Archiv der Kategorie: Gastbeiträge

Give Back Initiative – helfen kann so einfach sein

Liebe Leser,

im heutigen Blog möchte ich Euch auf eine tolle Initiative aufmerksam machen! Mir selber wurde sie empfohlen, weil ich gerne stricke und damit auch etwas Gutes tun möchte. Aktuell sind 2 Schals und 2 Paar Socken bereits fertig und der nächste Schal wächst schon.

Schal

Mein aktuelles Projekt

Hierfür habe ich ein kleines Interview mit Pascal geführt, einem der Mitbegründer von „Give Back“:Give back Initiative

Was steckt hinter der „Give Back“ Initiative?

Pascal: Anfangs waren wir nur eine Gruppe von Freunden, die sich dazu entschlossen hat, etwas gegen die Missstände auf dieser Welt und das Leiden der Menschen zu unternehmen. Im Endeffekt sind wir das auch immer noch. Mit dem kleinen Unterscheid, dass unsere Gruppe stetig wächst!
Damals haben wir in Düsseldorf angefangen, den „Give-Back-Day“ durchzuführen, bei dem es darum geht, Obdachlose und bedürftige Menschen zu unterstützen. An diesen Tagen ziehen wir mit mehreren vollgepackten Bollerwagen durch die Innenstadt und verschenken Kleidung, Speisen, Getränke, Decken und viele weitere Sachen, die für das Leben auf der Straße von Nutzen sein könnten. Direkt nach den ersten Aktionen bekamen wir sehr schnell sehr gutes Feedback von den Menschen auf der Straße, aber auch von Passanten und anderen Leuten, die von der Aktion mitbekommen haben.
Mittlerweile hat der „Give-Back-Day“ in über 10 weiteren deutschen Städten stattgefunden und wird heute noch regelmäßig in Düsseldorf, Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld und Hamburg mindestens einmal im Monat durchgeführt. In einigen weiteren Städten ebenfalls in unregelmäßigen Abständen. Die Give Back Initiative reduziert sich jedoch nicht auf den „Give-Back-Day“, sondern plant weitere Projekte und Aktionen, bei denen es darum geht, Menschen zu helfen. Sie lebt vor Allem von den Ideen und der Kreativität von jedem einzelnen, wenn es darum geht Menschen zu helfen. Wir möchten zeigen, dass jeder, wirklich JEDER etwas bewegen und verändern kann.

unterwegs

 

Seit wann gibt es Eure Initiative?

Pascal: Unsere Initiative gibt es seit 2,5 Jahren. Seit Anfang 2016 sind wir offiziell ein eingetragener Verein.

Wie seid ihr auf die Idee dieser Initiative gekommen?

Pascal: Die Idee des „Give-Back-Day“ stammt aus Amerika und im Februar 2014 entstand in der Facebook Gruppe „Free World Order“ der Gedanke den „Give-Back-Day“ auch in Düsseldorf stattfinden zu lassen. Durch den lieben Gökay, kam dieser Stein ins rollen. Bei der ersten Aktion damals in Düsseldorf war ich mit 2 sehr engen Freunden, mit denen ich aufgewachsen bin und die ebenfalls heute noch sehr aktiv sind, dabei. Wir fanden die Idee super und wollten uns anschauen wie der „Give-Back-Day“ von statten geht. Nach diesem „Give-Back-Day“ haben wir die Organisation und Durchführung des „Give-Back-Day“ übernommen und so hat sich das Ganze entwickelt…

 

Wie kann man Euch unterstützen?

Pascal: Am besten kann man uns unterstützen, wenn man sich aktiv an unseren Aktionen beteiligt. Mittlerweile sind wir bereits so viele Helfer, dass der „Give-Back-Day“ schon 2 Mal im Monat in Düsseldorf stattfinden kann. Irgendwann vielleicht jede Woche. Das wäre ein Traum. Auch in den anderen Städten (Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld, Dortmund, Hamburg usw.) werden immer helfende Hände gebraucht. Wir freuen uns zudem auch immer wenn der „Give-Back-Day“ in einer neuen Stadt durchgeführt wird, dafür braucht es meist einen Initiator der das Ganze in die Hand nimmt. Gerne helfen wir dabei auch. Doch man kann sich auch in anderer Form einbringen, indem man einfach seine eigenen Ideen und Kreativität mit uns teilt und Aktionen entwickelt um Menschen zu helfen. Gemeinsam können wir Größeres bewegen. Auch über Möglichkeiten kostengünstig an Essen zu kommen, freuen wir uns. Wir brauchen zum Beispiel auch für den Winter Leute, die für uns Kochen usw.
Wir sind wirklich für jede Hilfe egal in welcher Form dankbar. 🙂

 

bollerwagen

Wenn Ihr auch helfen wollt, dann besucht die Facebook Seite Give Back Initiative!
Die nächsten „Give-Back-Day“ finden statt am:
22.10.16
12.11.16
26.11.16
Treffpunkt ist  um 16.00 Uhr am K20 (Grabbeplatz 5) in Düsseldorf.

Beste Grüße
Nora Heisterkamp

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Brettspiel-Fieber, Teil 3

Liebe Leser,

am 19. Januar und am 11. Februar gab es Teil 1 und Teil 2 des langen Interviews mit dem gebürtigen Hildener Stefan Molz, der im Oktober 2015 mit seinem Team bei der „europe masters“ den 5. Platz erreicht hat.

Heute geht es weiter mit Teil 3 und vielen Tipps:

Teil 2 der Frage 8: Wie viele Spiele haben Sie zu Hause und welches ist ihr absolutes Lieblingsspiel? Oder ihre Top 3 oder Top 5 oder …

Weitere Lieblinge in meiner Sammlung sind „Twilight Imperium“, ein weitaus komplexerer Aufbaustrategie Epos als „Im Wandel der Zeitalter“, der mit bis zu 8 Personen und bis zu 12 Stunden Spielzeit (bei voller Mitspieleranzahl) den Herrscher des Universums durch Kampf, Wissenschaft, Handel und Diplomatie ermittelt. Es werden große Armeen aus vielen kleinen detaillierten Raumschiffen auf einer riesigen Sternenkarte bewegt und Kämpfe mit unzähligem Würfeln ausgefochten. Durch seine Größe sowie Länge kommt dieser Titel leider höchstens zwei Mal im Jahr auf den Tisch, dann ist es allerdings ein großes Fest für alle Vielspieler. Achtung! Das Spiel ist nur auf Englisch erhältlich, sollte aus spieltechnischen Gründen mit mindestens der ersten Erweiterung gespielt werden und ist leider sehr teuer (viel Erfolg auf Ebay 😉 ).

