Archiv der Kategorie: 100 Jahre Stadtbücherei Hilden

100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 12

Spenden: Ein Auszug

1913

Im Jahre 1913 wurden auf Anregung von vier kleineren, in Hilden ansässigen Industriewerken hin Geld für die Bücherei gestiftet. Max Beier erinnert zum 50-Jährigen an diese Spende:
„Um die bescheidenen Mittel, die die Stadt zum weiteren Ausbau der Bücherei bereitstellen konnte,  etwas zu erhöhen, wandte man sich im Jahre 1913 an eine Reihe von Hildener Firmen mit der Bitte um einen Zuschuss. Von 13 Firmen fanden sich nur vier zu einer Spende bereit. Der höchste Betrag, der gespendet wurde, war 30 Mark, und das Gesamtergebnis dieser Aktion war mit 90 Mark wohl auch für die damalige Zeit recht mager.”
Die größte Firma habe höchst verbindlich folgendermaßen geantwortet:

Bürgermeister Heitland

Bürgermeister Heitland

„Herr Bürgermeister Heitland, Wohlgeboren, Hilden, Rhld.
Uns zum Empfange Ihrer geehrten Zuschrift vom 20. ds. Mts. bekennend, erlauben wir uns, Ihnen höfl. zu erwidern, daß für uns keine Veranlassung vorliegt, für die Vermehrung der dortigen Stadtbücherei Beiträge zu leisten, weshalb wir davon Abstand nehmen. Hochachtungsvoll gez. Unterschrift.”

1948

„Das einschneidendste Ereignis in der Geschichte der Stadtbücherei war zweifellos die Schaffung der „Werkbücherei Kampf und Spindler”. (Max Beier)
Wenige Jahre nach dem Krieg, kurz vor der Währungsreform ist die Situation schwierig: Viele Menschen liehen sich Bücher aus. Sie waren Trost- und Freudenspender. Die Folge: Viele Bücher waren zerlesen. Zwar gab es im Zuge der Währungsreform wieder Bücher, aber immer noch kein Geld. Da spendete die Hildener Seidenweberei Kampf und Spindler der Bücherei 10.000 Mark. In Zeiten, als die öffentlichen Gelder nur in kleinsten Raten und auf besonderen Antrag freigegeben wurden, stand das Geld für Buchanschaffungen zur Verfügung. Dadurch wurde es möglich, Ersatz für die zerlesenen Bände der schönen Literatur einzustellen und gleichzeitig die einfache Literatur, das „tägliche Brot der Ausleihe” stärker zu staffeln. Auch wurden die wichtigsten Neuerscheinungen angeschafft. Im Gegenzug durften Angehörige der Spindler-Werke zehn Jahre kostenlos die Bücherei nutzen.

1957/1958

Meta Spindler

Meta Spindler

Wie im Geschäftsbericht der Bücherei aus dem Jahr 1957/1958 zu entnehmen ist, wurden der Stadtbücherei aus dem Nachlass von Meta Spindler 400 wertvolle Bücher geschenkt, die zum größten Teil in den Bestand der Hauptstelle und teilweise in den Bestand der Zweigstelle Süd eingearbeitet werden konnten.

1965

„Infolge einer Umstellung auf dem Sozialsektor hat die Kronprinz AG ihre Werksbüchereien in den Werken Ohligs und Hilden aufgelöst. Um die wertvollen Buchbände auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat man die Bücher des Ohligser Werkes der Stadtbücherei Hilden geschenkt. In Hilden handelt es sich dabei um 1800 gute und gern gelesene Bücher, die in den nächsten Wochen in die Bestände der Hauptstelle und der Zweigstelle Süd eingearbeitet werden sollen. Angesichts der starken Kürzung der städtischen Mittel für die Buchbeschaffung ist diese Stiftung eine spürbare Hilfe für die Arbeit unserer Stadtbücherei. Dem Werk gebührt der aufrichtige Dank der Bürgerschaft!”
(Hildener Zeitung vom 30. Dezember 1965)

2012

Heutzutage werden viele Projekte der Stadtbücherei durch Landeszuschüsse ermöglicht. Auch der 2011 neu gestaltete Jugendbereich, die Ersteinrichtung des Hauses, usw. wurden mit diesen Bibliotheksfördermitteln  ermöglicht. Vor Ort unterstützen der Lions Club  interkulturelle Projekte sowie die Rotarier ganz aktuell ein Projekt für Kleinkinder.

Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

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„Ob mit oder ohne Geld…“

Liebe Leser,

zum Abschluss der Projektwoche „Geld“ haben wir uns für Euch was Besonderes einfallen lassen.
Am Samstag, 13.07.13 wird es ein buntes Programm für die ganze Familie geben.

Es erwartet Euch:

„Magie mit Geld und Geldscheinen“
Der Zauberkünstler Mel Pièrre wird mit Geld zaubern.
Die Vorstellungen sind um 13 Uhr und 14 Uhr.
Hier könnt Ihr mehr über den Magier erfahren:  www.melpierre.com

„Märchen von Reichtum und Glück“
Ansgar Halfkann wird Euch mit drei Märchen überraschen.
Sie werden jeweils um 13:30 Uhr und 14:30 Uhr erzählt.
Weitere Information zu Ansgar Halfkann könnt Ihr hier nachlesen: www.dulcimerseite.de/spielmann

Foto Projektwoche Geld

„Münzen schätzen“
Seid Ihr interessiert, welchen Wert Eure alten Münzen und Geldscheine haben?
Herr Manfred Wiesenborn vom „Verein der Münzfreunde Hilden e.V.“ bietet Euch an diese zu schätzen.
Er steht von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr zur Verfügung.
Den Verein findet Ihr im Web unter: www.muenzfreunde-hilden.de

„Tauschen“ statt „Kaufen“
Wir möchten auf unterhaltsame Weise ausprobieren, ob es heutzutage noch
möglich ist, ohne Geld Geschäfte zu machen.
Wir organisieren eine Tauschbörse, die die Möglichkeit bietet, mit anderen
Gegenstände zu tauschen.

Es gelten folgende Regeln:
►Kauf gegen Geld ist ausgeschlossen
►jeder Teilnehmer kann bis zu drei Teile anbieten (ausgenommen: Lebendiges)
►der Tausch kommt zustande, wenn beide Seiten einverstanden sind
Wer möchte, kann sein Angebot bereits vorab per Mail (stadtbuecherei@
hilden.de), telefonisch (02103/72-302) oder auch persönlich vorstellen.
Dieses wird bis zur Tauschbörse in den Blog (http://leseoase.wordpress.
com/2013/05/21/tauschen-statt-kaufen/) eingestellt.
Getauscht wird zwischen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr.

Mit dabei sein wird auch „Hilden im Wandel“ (www.hilden-im-wandel.de).

Die Veranstaltung ist eingebunden in die Projektwoche Geld im Rahmen des 100-jährigen Büchereijubiläums.

Wir freuen uns auf Euch und wünschen Euch viel Spaß.
Beste Grüße
B.Halfkann und I.Bollwerk

Auskommen mit dem Einkommen?

Liebe Leser,

und noch eine weitere interessante Veranstaltung im Rahmen der Projektwoche „Geld“.

Für viele ist es heute nicht nur Wunsch, sondern dringende Notwendigkeit, die eigenen Finanzen kompetent zu managen. Beim Vortrag „Finanzplanung im Haushalt – Gut auskommen mit dem Einkommen“ geht es um Eure persönliche Budget- und Finanzplanung.

Dirk R. Schuchard

Herr Dirk R. Schuchardt, Dipl.-Verwaltungswirt (FH), wird Grundkenntnisse und Tipps für dem Umgang mit dem Haushaltsgeld vermitteln.
Dabei geht es um die Fragen, wie Ihr Euch einen finanziellen Überblick verschaffen könnt, ob es Einsparpotentiale gibt und wie Ihr Verbraucherfallen meiden könnt. Angesprochen wird auch, wie Ihr Euch richtig absichern könnt.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 11.07.2013 um 19:30 Uhr in der Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz 3.
Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung ist eingebunden in die Projektwoche „Geld“ im Rahmen des 100-jährigen Büchereijubiläums.

