Archiv der Kategorie: Lese-Challenge 2018

Lese-Challenge – Monat Juni: Das erste Buch eines bekannten Autoren

Autorin: Sonja Tewes

Das Erstlingswerk eines bekannten Autoren – da kommen viele tolle Bücher in Frage. Aber für eines musste ich mich ja dann doch entscheiden.

Da ich bekanntlich in meiner Freizeit sehr viele Krimis und Thriller lese, fiel die Auswahl auf „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek. Gerade ist ohnehin Urlaubslektüre angesagt, und Fitzeks Bücher gehören immer zu den ersten, die hier in der Bibliothek sofort ausgeliehen sind. Dieses konnte ich für mich retten 😉

 

 

Erstlingswerke sind ja immer etwas Besonderes. Der Autor ist unbekannt. Und wenn das Buch okay ist, heißt das immer noch nicht viel.

„Die Therapie“ wurde 2006 auf jeden Fall ein Sommerhit. Das klang für mich schon mal gut. Was lag also näher, als ihn jetzt im Sommer zu lesen? 🙂

Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite mega-spannend, und ich frage mich an der Stelle, wie man von dem Thriller berichten soll, ohne dabei gleich zu spoilern?!? Antwort: Gar nicht! Ich will Euch hier keine Inhaltsangabe liefern, die könnt Ihr auf anderen Seiten auch finden.

Nur so viel: Der Protagonist ist Dr. Viktor Larenz, Psychiater von Beruf. Bei einem Arztbesuch verschwindet seine Tochter Josy spurlos.

Mein „Problem“ bei dem Thriller war, dass er in relativ kleine Kapitel aufgeteilt ist. Und fast jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger. Unglaublich! Jedes Mal dachte ich in eine neue Richtung, und jedes Mal lag ich falsch!

Essen? Trinken? Fehlanzeige. Mit dem Hund raus? Nö. Ich musste erst mein Buch zu Ende lesen.

Deshalb meine „wärmste“ Empfehlung: Solltet Ihr wie ich, den „Fehler“ machen, Fitzeks Debütroman anzufassen, nehmt Euch weiter nichts anderes vor. Ihr kommt zu nix mehr 🙂

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Die Lesechallenge im Mai 2018, Teil 2 – Grapic Novel – für Jugendliche und Erwachsene

Autorin: Stefanie Krüger

Letzte Woche hat Euch meine Kollegin ja bereits Graphic Novels für Kinder vorgestellt. Heute stelle ich Euch Geschichten vor, die sich mehr an Jugendliche und Erwachsene richten.

„Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm

In der Schule musste ich dieses Buch bereits lesen, analysieren und interpretieren. Es ist eins der wenigen Bücher aus meiner Schulzeit, an die ich mich gut erinnern kann und die ich mochte. Deswegen war ich neugierig, wie Jens Natter diese vielschichtige Story in seiner Graphic Novel verarbeitet hat.

Es geht um eine Geschichte in einer Geschichte. Die „Hauptstory“ handelt von Hauke Haien, einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, der es durch viel Fleiß zum Deichgrafen seiner Region bringt. Obwohl er sich bemüht, unterliegt auch er den Zwängen und Versuchungen der Politik, was zu einem verheerenden Deichbruch führt, bei dem er und seine Familie letztendlich ums Leben kommen.

Die Illustrationen erwecken die Geschichte richtig zum Leben. Natter zeichnet leicht verschwommen, macht harte Linien und lässt Details im Unklaren, was dem Ganzen wirklich den Charakter einer erzählten Geschichte verleiht. Dank dieser Graphic Novel ist mir – obwohl ich die Geschichte ja bereits kannte – erst wirklich bewusst geworden, warum Storm sie „Der Schimmelreiter“ genannt hat: Hauke findet auf dem Deich nämlich einen weißen Hengst, den er bis zu seinem tragischen Ende reitet.  Erst durch die Bilder ist mir der Zusammenhang deutlich geworden 😀

„Einstein“

Dieses Buch beschreibt auf wirklich entzückende und witzige Weise das Leben und Wirken von Albert Einstein. Von seiner Kindheit, über die erste Liebe und Ehe. Von der Entdeckung der Relativitätstheorie bis zum Bau der Atombombe und seinem Tod. Dieser außergewöhnliche Mensch wird in der Graphic Novel von Corinne Maier und Anne Simon grade zu lebendig – mit all seinen Vorzügen und Marotten. Selbst die Relativitätstheorie wird verständlich und witzig dargestellt. An einer Stelle heißt es:

„Wir alle wissen, dass das Licht schneller ist als der Schall. Darum wirken manche Menschen auch klug, bis sie den Mund aufmachen.“

Ein Buch hat in meinen Augen schon gewonnen, wenn es mich zum Lachen bringt. Und das war hier nicht nur einmal der Fall! Vor allem die Kombination aus Bild und Text ist stellenweise zum Wegschmeißen. Allen, die zwar wissen, was Einstein getan hat, aber nicht wissen, wer er war, empfehle ich diese Graphic Novel.