Twilight Imperium

 

 

 

 

 

 

Danach kommt das semikooperative Spiel „Descent“, bei dem bis zu vier Helden sich der dunklen Macht in Form des bösen Overlords stellen müssen. Die Helden wagen sich in die finsteren Höhlen der Monster, um dort ruhmreiche Aufgaben zu erfüllen oder Schätze zu bergen. Der Overlord Spielt alle Monster in seiner Höhle, kennt die geheimen Tücken der Aufgabe der Helden und darf diese jederzeit mit fiesen Fallen ärgern. Sind die Helden besiegt, hat der Overlord gewonnen, falls nicht, tragen alle vier Helden gemeinsam den Sieg davon. Descent glänzt mit einer grafisch genialen Umsetzung. Alle Figuren sind detailliert, an Markern sowie Material wurde nicht gespart. Die neue Version wurde stark verkürzt und vereinfacht, so dass ein Spiel in knapp drei Stunden spielbar ist.

Descent

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt möchte ich noch das Spiel „Robinson Crusoe – Abenteuer auf der Verfluchten Insel“ näher erläutern, da dieses Spiel komplett kooperativ gespielt wird. Alle Spieler bilden eine gestrandete Mannschaft, die nun ums nackte Überleben kämpft. Irgendwas passiert auf der Insel und wird zur neuen Aufgabe. Zuerst muss Nahrung gesammelt und ein Lager errichtet werden, danach werden Werkzeuge erstellt, die Insel weiter erkundet, gejagt, und ein besseres Dach gebaut. Jedes Mal können sich die Spieler entscheiden, ob sie die entsprechende Aktion langsam, aber sicher oder lieber schnell, aber mit viel Risiko für Verletzungen usw. durchführen. Viel Zeit bleibt nicht, denn nach wenigen Runden muss die Aufgabe erfüllt sein und in jeder weiteren Runde warten neue fiese Probleme in Form von Krankheiten, wilden Tieren, Unwettern usw. auf die Mannschaft. Das Spiel hat leider keine gute Anleitung, aber dafür umso mehr Atmosphäre. Das Spielsystem sowie die Umsetzung sind einfach; die Geschichte, die Fähigkeiten der Charaktere, die Ereignisse und auch das Design passen einfach zum Thema. Spielzeit ist etwa vier Stunden pro Mission.

Robinson Crusoe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtig ist noch einmal zu erwähnen, dass meine Lieblingsspiele auch wirklich nur Spiele für Vielspieler sind oder Gruppen, die gerne längeres und komplexeres ausprobieren möchten. Allen Gelegenheitsspielern, die durchaus mal etwas Größeres spielen möchten, können gerne mit Agricola einsteigen. Das Familienspiel funktioniert gut und hilft beim Einstieg in das komplexe Spiel.

Gelegenheitsspieler, die bei Gelegenheitsspielen bleiben wollen, möchte ich „Dominion“ ans Herz legen. Die Regeln des Kartenspiels sind recht einfach und doch ist dieses Spiel sehr variantenreich. So können in 30 bis 45 Minuten ganz unterschiedliche, mittelalterliche Königreiche aufgebaut werden, die vor Pracht nur so glänzen. Im Spiel hat jeder die gleichen 10 Karten und zieht jede Runde 5 davon auf die Hand. Enthalten sind Geld und Siegpunkte. Nacheinander ist jeder dran, kann Sonderfähigkeiten nutzen und am Ende für Geld neue Karten kaufen, die mehr Geld, Sonderfertigkeiten oder Siegpunkte in seinen Kartensatz bringen. Wurden alle eigenen Karten gespielt, wird der eigene Kartensatz gemischt und so kommen nun auch die besseren Karten mit Sonderfertigkeiten und noch mehr Geld auf die Hand. Am Ende des Spieles zählen allerdings nur die Siegpunkte, die während des Spiels keine Funktion haben und die eigenen Handlungsmöglichkeiten einschränken. Besonders gelungen ist, dass aus den vielen Karten mit Sonderfähigkeiten immer nur 10 zufällig gezogene im Spiel sind. Wer hat nun die bessere Strategie? Wer hat das bessere Händchen dafür, ab wann Siegpunkte statt besserer Karten gekauft werden müssen? Dieser kurzweilige Spaß wird mit nett gestalteten Karten zum Renner jeder Spielegruppe.

Dominion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss noch zwei Tipps vom deutschen Meister:

  1. Tipp: die Seite Boardgamegeek.com (Achtung: Englisch!)

Ich möchte mir ein neues Spiel zulegen und weiß nicht welches? Ich habe Fragen zu einem Spiel bzw. Spielregeln? Ich möchte Spielhilfen oder Übersichten? Ich möchte in einem Spiel besser werden, um auch mal zu gewinnen? Ich habe mein Spiel „durchgespielt“ und möchte andere Karten, Spielvarianten usw.?

Dann ist die englische Internetseite www.BoardgameGeek.com genau das richtige! Sie ist die Weltweit größte Datenbank für Gesellschaftsspiele mit über 80.000 Spielen. Einfach die Seite aufrufen, das gewünschte Spiel in das Suchfeld eingeben und allerhand Informationen erhalten. Aus meiner Sicht sind die Bewertungen der Nutzer und die daraus resultierende Rangliste das wichtigste, denn daraus kann man schnell erschließen, ob das Spiel sein Geld wert ist. Andersherum hilft die Liste ein neues Spiel zu finden. Wenn man die Seite öffnet und oben unter „Browse“ auf „Games“ klickt, werden alle Spiele der Bewertung nach aufgelistet. Bei einem Spiel aus den Top 200 kann man eigentlich nichts falsch machen. Also viel Spaß beim Surfen und Spielen!

2. Tipp: Brettspiele im Internet

Wer kurzfristig etwas Zeit, aber keine Mitspieler hat kann online kostenlos Brettspiele spielen. Die beliebtesten Seiten sind: www.Brettspielwelt.de und www.Yucata.de

Alle Beispielbilder sind von: www.boardgamegeek.com

Ausgenommen Dominion, das findet Ihr hier: www.spiele-offensive.de

Na, seid Ihr nun auch dem Spiele-Fieber verfallen und wollt das ein oder andere Spiel selber ausprobieren?

Wir wünschen Euch dabei viel Spaß!

Beste Grüße

Nadine Reinhold

Brettspiel-Fieber, Teil 2

Liebe Leser,

am 19. Januar gab es den ersten Teil des Interviews mit dem gebürtigen Hildener Stefan Molz, der im Oktober 2015 mit seinem Team bei der „europe masters“ den 5. Platz erreicht hat.