Beste Grüße,
Birgit Halfkann

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»Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.« (Plato) – Spielenachmittag in der Stadtbücherei Hilden im Rahmen der Projektwoche Geld

Blogbeitrag Spielenachmittag Projektwoche Geld

Liebe Leser,

habt Ihr mal wieder Lust Gesellschaftspiele zu spielen oder die Wii U bei uns auszuprobieren? Im Rahmen der Projektwoche „Geld“ findet am 12.07.2013 von 16 – 19 Uhr ein Spielenachmittag für kleine und große Spielefans statt. An dem Tag könnt ihr mit anderen gemeinsam bei uns spielen. Natürlich sind es Spiele, in denen es um „Geld“ geht.  Vielleicht lernt Ihr dabei auch neue Leute kennen oder Eure Mitmenschen besser kennen ;). Als Gewinner erhaltet Ihr sogar eine kleine Überraschung. Nun fragt Ihr Euch sicher, welche Spiele an diesem Nachmittag gespielt werden. Der bekannte Klassiker „Monopoly“ darf  bei diesem Spielenachmittag  natürlich nicht fehlen. Dieses Spiel kann an diesem Tag gleich in drei verschiedenen Varianten bei uns gespielt werden: Monopoly, Monopoly Junior und Monopoly für die Wii U. Wem das Spiel nicht bekannt ist, für den gibt es hier nochmal eine kurze Erklärung dazu:

Monopoly

Monopoly wird mit zwei bis acht Spielern gespielt. Jeder Spieler erhält ein festgelegtes Startkapital (in der Regel 1500 € in der gängigen deutschen Grundversion) und besitzt eine Spielfigur, die sich zyklisch im Uhrzeigersinn auf dem Spielbrett wie in einer Stadt bewegt. Dann wird mit Spielgeld investiert oder gehandelt. Es gibt kein negatives Vermögen. Die Spieler kommen im Uhrzeigersinn an die Reihe und versuchen möglichst viele Straßen und Häuser zu bekommen. Die Ereigniskarten können neben dem Würfeln als Zufallselement angenehme und unangenehme Überraschungen (z.B. einen Geldbetrag muss aufgrund von Raserei bezahlt werden) bieten. Eine Karte ist zu ziehen, wenn man auf ein Ereigniskartenfeld gelangt.
Das Ziel des Spieles ist es, als Einzelner am (evtl. zeitlich vorab festgesetzten) Ende das größte Vermögen zu besitzen, indem man möglichst viel Miete kassieren kann und die anderen Mitspieler somit in die Insolvenz treibt.

Außerdem könnt Ihr an diesem Nachmittag auch noch folgende Spiele bei uns spielen:

Zaster

Lottokönig oder Pleitegeier? Bei der aufregenden Reise durch den Monat stösst man jeden Tag auf neue Ereignisse, die einem das Geld durch die Finger rinnen lassen oder einen unverhofften Geldsegen bescheren. Wer am Monatsende den meisten Zaster hat gewinnt.

Spiel des Lebens

Die Faszination, den Lebenslauf spielerisch zu gestalten und auf verschiedenen Stationen möglichst viel Geld zu verdienen, sind die zentralen Elemente von diesem Spiel. Da wird der Sohnemann plötzlich zum Vater von Zwillingen oder Mutter heiratet endlich in weiß. Das Glücksrad gibt mit den Zahlen 1 – 10 die Bewegungspunkte auf der Straße des Lebens vor. Der Ausgangspunkt ist für alle Spieler gleich. Sie müssen sich entscheiden, welche Karriere sie starten möchten und stehen vor der Frage: Studieren oder gleich ins Berufsleben einsteigen? Weggabelungen auf dem bunten Spielbrett mit Bergen und Gebäuden, stellen die Spieler immer wieder vor neue Entscheidungen wo die Reise hinführt und ermöglichen gleichzeitig, das einmal begonnene Leben anders zu gestalten. Auf der aufregenden Reise durch das Leben erwarten die Spieler vier verschiedenfarbige Aktionsfelder, die über den Spielverlauf entscheiden. Je nach Farbe muss der Spieler die Anweisungen des Feldes befolgen oder kann frei wählen, ob er den „Ratschlag“ annimmt. Wer am Endes des Spiels am meisten Geld hat ist der Gewinner.