Wir haben noch viele weitere Graphic Novels im Bestand – zu den verschiedensten Schätzen der Weltliteratur. Wer sich mit Don Quixote oder Kapitän Ahab auf eine Reise begeben möchte, wird hier ebenso fündig wie diejenigen, die sich gerne einem Alienangriff gegenüber sähen. Und hätte es die Graphic Novel zu „Herr Lehmann“ schon gegeben, als ich es im Studium lesen musste, wäre ich deutlich schneller damit fertig geworden – und hätte mir den Film schenken können 😉

Lese-Challenge April: Lese ein Buch, das in dem Jahr erschienen ist, in dem Du geboren bist

Autorin: Karin Lachmann

 

Im Januar haben wir zur Lese-Challenge 2018 aufgerufen. In diesem Monat, April, war ich dran. „Lese ein Buch, das in dem Jahr erschienen ist, in dem Du geboren bist“.

Ich habe eine Weile recherchiert und stieß auf große Namen wie Günter Grass und Siegfried Lenz. Gelandet bin ich aber dann bei einem Kinderbuchklassiker – es steht ja nirgends definiert was für ein Buch ich lesen soll. In meinem Geburtsjahr, 1969, erschien nämlich „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle.

Der 1929 in Syracuse, New York geborene Eric Carle wuchs ab dem sechsten Lebensjahr in Deutschland auf und studierte an der „Akademie der bildenden Künste“ in Stuttgart. 1952 kehrte er in die USA zurück und arbeite unter anderem als Grafiker für „The New York Times“.

 

Seine Karriere als Illustrator und Autor von Kinderbüchern begann, als der Autor Bill Martin Jr ihn fragte, ob er sein Buch „Brown Bear, Brown Bear, what do you see?“ illustrieren würde. Kurz danach fing Carle an, eigene Geschichten zu schreiben.  Sein erstes Buch „1,2,3 to the Zoo“. Mit seinem zweiten Werk „Die kleine Raupe Nimmersatt“ wurde er dann weltberühmt. Es wurde in 62 Sprachen übersetzt und weltweit 46 Millionen mal verkauft. Seit dem hat Eric Carle über 70 Bücher illustriert, die über 145 Millionen mal verkauft wurden.

„Die kleine Raupe Nimmersatt“ war 1971 auf der Auswahlliste des Jugendliteraturpreises. Die Form des Buches mit unterschiedlich großen Seiten und den Löchern war damals revolutionär. In der Jurybegründung heißt es:

„Eine kleine Raupe schlüpft aus dem Ei und frisst sich genüsslich durch Obst und eine Menge Leckerbissen. Natürlich ist gehöriges Bauchweh die Folge – sicher zur Schadenfreude der kleinen Betrachter. Schließlich entpuppt sie sich zu einem schönen Schmetterling.

Das Buch fällt durch die Auflösung der herkömmlichen Form auf. Die verschieden großen Seiten mit eingestanzten Löchern ermöglichen es dem Kind, mit den Fingern den Weg der Raupe nachzuvollziehen. Es kann dabei zählen lernen, sich die Wochentage der Reihe nach einprägen und wird sogar in die Anfänge des Bruchrechnens eingeführt. Der sparsame Text steht inhaltlich und formal in gutem Verhältnis zu den kräftig bemalten Collagen.“

Gewonnen hat das Buch dann allerdings in der Kategorie Bilderbuch nicht. Den Preis teilten sich „Mrs. Beestons Tierklinik“ von Reneé Nebehay und Walter Schmögner und „Apfel und Schmetterling“ von Iela und Enzo Mari.

Ich habe das Buch als Kind geliebt und es wurde mir bestimmt tausende Male vorgelesen. Und noch viel öfter habe ich es bestimmt selbst vorgelesen. Meinen drei Kindern, bei Vorlesestunden in der Bibliothek und nun noch einmal für mich ganz allein. Natürlich besitze ich auch eine kleine Raupe Nimmersatt. Sie wohnt inzwischen hier in der Bibliothek und unterstützt unsere Klassenführungen.

Meine Lieblingsstelle im Buch ist dabei übrigens das Lebensmittel-Crescendo „Ein Stück Schokoladenkuchen, eine Eiswaffel, eine saure Gurke, eine Scheibe Käse, ein Stück Wurst, einen Lolli, ein Stück Früchtebrot, ein Würstchen, ein Törtchen und ein Stück Melone“. Nach einem so langen Satz muss man richtig nach Luft schnappen und hat schon vor der kleinen Raupe ein Zwicken im Bauch.

Wer mehr über Eric Carle und seine Bücher erfahren möchte ist hier genau richtig. Von dort stammt auch das schöne Selbstporträt mit Raupe in diesem Artikel.

Welches Buch habt ihr diesen Monat in der Lese-Challenge gelesen?

Hungrige Grüße

Karin Lachmann