Heute geht es weiter mit Teil 2:

6. Bei den „Deutschen Meisterschaften“ bekommen die Teams ca. 6 Wochen vorher die vier Spiele zugeschickt, die gespielt werden. Es handelt sich um Neuerscheinungen. Bei den „europe masters“ in Essen hat ein Komitee folgende Spiele ausgewählt: „Deus – Pearl Games“, „ZhanGuo – What’s Your Game“, „Orléans – dlp games“ und „Five Tribes – Days of Wonder“. Eines dieser Spiele liegt Ihnen so gar nicht, haben Sie mir verraten. Welches ist das und warum?

Zuerst muss ich sagen, dass ich von der letzten Auswahl wirklich begeistert war! Orléans, Deus und ZhanGou sind wirklich gelungene schöne Strategie- bzw. Taktikspiele, die auch sicher noch nach dem langen Training immer wieder meinen Tisch bevölkern werden, auch wenn wir sie im Moment noch etwas überspielt haben. Gerade für Orléans habe ich bereits viele kleine Erweiterungen erstanden und brenne darauf, diese auszuprobieren. Anders verhält es sich leider aus meiner Sicht mit Five Tribes. Während das Team Five Tribes mehrheitlich mag und es auch bei anderen Spielern eher positiv aufgenommen wird, gibt es andere, die es, wie ich, nicht ausstehen können. Das größte Problem aus meiner Sicht ist die sogenannte „Downtime“, also die Zeit, die man warten muss, bis man wieder an der Reihe ist oder in der nichts interessantes für einen selbst passiert. Genau diese ist in Five Tribes exzessiv. Ja, es gibt Spiele, da ist die Downtime länger, aber in Five Tribes spürt man diese stärker. Wenn bei Schach ein Spieler lange überlegt, dann kann der andere Spieler seinen Zug schon einmal voraus planen, da sich das Feld, bis auf eine Figur nicht mehr ändern wird. In Five Tribes ändert sich bereits nach einem Spieler die gesamte Situation auf dem Brett, da im Normalfall viele Figuren bewegt werden. So wird Five Tribes zu einem taktischen Knobelspiel, bei dem man erst anfangen kann zu knobeln, wenn man selbst an der Reihe ist und natürlich knobelt man entsprechend noch länger als der Spieler zuvor, da man ja seine Punktzahl übertreffen sowie die Möglichkeiten des Nachfolgers minimieren möchte…

7. Wie wird der Gewinner ermittelt – gibt es ein Punktesystem? Kann man auch bei Glücksspielen tricksen?

Jede Mannschaft tritt mit vier Mitgliedern an, wovon jeder einzelne hintereinander jeweils jedes der vier Spiele spielen wird. Wer gegen wen spielt wird zuvor für jedes Spiel neu ausgelost, so dass man nie gegen ein Teammitglied und auch nie zweimal gegen den gleichen Gegner spielt. Der Gewinner einer Partie erhält 5 Turnierpunkte, der 2. 3, der 3. 2 und der letzte 1 Turnierpunkt. Jeder zählt am Ende die errungenen Punkte zusammen (entsprechend 4 bis 20 Punkte). Die Teampunktzahl ergibt sich aus der Summe der von den vier Teammitgliedern gesammelten Turnierpunkte. Wir hatten bei der letzen EM zusammen 57 von möglichen 80 Punkten. Das Team mit dem  6. Platz hatte ebenso 57 Punkte, allerdings hatten wir mehr 1. Plätze, weswegen wir den 5. Platz erhielten. Grundsätzlich gilt bei jedem Spiel, dass es offensichtliches und verstecktes zu beachten gibt. In jedem Fall wirkt sich bei Strategie-, aber auch bei Taktikspielen, überlegtes Vorgehen stark auf die Punkte aus. Glücksspiele können hingegen kaum gesteuert werden, weswegen auch kaum „getrickst“ werden kann. Den Würfel können wir ja nicht verändern, aber evtl. hilft es, statt den vermeintlich sicheren Gewinner, auch mal den erreichbaren Zweitstärksten anzugreifen oder zu behindern, um wenigstens Zweiter werden zu können. Selbst einzelne sichere Turnierpunkte helfen dem eigenen Team und fehlen dem Gegner. Für einzelne simple taktische Überlegungen rechnet unser Statistiker auch gerne mal den Erwartungswert aus, so dass wir z. B. wissen, mit welchem Ergebnis eher zu rechnen oder welcher Auftrag profitabler ist. Dies wird im professionellen Bereich durchaus öfters gemacht, so dass dies nur gegen Laien ein „Trick“ wäre.

8. Wie viele Spiele haben Sie zu Hause und welches ist ihr absolutes Lieblingsspiel? Oder ihre Top 3 oder Top 5 oder …

In meinem Schrank, meine Freunde nennen es eher eine Schrankwand, stehen ca. 200 Brettspiele, von denen ich ca. 10 Stück noch nicht einmal gespielt habe. Damit stehe ich nicht alleine da. In unserem Spielerkreis besitzt fast jeder mehr als 100 Spiele, einer sogar weit über 1000. Ich selbst kenne wirklich viele Spiele und muss doch sagen, dass ich, wenn ich einmal ein Spiel lieb gewonnen habe, es am liebsten gleich mehrere Male hintereinander spielen möchte. Das ich dafür leider keine Zeit habe ist normal und so verweilen auch viele gute Spiele im Schrank, während meine Freunde und ich immer wieder die beliebten neuen und alten Klassiker herausholen.

Mein absolutes Lieblingsspiel ist das episch lange Strategiespiel „Im Wandel der Zeiten“, dass jetzt grade neu als frisch überarbeitete Fassung „Im Wandel der Zeitalter“ herausgekommen ist. Jeder Spieler führt seine eigene Zivilisation vom Steinzeitalter zur Moderne. Gewinner ist, wer am Ende am meisten Kulturpunkte vorweisen kann, die während des Spiels angehäuft oder eben vom Gegner gestohlen werden können. Um schneller zu sein, als seine Konkurrenten, können neben gewöhnlichen Verbesserungen der Produktion und der Vermehrung der eigenen Arbeiter auch Technologien erforscht, Pakte geschlossen, Militäreinheiten zu überlegenen Armeen zusammengeschlossen, der Gegner überfallen, Kolonien besiedelt und durch selbst hervorgebrachte Ereignisse die Situation der Welt für alle Spieler beeinflusst werden. Das Spiel selbst ist zur besseren Übersicht eher abstrakt, d.h. es werden z. B. keine Armeefiguren auf einer Weltkarte bewegt, sondern Militäreinheiten werden mit Karten und Militärstärke nur auf einer Leiste angezeigt. Zwar hat jede Zivilisation ein Brett, das Spiel an sich fällt aber gefühlt in die Kategorie Kartenspiel, da alle Aktionen und Verbesserungen durch Karten erfolgen. Insgesamt dauert das Spiel grob 1,5 Stunden pro Spieler so dass dies eher eine Strategieperle für einen Wochenendtag, als für den normalen Spieleabend ist.