Wenn Ihr Euch nun entschieden habt beim Spielenachmittag mitzumachen, dann

– greift  zum Telefonhörer und wählt (02103/72-302)
– schreibt eine eMail (stadtbuecherei@hilden.de) oder
– kommt zu uns,

um Euch anzumelden.

Beste Grüße

I.Bollwerk

100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 11

Dies und das

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Geheimer „Giftschrank”

Ein kleiner Skandal kam im Jahr 1929 ans Licht: Sechs Jahre zuvor hatte eine ehemalige Klavierlehrerin angefangen, in der Stadtbücherei zu arbeiten. Sie kümmerte sich um die Ausleihe. Lange Zeit bekam niemand mit, dass die Dame einen „Giftschrank” einrichtete.
Dort ließ sie Bücher verschwinden, über die ihr als vertrauenswürdig erscheinende Leser berichteten, dass sie „gemein” sind. Oder dass sie von Unzucht handeln. Oder gar gotteslästerlich sind. 110 Bücher ließ die Büchereiangestellte innerhalb von sechs Jahren verschwinden, darunter beispielsweise „Tristan” von Thomas Mann oder Novellen von Cervantes.
Ans Licht kam der „Giftschrank”, als ein Referendar einen Brief an Bürgermeister Dr. Lerch schrieb. Darin beschwerte er sich, dass er seit zwei Jahren vergeblich darauf warte, „Madame Bovary” von Flaubert auszuleihen. Immer wieder sei ihm gesagt worden, das Buch sei ausgeliehen. Dann aber beobachtete er, dass die Vertreterin der Bibliothekarin den Roman einem anderen Mann auslieh. Die Bibliothekarin musste viele Vernehmungen über sich ergehen lassen. Sie gab zu, dass sie das Buch selber nicht gelesen, sie aber gehört habe, dass es für junge Menschen ungeeignet sei. Die Folge: Die Bücher aus dem Giftschrank, darunter viele wertvolle Kunstbände, gerieten wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Die Frau wurde versetzt und schied dann aus dem Dienst aus.

Hildens guter Ruf

Die Staatliche Büchereikommission besichtigte am 31. August 1951 die Hildener Stadtbücherei. Direktor Mewissen, Leiter der Kommission zur Untersuchung des gegenwärtigen Standes des Büchereiwesens, sagte, dass Hilden einen guten Klang im Büchereiwesen habe und man die Stadt deshalb besuche. Auch ließ er wissen, dass die Bücherei damit rechnen könne, finanzielle Unterstützung vom Land zu bekommen.
(1951: Düsseldorfer Nachrichten, 1. September 1951: „Hildens guter Ruf im Büchereiwesen”)

„Hierzulande – heutzutage” in Hilden

Besuch vom Fernsehen bekam die Stadtbücherei Hilden am 4. Juni 1968. Mitarbeiter des Westdeutschen Fernsehens drehten einen Film über das westdeutsche Büchereiwesen für die Sendung „Hierzulande – heutzutage”. Da auch der Betrieb einer Mittelstadt gezeigt werden sollte, besuchten die Fernsehleute neben Köln, Düsseldorf und Duisburg auch Hilden.
„Der Fernsehbesuch ist darauf zurückzuführen, dass unsere Bücherei unter den annähernd sechzig vergleichbaren Mittelstädten Nordrhein-Westfalens als in Einrichtung, Führung, Besuch und Leistung namentlich auch als Bildungsbücherei immer wieder als Muster bezeichnet wird”, heißt es in den Düsseldorfer Nachrichten vom 6. Juni 1968. Gesendet wurde der Beitrag am 11. Juni um 19.15 Uhr.

