weg der Raupe nachzuvollziehen. Es kann dabei zählen lernen, sich die Wochentage der Reihe nach einprägen und wird sogar in die Anfänge des Bruchrechnens eingeführt. Der sparsame Text steht inhaltlich und formal in gutem Verhältnis zu den kräftig bemalten Collagen.“

Gewonnen hat das Buch dann allerdings in der Kategorie Bilderbuch nicht. Den Preis teilten sich „Mrs. Beestons Tierklinik“ von Reneé Nebehay und Walter Schmögner und „Apfel und Schmetterling“ von Iela und Enzo Mari.

Ich habe das Buch als Kind geliebt und es wurde mir bestimmt tausende Male vorgelesen. Und noch viel öfter habe ich es bestimmt selbst vorgelesen. Meinen drei Kindern, bei Vorlesestunden in der Bibliothek und nun noch einmal für mich ganz allein. Natürlich besitze ich auch eine kleine Raupe Nimmersatt. Sie wohnt inzwischen hier in der Bibliothek und unterstützt unsere Klassenführungen.

Meine Lieblingsstelle im Buch ist dabei übrigens das Lebensmittel-Crescendo „Ein Stück Schokoladenkuchen, eine Eiswaffel, eine saure Gurke, eine Scheibe Käse, ein Stück Wurst, einen Lolli, ein Stück Früchtebrot, ein Würstchen, ein Törtchen und ein Stück Melone“. Nach einem so langen Satz muss man richtig nach Luft schnappen und hat schon vor der kleinen Raupe ein Zwicken im Bauch.

Wer mehr über Eric Carle und seine Bücher erfahren möchte ist hier genau richtig. Von dort stammt auch das schöne Selbstporträt mit Raupe in diesem Artikel.

Welches Buch habt ihr diesen Monat in der Lese-Challenge gelesen?

Hungrige Grüße

Karin Lachmann

Sagenhafte Geschichten – ein möglicher Leitfaden fürs Leben

 

Autor: Andreas Umbrich

Mythologien wurden bereits über Generationen hinweg erzählt und weitergegeben. Dabei gibt es
die verschiedensten Geschichten aus den unterschiedlichsten Epochen der Menschheit.
Sagenhafte Erzählungen sind meiner Meinung nach gute Ratgeber fürs Leben, da sie recht viele
bildhafte Darstellungen und Weisheiten enthalten, die gut für das eigene Leben übernommen
werden können oder sich schlicht auf den Alltag übertragen lassen. Dementsprechend ist eine
meiner Lieblingsmythologien die Erzählung von Ikarus.

Ikarus wurde zusammen mit seinem Vater Dädalus auf der Insel Kreta im Labyrinth des Minotaurus
festgehalten. Da sowohl die Landmasse als auch das Gewässer unter Kontrolle von Minotaurus
standen, war ihnen eine normale Flucht nicht möglich. Hieraufhin entwickelte Ikarus Vater Flügel,
welche er aus mit Federn zusammen gewachsten Stängeln herstellte, um von der Insel fortfliegen zu
können und dadurch über den Luftweg die drohenden Gefahren zu umgehen. Kurz vor dem Abflug
bekam Ikarus von seinem Vater noch einmal eindringlich mitgeteilt, weder zu hoch noch zu tief zu
fliegen. Sowohl die Wärme der Sonne als auch die Feuchtigkeit des Meeres könnten dessen Flügel
zerstören und ihn so zum Absturz bringen. Ikarus folgte zunächst der eindrücklichen Warnung
seines Vaters. Ihnen gelang es, die Insel Kreta unentdeckt zu verlassen. Beide passierten daraufhin
erfolgreich das offene Meer sowie die angrenzenden Inseln. Mit der Zeit wurde Ikarus aber immer
übermütiger und flog entsprechend höher hinauf. Er stieg so weit hinauf, dass sich durch die immer
stärker werdende Wärme der Sonne das Wachs seiner Flügel löste. Ikarus stürzte folglich ins Meer
hinab und ertrank.