Trough the Ages_1

 

 

 

 

 

 

 

 

An zweiter Stelle steht das beliebte komplexe Aufbaustrategiespiel „Agricola“, in dem jeder eine Bauernfamilie spielt, die im Laufe ihres Lebens einen aufblühenden Bauernhof errichten wollen. Dabei stellen sich Fragen, ob zuerst Acker gepflügt, Tiere gezüchtet, Ausbildungen erworben, Rohstoffe vom Markt besorgt, profitsteigernde Anschaffungen geleistet, das Haus für Kinder vergrößert oder renoviert werden soll. Jeder ist reih um dran und darf sich für eine Aktion entscheiden, anschließend beginnt wieder der Startspieler, bis alle Personenaktionen eingesetzt wurden. Wurde ein Aktionsfeld bereits genommen, darf sie in dieser Runde nicht noch einmal genutzt werden. Welche ist also grade wichtiger? Welche werden mir meine Gegner für die 2. Aktion übriglassen? Alle Entscheidungen wollen wohl überlegt sein, da bereits nach wenigen Runden zusätzlich alle Familienmitglieder mit vielen Nahrungsmitteln ernährt werden wollen. Richtig gut gelungen ist die mit im Spiel enthaltene Familienversion, die durch einfachere Regeln einen langsamen Einstieg in das komplexe Hauptspiel erlaubt oder auch einfach so alleine immer und immer wieder gespielt werden kann. Die Familienversion verkürzt zwar auch sie Spielzeit, dennoch ist Agricola bei 2 und mehr Stunden anzusiedeln.

Agricola

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Spieletipps erfahrt Ihr im 3. Teil des Interviews am 01.03.2016!

Beste Grüße

Nadine Reinhold

 

 

 

 

Brettspiel-Fieber

Liebe Leser!

Wir freuen uns sehr, dass Stefan Molz (in Hilden geboren und aufgewachsen!) für unseren Blog einige Fragen beantworten wird. Thema: Brettspiele und die dazugehörigen Meisterschaften. Stefan Molz hat im letzten Jahr mit seinem Team die „Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel“ gewonnen und ist im Oktober bei der „europe masters“ gegen 28 andere Teams angetreten und hat den 5. Platz errungen!

Erstmals sollten bei den „europe masters“ in Essen während der Messe „Spiel“ auch Teams aus den USA vertreten sein, allerdings konnten dieses Jahr einige qualifizierte Teams nicht erscheinen. Kanada und Israel waren schon 2014 dabei, so dass es sich eher um eine Weltmeisterschaft handelt.

Das Interview wird aufgrund seiner Länge auf drei Blogbeiträge verteilt! Der nächste Termin ist der 11.02., der dritte Termin der 01.03.2016.

Herr Molz, vielen Dank, dass Sie uns einige Fragen beantworten möchten.

1. Haben Sie während Ihrer Kindheit in Hilden schon immer viele Brettspiele gespielt? Können Sie sich noch erinnern, welches Ihr erstes Brettspiel war, welches Sie immer und immer wieder spielen wollten?

Bereits als kleines Kind habe ich gerne Gesellschaftsspiele gespielt. Am Anfang waren es eher kleine Kartenspiele und Brettspiele, die jeder kannte und bei denen das Glück überwiegt (z. B. Uno, Mensch ärgere dich nicht, Malefiz). Das erste richtige Brettspiel war das alte Monopoly aus den Kindheitstagen der Eltern. Es wurde nur selten mit den Eltern und später ab und an mit Freunden gespielt. Mit der Zeit fühlte ich mich als richtiger Monopolyexperte, der natürlich den Dreh raus hatte, obwohl das Spiel fast nur vom Glück des Würfelwurfes abhängt. Nach der Monopolyphase wurde es ruhig in der Brettspielecke, bis ich mit ca. 10 Jahren (1994) die Neuheit „Die Siedler von Catan“ für mich entdeckte und es mit meinem Freundeskreis verschlungen habe. Von da an wurde an vielen Nachmittagen gesiedelt bis die Freunde oder Verwandten aufgaben. Ich selbst hatte immer noch Lust auf eine, eine kleine schnelle letzte Runde… Bitteeee! Nach der Siedlerphase wurde es wieder ruhig und Spiele wurden mal an Weihnachten oder sehr selten bei Freunden in den Ferien rausgeholt, wenn die Langeweile bekämpft werden musste. Danach habe ich über eine lange Zeitspanne viel lieber Computerspiele gespielt und dort mit ca. 18 Jahren kurz auch europaweit in Ligen gekämpft, bis ich mit ca. 22 Jahren einen Spieletreff in Münster für mich entdeckt habe und die alte Liebe zum Brettspiel wieder entbrannte.

2. Was machen Sie beruflich und wie lässt sich die Spieleleidenschaft mit Ihrem Beruf vereinbaren?

Während meiner Schulzeit am naturwissenschaftlichen Helmholtz Gymnasium Hilden wollte ich immer Informatik studieren. Dies änderte sich nach einem Praktikum im Jugendzentrum Kleever Hof in Hilden, nach dem ich Pädagogik an der Universität Münster studiert habe. Derzeitig bin ich Leiter des offenen Jugendtreffs @ttic der evangelischen Kirchengemeinde in Warendorf und kann dort natürlich meine Fähigkeiten in Form eines schönen Spieleangebots einbringen. Jugendliche reagieren sehr unterschiedlich auf Gesellschaftsspiele, aber eins haben sie alle gemeinsam: Spaß macht es erst, wenn einer das Spiel kurz erklären kann. Hier kann ich mit meinem Wissen nicht nur aushelfen, sondern auch Tipps geben, welches Spiel wahrscheinlich gut zum Jugendlichen passen würde. Außerhalb des Jugendtreffs wird es privat eher schwierig, da der Jugendtreff vor allem nachmittags bis spät abends geöffnet hat. Dennoch habe ich die Öffnungszeiten so gelegt, dass ich an zwei Tagen unter der Woche und mindestens einmal am Wochenende zum Spielen komme. Insgesamt bin ich also mit drei Spielegruppen in der Woche sehr gut ausgelastet. Dies wird sich allerdings bald ändern, da ich inzwischen zusätzlich auch für die Flüchtlingsarbeit in Warendorf zuständig bin und daher meine Freizeit weniger wird.

3. Sie spielen im Team und treten erfolgreich bei unterschiedlichen Turnieren an: Wer spielt mit Ihnen und hat das Team auch einen Namen?