Gegen Gebühr

Mit rosa Styropor-Schweinchen demonstrierten am 3. Januar 1983 die Grünen gegen die vom Rat beschlossene Jahresnutzungsgebühr in Höhe von 5 bzw. 10 Mark. Der Ratsbeschluss hatte noch weitere Folgen, wie die Rheinische Post am 8. Januar 1983 berichtete: Einbrecher statteten der Bücherei einen Besuch ab und erbeuteten eine Summe zwischen 2000 und 3000 Mark.
„Das Vorgehen der bisher unbekannten Täter lässt auf eine durchdachte Aktion schließen, die auf die seit Anfang des Monats erhobenen Gebühren abzielte”, heißt es. Weder die Demonstration, noch der Einbruch, noch andere Einwände, z.B. der der Schülervertretungen, die einen Brief an den Rat schrieben, hatten „Erfolg”. Die Gebühr blieb, was einen Rückgang an Lesern zur Folge hatte.

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Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

Bastelworkshop „Geldgeschenke“ im Rahmen der Projektwoche Geld

Liebe Leser,

als wir überlegten, was im Rahmen der Projektwoche „Geld“ (9. bis 13. Juli 2013)  für Aktionen angeboten werden können, war schnell klar, dass das Basteln von Geldgeschenken nicht fehlen sollte. Gesagt, getan und hier stelle ich ihn Euch vor, unseren Bastelworkshop:

Am Mittwoch, 10. Juli, habt Ihr von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr die Möglichkeit, diese beiden Verpackungen für Geldgeschenke herzustellen. Der Workshop wird geleitet von der Hildenerin Dagmar Tiltmann, die bereits seit vielen Jahren begeisterte Bastlerin ist. Sie wird das erforderliche Material mitbringen, zu dem auch verschiedene Papiere zählen. So können die einzelnen Geldgeschenke ganz individuell und nach persönlichen Geschmack für SIE oder IHN gebastelt werden.

Der Eintritt zum Workshop ist frei, die Anzahl der Plätze jedoch limitiert. Deshalb bitten wir Euch um eine verbindliche Anmeldung ab sofort an der Info im zweiten Obergeschoss, per Mail (stadtbuecherei@hilden.de), oder telefonisch unter 02103/72-302.

Auf diesen Termin freue ich mich persönlich ganz besonders, denn ich darf Dagmar Tiltmann als Helferin zur Seite stehen 🙂

Beste Grüße
Claudia Büchel

100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 10

Was wurde wann wie viel gelesen?

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Die 1910er und 1920er

Unterhaltende Literatur ist in den Anfangsjahren der Stadtbücherei gefragt. Belehrende Schriften weniger. Die gebildeten Schichten haben ihre eigenen Lesezirkel.
Erst Heinrich Strangmeier schafft belehrende Bücher und Nachschlagewerke an. 1929 bringt er beispielsweise drei gut gegliederte Kataloge über Kunst und Literatur, Naturwissenschaften und Leibesübungen heraus, die – so Beier in seiner Rede zum 50-jährigen Bestehen der Bücherei – von Kennern als Musterbeispiele literarischen Schaffens bezeichnet werden.
1923: 2.039 Bände, 2486 Ausleihen
1928: 5.474 Bände, 20.836 Ausleihen

Teil 10 - Bestand 1913

 

Die 1930er und 1940er (1933 bis 1942)

Bei den belehrenden Schriften werden die erdkundlichen und geschichtlichen Werke am meisten gelesen, sie bilden im Jahr 1930 mit 309 Bänden mehr als die Hälfte der Ausleihe dieser Schriften. Es folgen Lebensbeschreibungen (67), Werke der Literaturwissenschaft und Kunst (44), der Natur- (28) und Sozialwissenschaften (23). In Abständen folgen die Themen Weltanschauung, Erziehungs- und Bildungswesen, Technik, Haus- und Landwirtschaft.
Das Bild ändert sich, denn „auch die Arbeit der Stadtbücherei litt unter dieser Ungunst der Zeitverhältnisse” heißt es in einem Rückblick auf die Jahre 1933 bis 1942.
Sach- und Fachschriftentum werden weniger ausgeliehen. Für den starken Rückgang werden zwei Gründe genannt – „die starke Inanspruchnahme weiterer Volksschichten durch das politische
Zeitgeschehen und das Verschwinden der Arbeitslosigkeit …”.
Besonders auffällig ist, dass weniger Männer kommen. Mit dem Aufbau der Jugendabteilung steigt die Zahl der Nutzer wieder an.
1933: 7.918 Bände, 19.879 Ausleihen