Letztlich war es Ikarus persönlicher Übermut, seine Forschheit und Ignoranz gegenüber anderen
Autoritäten, die ihn tief zu Sturz brachten. Übertragen auf unser Leben kann die Mythologie daher
als zum Nachdenken anstiftende Warnung wahrgenommen werden.
Oft genug im Leben verliert der Mensch seine Sinne, irrt orientierungslos umher und verlässt sich
lediglich auf sein Glück, um sein eigenes Streben nach Vollkommenheit möglichst zu
verwirklichen.

Auch wenn man einmal fallen sollte, darf man dennoch nicht vergessen, das Tiefschläge oder
Misserfolge zum Leben dazu gehören. Das wichtigste jedoch ist wieder aufzustehen, aus Fehlern zu
lernen und letztlich mit neuem Mut weiterzumachen. Denn nur so haben wir die Möglichkeit, uns
von unseren eigenen Ängsten und Lasten zu befreien. Neue Ziele können nur erreicht werden, wenn
wir dank unserer eigenen Erfahrungen weiter vorankommen können.

Natürlich kann jeder die Geschichte für sich selbst anders interpretieren oder deuten; das möchte ich
auch niemandem verwehren. 🙂 Für mich persönlich handelt es sich aber hierbei um eine recht
lebhafte und schöne Sage, bei der ich etwas fürs Leben mitnehmen kann. Vielleicht habt auch Ihr ja
die die eine oder andere Geschichte, mit der Ihr etwas verbinden könnt.

Bastian Bielendorfer – Von „Wer wird Millionär“ zum Autor und Comedian

Autorin: Nadine Reinhold

 

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern. Da sitzt ein junger Kerl, Student, bei Günther Jauch auf dem Stuhl bei „Wer wird Millionär“. Sympathisch war er, schien nicht auf den Kopf gefallen zu sein und hatte nun bei der 8.000 € Frage einen kleinen Hänger: „Die Renaissance ist die Wiedergeburt welcher Epoche?“ Da wir mittlerweile Bastian und auch seinen Vater (nach 4 Büchern) kennen, wissen wir, dass Papa Bielendorfer mit seiner Antwort „Antike“ natürlich recht hatte. Ich glaube, noch heute kann er nicht fassen, dass sein Sprössling als Antwort doch glatt auf „Barock“ getippt hätte.

Da Papa Bielendorfer nicht gerade durch Smalltalk glänzte, fragte Jauch nach, und so erfuhren wir von Bastians Schicksal: er ist ein Lehrerkind! Und darüber würde er gerne mal ein Buch schreiben. Der Piper-Verlag machte das Rennen und ein Jahr nach „Wer wird Millionär“ stand im Oktober „Lehrerkind – Lebenslänglich Pausenhof“ in den Regalen. Es folgten „Lebenslänglich Klassenfahrt“, „Mutter ruft an – Mein Anschiss  unter dieser Nummer“ und 2017 zuletzt „Papa ruft an – Standleitung zum Lehrerkind“.

Auch zum Hören geeignet

Nicht eines dieser Bücher habe ich gelesen. Nein! Ich habe sie mir vom Autor höchstpersönlich vorlispeln lassen. Ich mag diesen sympathischen Sprachfehler, auch Bielendorfers Stimme ist wahrlich nicht die eines professionellen Synchronsprechers, aber das macht für mich den Charme aus. Und da ich ein Hörbuchjunkie bin, kam es oftmals vor, dass ich beim Hören eines dieser Hörbücher laut lachen musste.