Turniere, in denen nur ein Spiel gespielt wird, werden im Normalfall auch nur alleine gespielt, außer es handelt sich eben speziell um Team-Spiele, wie z. B. Doppelkopf oder Tichu. Die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel wird, wie der Name schon vermuten lässt, im Team bestehend aus vier aktiven Spielern und bis zu zwei weiteren Ersatzspielern gespielt. Angefangen habe ich vor ca. 6 Jahren mit einem Turnier im Brettspiel Dominion. Mit der Zeit errang ich den 12. Platz in der deutschen Dominion Meisterschaft und hatte auch in anderen Turnieren Erfolg. Es folge noch ein 20. Platz in der deutschen Carcassonne Meisterschaft und einige kleine Qualifikationsrunden, bis ich schließlich 2010 mit drei engen Freunden ein Team bildete, um 2011 bei der regionalen Vorausscheidung zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel anzutreten. Ilja (Statistiker), Andrea (Mathematikerin), Michael (Physiker) und ich (Pädagoge), haben uns den spaßigen Namen „InTeam“ gegeben. Meine beste Freundin Andrea und ihr Mann Ilja sind unsere alten Hasen, die schon immer Brettspiele spielten und auch zuvor schon in einer anderen Mannschaft bei der DM sowie EM teilnahmen, bis sich diese auflöste und sie in Michael und mir Ersatz suchten. Im ersten Jahr 2011 wurden wir 2. in der regionalen Vorausscheidung und konnten glücklicherweise direkt an der DM teilnehmen, die wir leider als 30. verlassen mussten. Im Jahr 2014 hatten wir überraschend unseren großen Durchbruch und wurden deutscher Vizemeister, wodurch wir für die europe masters qualifiziert waren. Da Andrea bei den europe masters verhindert war, gewannen wir mit Robert (Chemiker) als Ersatzspieler ein neues Teammitglied für die EM. Mit ihm gewannen wir dann sogar den 7. Platz in den europe masters. Ohne zu glauben, dass wir an der Spitze bleiben würden, erkämpften wir 2015 den Titel des deutschen Meisters im Mannschaftsbrettspiel und konnten uns auf den 5. Platz der europe masters steigern. Robert gewann dabei sogar alle vier Spiele der europe masters und wurde damit bester Einzelspieler der Meisterschaft!

 Team

In der Mitte oben ist Stefan Molz, der die Fragen beantwortet. Links ist Ilja, rechts steht Michael und unten ist Andrea zu sehen.

 

 

 

 

4. Wenn Sie sich zu viert auf die Deutsche Meisterschaft in Herne vorbereiten oder auf die „europe masters“ – wie viele Stunden spielen Sie während der Woche? Macht das dann immer Spaß oder hat man auch manchmal gar keine Lust?

Das Training ist wie bei anderen Sportarten sehr zeitintensiv und wird üblicherweise mehrmals die Woche durchgeführt. Im Normalfall trainieren wir anderthalb Monate vor der Meisterschaft und treffen uns während dieser Zeit ca. drei Mal die Woche für je vier bis fünf Stunden. Dabei schaffen wir nie alle vier Spiele, sondern müssen uns meist mit zwei bis drei der Spiele begnügen. Grade am Anfang müssen öfter die Regeln erklärt und nachgeschlagen werden. Oft werden die Originalregeln von der Turnierleitung ca. 3 Wochen vor dem Turnier leicht verändert, um diese turniertauglicher zu machen. Solche Änderungen und natürlich die ewige Suche nach der richtigen Strategie sowie deren Umsetzung fordern eben viel Zeit. Auch, wenn man Spiele gern hat, mag man nicht jedes Spiel. Leider gibt es bei jeder Meisterschaft ein Spiel, das die Mehrheit unseres Teams nicht leiden kann. So werden manche Trainingseinheiten wirklich zur Geduldsprobe, bei der wir uns gegenseitig unterstützen müssen, um nicht einfach genervt aufzugeben. Vor allem in den letzten zwei Wochen vor der Meisterschaft bleibt privat viel liegen, um noch das letzte Bisschen aus den Spielen herauszuholen. Dass wir alle nicht inzwischen Singles verärgerter Spielerfrauen sind, haben wir nur unseren aufopferungsvollen Freundinnen/Frauen zu verdanken, bei denen ich mich hiermit auch noch einmal bedanken möchte.

5. Bei den regionalen Vorausscheidungen gibt es Spiele aus folgenden 4 Kategorien: Strategiespiele, Kartenspiele, Familienspiele und Glücksspiele. Haben Sie eine bevorzugte Kategorie?

Auf jeden Fall! Genau wie beim Essen hat jeder seine Vorliebe. Der eine mag deftige Strategiespiele, bei denen über Stunden das eigene Spiel optimiert werden kann, der andere liebt die leichte Kost, die kurzweiligen Spaß verspricht, ohne dabei zu sehr von den netten Geschichten des Alltags der Mitspieler abzulenken. Ich bin bei den Strategiespielen zuhause, am liebsten Stunden lang mit vielen Entscheidungsmöglichkeiten und variantenreichen Möglichkeiten, das Spiel zu beenden und den Sieg davonzutragen. Übersichtliche Regeln, aber komplexe Spielmechanismen lassen mich richtig aufblühen. Je länger das Spiel aber dauert, desto weniger Glück darf es enthalten. Ein kleines bisschen Glück muss jedoch immer enthalten sein, damit nicht jeder zukünftige Zug kleinlich durchgerechnet werden kann. Strategiespiele sind entsprechend meine erste Wahl. Grundsätzlich können mich auch Karten- und Familienspiele begeistern, aber das hängt sehr stark vom ausgewählten Spiel und dem Strategie- sowie Taktikanteil ab. Glücksspiele sind für mich hingegen immer nette Lückenfüller, die schon mal abends als Absacker auf den Tisch kommen, um die Zeit zum nächsten Bus zu überbrücken. Als Turnierkategorie finde ich diese Spielkategorie allerdings völlig sinnlos, da hier per Definition das eigene Können das Spiel kaum beeinflusst. Simples Pech muss dann umso mehr durch die anderen Spiele wieder ausgeglichen werden.

Wie die Punkteverteilung auf Turnieren aussieht, welche Spiele Stefan Molz gar nicht mag und welche Spiele er dafür umso mehr mag erfahrt Ihr am 11.02.

Fortsetzung folgt ….

Beste Grüße

Nadine Reinhold

Susanne Leuders – Interview mit einer Hildener Autorin

Liebe Leser,

diese Woche habe ich euch ja bereits über die Etenya-Saga von Susanne Leuders berichtet. Heute möchte ich euch die Autorin etwas genauer Vorstellen und sie auch selbst zu Wort kommen lassen.