Teil 10 - 1945 Statistik

 

Die 1950er

Dass „Hildens größter Bücherschrank up to date” ist, findet am 18. Juli 1959 die Rheinische Post: Bücher wie „Der seidene Schuh” von Paul Claudel, der erste Band der Dürrenmattschen Komödie, die in dieser Zeit häufig im Fernsehen und Rundfunk gebracht wird, und der Bericht über die Südpol-Expedition von Fuchs/Hillary werden angeschafft. Unter den Neuerwerbungen in dieser Zeit sind auch die ersten Bände über die Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von Golo Mann, die Autobiographie des von den Polen hingerichteten KZ-Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß, und das Buch „Nürnberger Prozeß” von J. J. Heydecker und J. Leeb sowie Max Borns „Physik im Wandel meiner Zeit”.
1953: 14.803 Bände, 76.503 Ausleihen

Hildener Zeitung vom 1./2. August 1953:
„Mit einem Prozentsatz von 11,7 von Hundert als eingetragene Leser
steht die Stadtbücherei Hilden mit an der Spitze Westdeutschlands.”

Die 1960er

Die deutsche Geschichte interessiert die Hildener in der Mitte der 60er Jahre: Zwei Bände der „Großen Illustrierten Weltgeschichte” sowie weitere Geschichtswerke über die damals „jüngste Vergangenheit”, die deutsche Teilung, werden zum Beispiel angeschafft.
Auch Biographien großer oder auch umstrittener Deutscher wie General Beck, Hindenburg, Ossietzky, Generalfeldmarschall Paulus und Hermann Ehlers können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden. Neu aufgenommen werden Romane und Erzählungen, die das Leben der Menschen in den Ostblockstaaten sowie das Schicksal der Juden erzählen. Im Jahr 1964 ragt hervor: „Mein Name sei Gantenbein” von Max Frisch.
1963: 26.892 Bände, 87.584 Ausleihen

Teil 10 - Büchereiausweis

Die 1970er

Bestsellerautoren wie Mary McCarthy („Ein Sohn der neuen Welt”), Frederick Forsyth („Der Schakal”) aber auch Hans Magnus Enzenberger („Der kurze Sommer der Anarchie”), Günter Grass („Aus dem Tagebuch einer Schnecke”) und Peter Handke („Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms”) halten 1973 Einzug in die Regale der Stadtbücherei Hilden. Fremdsprachige Autoren wie Truman Capote, Chesterton, Orwell finden ebenso wie 20 polnische Autoren im Originaltext ihren Platz.
Politische Bücher wie Ceausescu („Rumänien auf dem Weg des Sozialismus”), Bondi/Bullock („Russland gestern und heute”) oder Maurer („Lateinamerika – Eine politische Länderkunde”) gehören zu den Neuanschaffungen.
Was in der 70ern noch angesagt ist, verrät die Stadtbücherei regelmäßig in der Rheinischen Post. Dort empfiehlt sie in einer Serie Bücher, darunter Max Gerstenberger: „Astronomie des Alltags”, Klaus Mehnert: „Jugend im Zeitbruch. Woher – wohin?”, Ellen Bromfield-Geld: „Paradies auf dem Vulkan”, Kathleen Conlon: „Die jungen Sullivans”.
Tipps hin, Tipps her: Am liebsten gelesen wird 1977 leichte Kost von Eugenie Marlitt und Hedwig Courths-Mahler sowie Sachliteratur.
1973: 41.004 Bücher und Co. , 138.960 Ausleihen

Die 1980er

Jugendliche lieben Anfang der 80er Jahre Enid Blyton, „TKKG” von Stefan Wolf und die „Drei Fragezeichen”. Dass Fernsehen zum Lesen animieren kann, beweist die Nachfrage nach Geschichten der „Augsburger Puppenkiste”. Michael Endes „Jim Knopf”, Max Kruses „Urmel aus dem Eis” oder Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz” werden oft ausgeliehen. Ein Renner ist auch „Pumuckl”. In Hilden nicht mehr angeboten werden, wegen „absoluter Weltfremdheit”, Bücher wie „Pucki”, „Trotzkopf” und „Nesthäkchen”.
1983: 69.254 Bücher und Co., 237.759 Ausleihen