Neues Terrain

Auch als Comedian ist Bielendorfer unterwegs. Die Comedy-Live-Tour „Das Leben ist kein Pausenhof!“ startete im Januar 2016 und seitdem ist er als Lehrerkind in ganz Deutschland unterwegs. Natürlich gibt es zahlreiche Videos, hier ist eines, was auch „Spuren von Ludger“ enthält. Ich muss Bastian Bielendorfer fragen, ob es den wirklich gibt 😉

Das Lehrerkind in Hilden!

Im Herbst 2017 hatte ich nun die Idee, bei ihm für eine Lesung in unserer Bibliothek anzufragen. Was soll ich sagen… so nett und unkompliziert war selten eine Terminfindung. Das ist schon komisch, wenn man mit einem Menschen beruflich Kontakt hat, die man bisher nur aus Büchern und CDs kennt.

Bastian Bielendorfer kommt also am 08.06.2018 in die Stadtbücherei Hilden und liest aus „Papa ruft an – Standleitung zum Lehrerkind“. Es gibt noch Katen, über die Hälfte ist aber schon weg. Also ruft an unter: 02103/72300 und reserviert Karten. Wir legen die gerne 1-2 Tage zurück! Eine Karte kostet 15 €, mit Itter-Pass 8 €. Los geht es um 19.30 Uhr.

Und nein – ich glaube nicht, dass Otto mitkommt. Der dürfte auch in die Bibliothek, wir würden glatt eine Ausnahme machen.

 

Ich freue mich schon sehr. Wenn ihr am 08.06. jemanden ganz viel lachen hört – könnte ich sein 😉

Die Häschenschule

Autorin : Birgit Halfkann

Kennt Ihr auch den Bilderbuch-Klassiker „Die Häschenschule“ von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha? Dieses Bilderbuch ist zum ersten Mal 1924 veröffentlicht worden. Das ist jetzt fast 100 Jahre her und noch immer wird es gelesen und erscheint heute noch in mehreren Ausgaben mit dem typischen Titelbild.

Albert Sixtus, der von 1892-1960 lebte, hat zunächst die Geschichte in Versform geschrieben. Auf der Webseite des Albert-Sixtus-Archivs könnt Ihr nachlesen, wie der Text entstand (http://www.albert-sixtus.de). Der Alfred-Hahns-Verlag, an den Sixtus sein Manuskript schickte, beauftragte dann den Illustrator Fritz Koch-Gotha (1877-1956) mit der Illustration des Textes.

Die Geschichte schildert den Schultag der Hasenkinder Hasenhans und Hasengrete, bei dem der Hasenlehrer in der Hasenschule auf der grünen Wiese alle wichtigen Dinge für das Leben eines Hasen vermittelt: von Pflanzenkunde und Pflanzenbau, Tierkunde, Musik- und Sportunterricht bis zum wichtigsten, was ein Hase können muss: Ostereier anmalen. In der Pause dürfen sich die Hasen austoben und auch die Bestrafung  unartigen Verhaltens fehlt nicht. Das Buch überzeugt durch liebevolle Zeichnungen und einer Geschichte, die Kindern ihren Schulalltag mit einer „Hasenwelt“ erklärt.

Text und Illustrationen erscheinen heute dem einen oder anderen vielleicht nicht mehr zeitgemäß, aber der Beliebtheit des Bilderbuches schadet es offenkundig nicht. Selbst Kinder können  anhand der Geschichte nachvollziehen, dass der Schulalltag „früher“ anders war als heute.

Meine persönlichen Erinnerungen beziehen sich auf den für mich als Kind eher gruseligen Teil der Geschichte: Auf dem Nachhauseweg werden die beiden Hasenkinder vom Fuchs gejagt. Gott sei Dank haben sie vorher im Unterricht gut aufgepasst, als der Lehrer vor dem Bösewicht gewarnt hat und die beiden sind schnell genug, um, zu meiner Erleichterung,  unbeschadet zu Hause anzukommen.
Und hattet Ihr nicht auch Mitleid mit dem armen Hasenmax, dem der Lehrer wegen seiner Unartigkeiten das Hasenohr langzieht? Da habe ich jedes Mal beim Lesen mit gelitten…

Leider ist das Exemplar der Bibliothek ausgerechnet zu Ostern in Reparatur. Wohl zu viel gelesen worden…?