Frau Leuders wohnt seit 2002 in Hilden und ist hier Grundschullehrerin. Berufsbedingt hat sie mit ihrer Familie zwei Jahre lang in Belgien gelebt und dort die Zeit gefunden, sich ihren Traum vom eigenem Roman zu erfüllen.

Plakat_Susanne Leuders (Mobile)

Was fasziniert Sie am Schreiben?

Leuders: Die Unendlichkeit des Machbaren und die Gegensätzlichkeit zum realen Leben. Wenn ich eine Figur, eine Welt oder eine Szene entwickle, habe ich alle Möglichkeiten, diese zu gestalten und auszustaffieren. Ich habe alles in der Hand und kann in jede nur erdenkliche Richtung gehen. In meinem beruflichen Leben habe ich eine extrem hohe Vorbildfunktion, die mittlerweile so in mir verankert ist, dass ich selbst wochentags um Mitternacht niemals über eine rote Fußgängerampel gehen würde. Durch meine Protagonisten kann ich Dinge tun, die ich in der Realität niemals wagen würde oder die schlichtweg unmöglich sind. Es war sehr faszinierend, sich zu überlegen, wie es wäre, in einem Tierkörper zu stecken, an den Krallen eines gigantischen Adlers durch die Lüfte zu fliegen oder aber sich vorzustellen, mit etwas Unfassbarem, etwas, dass die eigene Weltauffassung aus allen Angeln hebt, in seinem Leben konfrontiert zu werden. Als Autorin kann ich in meinem Kopf einfach alles machen, was ich will. Selbst wenn es ausufert, ist es nicht schlimm. Dann wird es gelöscht.

Darüber hinaus macht es mir wahnsinnig Spaß, mich mit schriftlicher Sprache zu beschäftigen, dieselben Gefühle oder alltägliche Dinge immer wieder anders ausdrücken oder beschreiben zu können, Synonyme zu finden, stilistische Rahmenbedingungen zu setzten und sie dann auch durchzuhalten.

Haben Sie besondere Inspirationsquellen?

Leuders: Das Leben an sich und die Faszination, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ständig nachvollziehen zu wollen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Ich war schon immer eher der Beobachter als der Akteur, nehme kleinste Reaktionen bei meinem Gegenüber wahr und frage mich dann: Warum tut er das jetzt? Das macht sensibel für den Moment. Die Empathie, die sich dadurch entwickelt hat, macht mich neugierig oder lässt mich irritiert zurück. Egal, ob es eine unbedachte Äußerung in einem Gespräch ist, eine Schlagzeile in den Nachrichten oder aber – wie bei Angels Fall (meinem neuesten Roman) – ein Spruch auf einer Schülerarbeit, die im Kunstunterricht entstanden ist. Wenn ich darauf aufmerksam werde, löst es einen bestimmten Knoten in mir und in meinem Kopf spulen sich Szenen ab, die dazu führen können, dass mein nächster Roman daraus entsteht. Es ist also sehr unberechenbar. Diese Quelle kann ich nicht einfach aufsuchen und um eine neue Idee bitten. Sie sucht eher mich auf und dann heim…

Was hat Sie auf die Idee der Etenya-Saga gebracht?

Leuders: Etwa ein Dreivierteljahr bevor ich zu schreiben begann, holte ich Harry Potter und der Stein der Weisen hervor und las ihn zusammen mit meiner damals neunjährigen Tochter. Ein halbes Jahr später waren alle sieben Bände vorgelesen und ich wirklich von Grund auf von der Fantasie und der Sprache in diesem Werk begeistert. Danach fesselte mich die Bis(s)-Reihe, in der ich einerseits die Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward unglaublich mitreißend fand und andererseits – genauso wie bei Harry Potter – diese parallele Welt neben dem normalen Alltagsleben. Das fand ich unglaublich faszinierend. Während ich mich nach Joanne K. Rowlings sprachlichem Feuerwerk niemals an die Arbeit gemacht hätte, dachte ich nach Stefanie Meyers Roman: `So kannst du das auch´

Ich wollte eine einfache Teenieliebesgeschichte schreiben, die dann aber durch die Suche nach Lennos Namen und dem anstehenden Weltuntergang am 21.12.2012 völlig aus dem Ruder lief. Meine Grundidee hörte mit der ersten Begegnung zwischen Olivia und Lenno auf und ich brauchte einen Namen für meinen männlichen Protagonisten, der nicht geläufig, aber auch nicht zu fremdartig war. In einer Liste indianischer Namen wurde ich fündig und konnte mich zwischen zwei Namen nicht entscheiden: Lenno oder Yuma. Die Bedeutungen der Namen und der sprachliche Ursprung waren ebenfalls angegeben, sodass ich einige Zeit damit verbrachte, mich mit dieser Liste zu beschäftigen. Währenddessen entwickelte sich in meinem Kopf erst Tenya Nahele (der wertvolle Wald), dann Dena Enola (die Tocho-Stadt) und schließlich ganz Etenya mit ihrer gesamten Bevölkerung. Für die einzelnen Völker habe ich entsprechende Krafttiere der indianischen Mythologie ausgewählt und habe ihnen jeweils eine andere indianische Sprache zugeordnet. Zum Beispiel haben die Tochos hauptsächlich Hopi-Namen, die Honon Miwok-Namen, die Paco Namen der Algonquin und die Tala die der Cheyenne. Onida Kanti ist eine Mischung, weil sie universell ist. Das heißt aber nicht, dass ich irgendeine indianische Sprache beherrsche. Ich habe die Namen einfach so zusammengesetzt, wie es für die Geschichte passte. Zum Beispiel bedeutet Dena Tal und Enola einsam, woraus ich die Tocho-Stadt Dena Enola (einsames Tal) gemacht habe, in dem die Tochos (Berglöwen) leben und unter der erniedrigenden Herrschaft Nukpanas (Teufel) darauf warten, dass die Onida (die Eine, wonach gesucht wurde) Kanti (singt) kommt, die von der alten Weisen Pamuya (Wassermond) Meda (Prophetin) in einer sternlosen Nacht vorhergesagt wurde. Nachdem ich damit begonnen hatte, die Namen derart zusammenzusetzen, wuchs Etenya (Etenia = reich) zu dem heran, was es letztendlich heute ist. Die indianischen Wurzeln haben schließlich das grundsätzliche Setting vorgegeben.

Im richtigen Leben sind Sie Grundschullehrerin. Wie bringen Sie diese Arbeit mit dem Schreiben in Einklang?

Leuders: Grundsätzlich versuche ich, diese beiden Seiten strikt voneinander zu trennen. Jetzt geht mein vierter Roman in den Druck und da bleibt man trotz Kleinverlag nicht ungesehen. Gerade letzterer ist natürlich daran interessiert, dass ich als Autorin und meine Werke bekannt werden. Daher kam auch dieser Zeitungsartikel in der RP zustande, den ich von mir aus niemals angestoßen hätte, um nicht aufzufallen. Nun ist es so und ich suche Wege, alles unter einen Hut zu bekommen.