1983 wurden trotz Proteste Bücherei-Gebühren von 10 bzw. 5 Mark eingeführt. In diesem Jahr meldeten sich 833 Leser neu an – und damit 46 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahr. 5.147 Bürger und damit 9,5 Prozent der Hildener Bevölkerung waren Ende 1983 eingetragene Leser der Stadtbücherei. 1982 betrug der Anteil 14,4 Prozent. In den Jahren darauf trat keine „Besserung” ein: 1984 gab es 9,7, 1985 9,4 Prozent eingetragene Leser.

Die 1990er

Hilden liest, was Anfang der 90er Jahre in Deutschland gelesen wird. John Grisham liegt in der Gunst der Leser mit seinen Büchern „Die Akte” und „Die Firma” sehr weit oben. Auch Rosamunde Pilcher ist beliebt. „Die Muschelsucher” und „Wilder Thymian” heißen ihre aktuellen Werke dieser Zeit. „Der Schamane” von Noah Gordon und „Auch wenn ich lache, muss ich weinen” von Johannes Mario Simmel werden oft ausgeliehen. Bei den Sachbüchern greifen die Hildener zu „Nieten in Nadelstreifen” von Günter Ogger, „Sorge dich nicht, lebe!” von Dale Carnegie und „Die Fünf ,Tibeter’” von Peter Kelder.
1993: 80.000 Bücher und Co., 158.725 Ausleihen

2003

„Harry Potter” ist der Held des neuen Jahrtausends. Joanne K. Rowlings Bücher liegen nicht nur in den allgemeinen Bestseller-Listen ganz weit oben, sondern sie werden auch von den Hildener Nutzern der Stadtbücherei verschlungen. 2003 gehört „Harry Potter und der Orden des Phoenix” zu den beliebtesten Büchern. „Der Schatten des Windes” von Carlos Ruiz Zafón und „Vor dem Frost” von Henning Mankell zählen ebenfalls zur Lektüre der Hildener. Bei den Sachbüchern hat es den Bürgern Michael Moore angetan. Sein „Stupid White Men” sowie „Querschüsse” zählen zu den am häufigsten ausgeliehenen Büchern. Auch beliebt „Achtung! Vorurteile” von Peter Ustinov, „Simplify your life” von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar J. Seiwert und „Manieren” von Asfa-Wossen Asserate.
2003: 77.925 Bücher und Co., 344.470 Ausleihen

2011

Eine klare Sache: Hilden liebt Unterhaltung. Renner im Jahr 2011 sind Romane wie „Bevor der Abend kommt” von Joy Fielding, „Die Nürburg-Papiere” von Jaques Berndorf, „Flammenbrut” von Simon Beckett und „Eine unbeliebte Frau” von Nele Neuhaus. Klarer Favorit bei den Sachbüchern ist Jan-Uwe Rogges „Das neue Kinder brauchen Grenzen”. Beliebt ist auch Literatur mit Bewerbungstipps oder „Nähen mit Cath Kidston”.
„Tante Inge haut ab” von Dora Heldt, ein Buch in Großdruckbuchstaben für die älteren Leser, wird häufig ausgeliehen.
Es sind nicht nur Bücher, die fast 100 Jahre nach Eröffnung der Bücherei ausgeliehen werden, sondern vermehrt andere Medien. Die CD-Rom „Harry Potter und der Gefangene von Askaban” oder die DVDs von Stargeiger David Garrett kommen an. In fast allen Sparten ist die bei Jugendlichen beliebte Twilight-Saga („Bis(s) zum…”) Thema. Nicht wegzudenken sind Medien rund um „Star Wars”. 2011 ist aber auch „Lokales” beliebt: Detlef Rechas „Hildens Radtourenheft Nr. 2” wird oft ausgeliehen.
2011: 64.032 Bücher und Co., 330.793 Ausleihen

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Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.