(Das Buch könnt Ihr im Internet finden: http://www.eichwaelder.de/Altes/altesbuch59b.htm ;
als Quelle habe ich folgende Webseiten genutzt: http://www.albert-sixtus.de ; http://www.buechersammler.de/ein-bilderbuchklassiker-die-haeschenschule)

 

 

„Save Me“ von Mona Kasten

Autorin: Saskia Pelzers

 

Ein Buch aufgrund seines Covers zu beurteilen wird normalerweise nicht gern gesehen, in unserer Lese-Challenge blieb mir für den Monat März allerdings keine andere Wahl 😉

SaveMe4

 

Als wir gefragt wurden, über welchen Monat der Challenge wir berichten möchten, gefiel mir die Idee ein Buch nur nach seinem Cover zu wählen noch ziemlich gut – bis zu dem Moment als ich mich langsam tatsächlich für eins entscheiden musste. Das fiel mir dann doch schwerer, als ich angenommen hatte.

 

Schlussendlich habe ich es aber doch noch geschafft: „Save Me“ von Mona Kasten hat ein schlicht gehaltenes Cover in Creme und Gold, das mir aufgrund seiner Einfachheit sofort ins Auge gesprungen ist.

Da ich es mir verboten habe, den Rücken- oder Klappentext zu lesen, war meine größte Sorge, dass ich vielleicht den 2./3./4. … Teil einer Reihe aufgegriffen habe und mir das Lesevergnügen damit komplett versauen würde. Das Glück war allerdings auf meiner Seite, denn es handelt sich um den 1.Teil der „Maxton Hall“ – Reihe.

Zum Inhalt:

Ruby ist eine zielstrebige und kluge junge Frau, deren größter Traum es ist in Oxford zu studieren. James ist all das, was Ruby verabscheut. Er ist ein abgehobener, zu viel feiernder Playboy, der glaubt sich mit Geld alles kaufen zu können, auch das Schweigen von Ruby.

Denn nachdem diese etwas sieht, was James‘ Familie in Schwierigkeiten bringen kann, ist dieser darauf erpicht sie zum Schweigen zu bringen. Da sie sein Geld aber nicht annehmen will, muss er sie auf andere Art kontrollieren – indem er sie nicht mehr aus den Augen lässt. Wo Ruby ist, ist James nicht weit. Und während dieser Zustand Ruby anfangs alles andere als angenehm ist, muss sie sich nach einer Weile eingestehen, dass sie ihn vielleicht gar nicht mehr loswerden will.

 

 

Meine Meinung (Achtung, Spoilergefahr!):

Das Buch ist aus der Sicht von Ruby und James geschrieben, was mir wirklich gut gefällt, da man so in die Gefühlswelten beider hinein spinxen kann.

Da ich nicht wusste, worum es thematisch überhaupt ging, fiel es mir auf den ersten paar Seiten noch schwer in das Geschehen reinzufinden. Dieses Gefühl legte sich jedoch mit jeder Seite mehr, bis ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Bei „Save Me“ handelt es sich um eine wunderbare Geschichte zweier Menschen, die augenscheinlich unterschiedlicher nicht sein könnten und sich vielleicht gerade deswegen perfekt ergänzen.

Das einzige was mir absolut nicht gefallen hat, war leider das Ende. Nachdem James‘ Charakter eine so großartige Entwicklung vollzogen  hat, konnte ich diesen Rückfall in alte Verhaltensmuster einfach nicht nachvollziehen, auch nicht unter den gegebenen Umständen.

Im Mai erscheint  der 2. Teil der „Maxton Hall“ – Reihe, meine Hoffnung auf ein Happy End der beiden muss ich also noch nicht ganz begraben 😉