An allererster Stelle steht natürlich alles Dienstliche. Aber genauso wie alle anderen Menschen, habe ich ein Privatleben, in dem ich dann neben vielem anderen ebenfalls Autorin bin. Wenn andere Menschen fernsehen, schreibe ich mir meine Filme sozusagen selbst. Messen und Schreibworkshops finden grundsätzlich an Wochenenden statt und sind meistens mit kleinen Reisen verbunden, sodass sie ein wenig etwas von einem Kurzurlaub haben. Andere fahren eben zur Ostsee oder Wandern, ich in die Welt der Bücher und Schriftstellerei. Man trifft – losgelöst von seinem Alltag –  viele nette und sehr interessante Menschen und das beflügelt unglaublich. Meine Verlegerin wusste von Anfang an, dass ich hauptberuflich sehr eingebunden bin und ich mich zu bestimmten Zeiten mehr (z.B. in den Ferien) und zu anderen eher weniger (z.B. in Zeugnisschreibphasen, Elternsprechtage, Klassenfahrten) einbringen kann. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich schriftstellerisch wichtige Termine wegen dienstlicher Pflichten absagen musste. Aber das ist dann einfach so. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen.

Lediglich in den Situationen, in denen meine Protagonisten wirklich schlimme Schimpfwörter benutzen wollen, gerate ich in ein heftiges Dilemma. Aber genauso wie ich den schulischen Dingen eine höhere Priorität einräume, muss ich der Schriftstellerei dann auch einfach mal gerecht werden. Schließlich schreibe ich Romane, die dem Lesealter meiner eigenen Schüler in keinster Weise entsprechen. Allein dadurch ist bereits eine natürliche Grenze zwischen Schule und Schreiberei gesetzt, die ich keinesfalls aufzugeben beabsichtige.

Was ist Ihr aktuelles Projekt?

Leuders: Wir haben gerade mein Debüt im Bereich Jugendthriller abgeschlossen. Der Roman Angels Fall erscheint in einigen Wochen im Verlagshaus el Gato und feiert am letzten Novemberwochenende sozusagen seine Premiere im Rahmen der BuchBerlin 2015.

Neue Ideen habe ich viele und ich denke, sie werden sich alle in Richtung Thriller oder Fantasy für Jugendliche und junge Erwachsene bewegen. Mir schwebt da eine dystopische Mysterygeschichte mit einem Romantacy-Anteil und einem Touch Psychothriller vor, die möglicherweise hier in Hilden verortet ist – sprich: ich habe keine Ahnung

Es könnte eine Fortsetzung von Angels Fall werden oder aber eine Parallelgeschichte zur Etenya Saga, sowie etwas ganz Neues. Ich habe mich innerlich noch gar nicht festgelegt. Nur eines ist sicher: Ich werde schreiben, denn ohne geht es gar nicht mehr.

 

Und sie wird Lesen, am 20.11.2015 um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei. Der Eintritt ist frei.
Liebe Grüße

Stefanie Krüger und Susanne Leuders

 

 

Jordis Lank

Liebe Leser,

wie Ihr wisst, hat Hilden einiges zu bieten, zum Beispiel eine Menge interessanter Personen. Eine davon möchte ich Euch heute vorstellen: Jordis Lank

Die Hildener Autorin Jordis Lank hat vor einigen Monaten, im März diesen Jahres, ihren ersten Roman veröffentlicht.

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

„Rauklands Sohn“ ist der Beginn einer Trilogie über den jungen Krieger Ronan, Sohn des Herrschers von Raukland. Um seinen Anspruch auf den Thron zu sichern, muss Ronan die Insel Lannoch erobern. Da er allein mit Waffengewalt jedoch nicht weiterkommt, muss er die Aufgabe bewältigen, die der Herrscher Lannochs ihm stellt. Doch dies kann nur gelingen, wenn Ronan lernt, wie man Freundschaften schließt.

Titel+Rauklands+Sohn

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Ich habe Jordis Lank per E-Mail einige Fragen gestellt, die sie freundlicherweise beantwortet hat.

1. Wie würden Sie Ihre Beziehung zur Stadt Hilden charakterisieren? Leben Sie hier und seit wann? Wie gefällt es Ihnen? 

Ich lebe seit 40 Jahren im Hildener Osten. Mir gefällt die Nähe zu den Naturschutzgebieten Ohligser Heide und dem Hildener Wald. Auch die um die Reformationskirche liegenden alten Fachwerkhäuser mag ich sehr und ich liebe es bei Fienchens (dem Friesencafé) zu frühstücken. Am Helmholtz-Gymnasium habe ich Abi gemacht, aus dieser Zeit habe ich noch zahlreiche Hildener Freunde. Ich denke, ich werde noch ziemlich lange in der Itterstadt wohnen, es sei denn, es zieht mich doch noch nach Island, aber davon in der nächsten Frage.

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2. Was hat Sie zu Ihrem Roman „Rauklands Sohn“ inspiriert? Woher kommen Ihre Ideen?

Woher meine Ideen kommen – das ist eine gute Frage. Manchmal genügt ein Wort, ein Geruch, ein Klang und etwas wird in mir ausgelöst. Dialoge und Szenen fallen dann ganz von selbst vom Himmel. Ich glaube, mein Unterbewusstsein ist pausenlos mit Geschichten beschäftigt und meldet sich in solchen Situationen zu Wort. Das ist ein tolles Gefühl und erfüllt mich immer wieder mit Staunen. Ich erinnere mich auch nicht daran, bei „Rauklands Sohn“ z.B. aktiv entschieden zu haben, dass es ein Fantasy-Roman sein soll. Es war einfach so, dass die Geschichte in einer fiktiven mittelalterlichen Welt spielte. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese längst vergangene Zeit zu erforschen, in der eine andere Art von Mut notwendig war als in unserer vertrauten Welt, und in der Abenteuer erlebt werden konnten, die heutzutage kaum mehr möglich sind.

Was mich definitiv inspiriert hat, sind meine Reisen nach Island. Wer bereits einmal dort oben gewesen ist, der wird die raue Schönheit des hohen Nordens auch in „Rauklands Sohn“ wiederfinden. Ich liebe die dramatischen, lichtdurchfluteten Landschaften Islands, die Einsamkeit dort und die Stille. Im Sommer sind die Tage endlos und im Winter wehen die grünen Vorhänge der Nordlichter über den Nachthimmel. Ob ich einen isländischen Winter mit Schneestürmen und Dunkelheit tatsächlich durchhalten würde, weiß ich nicht, aber ich träume davon ein ganzes Jahr dort oben zu verbringen.

 3. Was bedeutet das Schreiben und Erzählen von Geschichten für Sie?

Einmal einen Roman zu schreiben war schon zu Schulzeiten mein Traum. Mit 12 kam ich von einem Ponyhof und schrieb die ersten zehn Seiten einer Geschichte von einem sprechenden Schimmel mit dem Titel „Lukas, ein Pferd erzählt“. Danach fiel mir dummerweise nichts mehr ein. Geschrieben habe ich in den folgenden Jahre immer, jedoch nie einen Roman. Inzwischen war ich berufstätig und redete mir erfolgreich ein, ich hätte gar keine Zeit, ein Buch zu schreiben. Der konkrete Auslöser für mein erstes Buch war dann ein Seminar meines Arbeitgebers. Die Seminarleiterin wollte uns dazu animieren eine Kurzgeschichte zu schreiben. Eine Stunde hatten wir Zeit, dann sollten wir das Ergebnis den Teilnehmer vorlesen. Eine Stunde? Ich hab nicht geglaubt, dass das möglich ist. Aber es ging tatsächlich – und da habe ich begriffen, dass ich nicht viel Zeit am Stück brauche, sondern auch kleine Zeiträume zum Schreiben nutzen kann. Das Einzige, was ich tun musste, um mir den Traum von einem eigenen Buch zu erfüllen, war das: Anfangen.

Seither hat sich mein Leben sehr verändert. Ich verbringe viel Zeit mit dem Schreiben und der Recherche und durfte viele wunderbare Menschen kennenlernen: Autoren, Verleger und allen voran meine großartigen Experten. Ich bin immer wieder überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, die durch den Satz „Ich recherchiere für einen Roman“ ausgelöst wird. Museen und Institutionen öffnen bereitwillig ihre Türen, und ich durfte mit dem Langschwert fechten sowie mit einem historischen Langbogen durch den Bregenzer Wald laufen und Pfeile in Baumstämme schießen (oder ins Unterholz daneben ;)).

Das Schreiben ist ein viel intensiveres Erlebnis als das Lesen. Manchmal, wenn alles passt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch – ein großartiges Gefühl, das süchtig macht. Ich könnte niemals damit aufhören.

4. Womit verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht schreiben?

Ich arbeite im wissenschaftlich-technischen Bereich in der Softwareentwicklung. Hobbys habe ich jede Menge: Ich jongliere seit zwei Jahrzehnten, suche verborgene Schätze per GPS, spiele mich mit Freunden durch meinen Brettspielestapel, habe einen großen Garten und natürlich lese ich für mein Leben gern. Das Schreiben ist aber mein größtes und zeitintensivstes Hobby.

5. Wie gefällt Ihnen die Stadtbücherei Hilden?

Meinen ersten Büchereiausweis hatte ich zu Schulzeiten. Da bei uns zu Hause nicht gelesen wurde (abgesehen von mir), war die Bücherei etwas ganz Besonderes. Ich erinnere mich daran, dass wir ehrfürchtig flüsternd um die Regale schlichen, und große Angst davor hatten, einmal zu vergessen ein Buch rechtzeitig zurückzugeben 😉 Inzwischen ist die Bücherei mehr als nur ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann: Es gibt Internetzugang, elektronische Bücher, literarische Veranstaltungen und sogar einen GeoCache! Toll finde ich, dass das Team der Stadtbücherei via Facebook und Blog so aktiv ist. Am spannendsten finde ich dabei die Artikel, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren: Bilder der Bürotassen der Mitarbeiter zu posten ist schon eine ziemlich ausgefallene Idee 🙂

Herzlichen Dank an Jordis Lank für die Idee zu diesem Beitrag und die freundliche Mitarbeit!

Weitere Infos über „Rauklands Sohn“ und die Nachfolgebände erhaltet Ihr auf der Homepage von Jordis Lank. Dort findet Ihr auch eine Leseprobe des ersten Teils. Wenn Ihr neugierig seid, leiht Euch das Buch doch bei uns aus!
Mehr Informationen über Jordis Lank gibt es außerdem bei Facebook, Twitter und Google +.

Beste Grüße,

Nathalie Funda

Mobbing und die Folgen. Ein Beitrag unserer Praktikatin Michelle

Lieber Leser,

seit über zwei Wochen macht Michelle aus der 8. Klasse der Paul-Maar-Schule Hilden ein Praktikum bei uns. Michelle postet gerne bei Facebook und kannte auch schon unseren Blog. Sie wollte gerne einen eigenen Blogbeitrag schreiben und diesen Wunsch erfüllen wir doch gerne 🙂 Das Thema ist Mobbing. Auch, wenn es an Michelles Schule nicht so schlimm ist – Mobbing ist schon ein Thema. Hier also Michelles Überlegungen dazu:

Manche sagen: „Wie siehst du denn aus?“
Andere sagen: „Hau ab, wir wollen dich nicht hier haben!“
Und man selbst fragt sich: „Habe ich vielleicht zu viele Pickel im Gesicht, ist meine Kleidung schmutzig oder wieso werde ich nicht von meiner Schulklasse akzeptiert, so wie ich bin?“.
Wenn man gemobbt wird, dann wollen die Klassenkameraden einen erniedrigen, fertigmachen oder bloßstellen und dass vor allen in der Klasse oder der ganzen Schule.

Lehrer können meistens nicht viel mehr machen als Strafen zu verteilen. Aber auch schlimme Strafen halten manche Schüler nicht davon ab, andere zu mobben. Es ist leider so, dass viele trotzdem weiter mobben. Dass sie bestraft werden, ist ihnen egal.
Schüler, die gemobbt werden, kommen sehr ungerne zur Schule. Sie arbeiten nicht richtig im Unterricht mit und gehen in der Pause in eine Ecke, in der keine anderen Schüler sind. Meistens essen sie still ihr Pausenbrot, hören Musik oder lesen ein Buch.
Nach Unterrichtsschluss halten gemobbte Schüler viel Abstand zu ihren Klassenkameraden. Sie wollen ihren Peinigern meistens aus dem Weg gehen.  Ein Tipp ist, in Situationen, in denen  die Mitschüler handgreiflich werden, am besten jemanden aufsuchen, der einem hilft. Dazu zur Schule zurückgehen oder einen Ort aufsuchen, der eine „Notinsel“ ist, zum Beispiel die Stadtbücherei Hilden.

Wenn Ihr gemobbt werden, dann holt Euch Hilfe! Geht zu Eurem Lehrer, zur Schulleitung und sprecht mit Euren Eltern darüber.

Viele Grüße von Michele