Archiv des Autors: Karin Lachmann

Hygge – was wir von den Dänen lernen können

Liebe Leser,

habt Ihr schon mal von dem Begriff „Hygge“ gehört? Hygge ist Dänisch und gehört zu den Worten, die man einfach nicht 1:1 übersetzen kann. Am ehesten trifft es vielleicht das deutsche Wort „Gemütlichkeit“. Aber Hygge ist so viel mehr als das. Hygge ist eine Lebensart, ein Gefühl, ein Gemütszustand. Die wichtigsten Zutaten sind kuschelige Kissen und Decken, Kerzenlicht, leckeres Essen und Trinken, gemütliches Beisammensein mit vertrauten Menschen.

Meik Wiking hat nun ein ganzes Buch über Hygge geschrieben. Und er muss es wissen, denn er ist nicht nur Däne, sondern auch Leiter des Kopenhagener Instituts für Glücksforschung.

Das Buch beschäftigt sich ausführlich mit dem Phänomen Hygge. Warum sind die Dänen so glücklich und wie lebt man Hygge? Statistik-Fans kommen auf Ihre Kosten, aber  Ihr erhaltet auch viele Anregungen in Form von Rezepten, Wohnideen und Basteltipps.

Die 10 wichtigsten Hygge-Regeln findet Ihr in Wikings „Hygge-Manifest“:

  1. ATMOSPHÄHRE – Dreh das Licht herunter und hol die Kerzen
  2. GEGENWART – Sei im Hier und Jetzt. Und mach das Handy aus.
  3. VERGNÜGEN – Kaffee, Schokolade, Kekse, Kuchen, Süßigkeiten. Her damit!
  4. GLEICHHEIT – WIR ist wichtiger als ICH. Aufgaben und Redezeiten werden gerecht geteilt.
  5. DANKBARKEIT – Das schöne Leben ist jetzt. Genieß es, besser kann es vielleicht gar nicht werden.
  6. HARMONIE – Das hier ist kein Wettkampf. Wir mögen dich ohnehin, du musst nicht mit deinen Leistungen angeben.
  7. BEQUEMLICHKEIT – Mach es dir bequem. Mach eine Pause. Entspannung ist alles.
  8. FRIEDEN – Keine Dramen. Über Politik reden wir ein andermal.
  9. ZUSAMMENSEIN – Bau Beziehungen auf und Erinnerungen. Weißt du noch, als wir…?
  10. SCHUTZ – Wir sind dein Stamm. Dies ist ein Ort des Friedens und der Sicherheit.

Also macht es Euch doch einfach zu Hause gemütlich. Mit Freunden, der Familie oder allein. Mit einem guten Buch, einer Kanne Tee oder einem Glas Wein, mit einem leckeren Essen, schöner Musik und Kerzenschein. Kuschelt Euch in die Kissen und legt eine warme Decke über die Beine. All das ist Hygge. Der schönste Trend 2017…

Meik Wiking versucht in diesem Video den Begriff Hygge zu erklären.

Das Buch haben wir natürlich im Bestand. Ihr findet es in der Reise-Abteilung bei Dänemark.

Beste Grüße

Karin Lachmann

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„Sommerfrische“ oder abschalten mit Ringelnatz

Liebe Leser,

in dieser schönen Sommerzeit fällt das Leben meist leichter als sonst. Egal ob man Urlaub hat oder nicht, das schöne Wetter macht unternehmungslustig und hellt die Stimmung auf. Trübe Gedanken verfliegen, wenn wir uns in der Natur aufhalten und einfach mal abschalten. Frei nach Joachim Ringelnatz, genügt es da bereits sich einfach in eine grüne Wiese zu legen und in den Himmel zu blicken.

Sommerfrische

Deshalb teile ich heute dieses wunderschöne Gedicht mit Euch:

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

das durch den sonnigen Himmel schreitet.

Und schmücke den Hut, der dich begleitet,

mit einem grünen Reis.

 

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser

Weil’s wohltut, weil’s frommt.

Und bist du ein Munharmonikabläser

und hast eine bei dir,

dann spiel, was dir kommt.

 

Und lass deine Melodien lenken

von dem freigegebenen Wolkengezupf.

Vergiss dich. Es soll dein Denken

nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

(Joachim Ringelnatz (1883-1934)

In diesem Sinne wünsche ich allen noch viele schöne Sommertage.

Beste Grüße

Karin Lachmann

Mein liebstes Sommeressen

Liebe Leser,

jetzt im Sommer hat man ja im allgemeinen eher Lust auf ein leichtes, frisches Essen und nicht so sehr auf Deftiges. Ich esse daher im Sommer sehr gerne Salate in allen Variationen und viel frisches Obst. Seit ein paar Jahren ist mein liebstes Sommeressen ein Salat aus Wassermelone, Schafskäse und frischer Pfefferminze.

Das Tolle an diesem Salat, er ist blitzschnell zubereitet und man braucht kein kompliziertes Rezept. Einfach Wassermelone und Schafskäse in mundgerechte Stücke schneiden, frische Pfefferminze, gehakt oder gezupft dazu, vermengen, fertig! Ein Dressing ist nicht nötig. Einfach nur diese drei Zutaten. Diese Kombination klingt im ersten Moment etwas merkwürdig, aber zusammen schmeckt es einfach phantastisch! Der würzig-salzige Geschmack des Schafskäses zusammen mit der fruchtigen Süße der Wassermelone harmoniert vortrefflich. Und die Frische der Pfefferminze gibt noch den letzten Pfiff. Mehr Sommer geht nicht auf dem Teller. Und dieser Salat macht richtig satt. Ich könnte mich im Moment fast ausschließlich davon ernähren.

Als ich diesen Salat zum ersten Mal bei einer Freundin auf dem Teller hatte, war ich sehr skeptisch ob das schmecken kann. Aber nach ein paar Bissen habe ich mich gefragt, warum ich dieses in der Türkei weit verbreitete Essen erst jetzt kennen lernen darf. Seit dem habe ich diesen Salat auch vielen Freunden und meiner Familie serviert. Die Reaktionen sind immer gleich. Anfangs Verwunderung und Skepsis, dann vorsichtiges Probieren und schließlich Begeisterung.

Also nur Mut, einfach mal probieren und begeistert sein.

Mit besten Grüßen

Karin Lachmann

Was ziehe ich nur an?

Liebe Leser,

steht Ihr eigentlich oft vor Eurem Kleiderschrank und wisst nicht, was Ihr anziehen sollt? Ist Euer Kleiderschrank gut sortiert oder chaotisch? Ist er voll oder übersichtlich? Wie viele Teile besitzt Ihr? Und wie viele Kleidungsstücke sind zu viel?

Ich beschäftige mich immer wieder mit diesen Fragen und sortiere regelmäßig aus. Leider kaufe ich aber auch immer wieder gern Dinge, sodass dieser Prozess wohl niemals enden wird. Wenn man im Internet in Onlineshops stöbert, trifft man immer häufiger auf komplette Outfit-Vorschläge, also nicht nur die Hose mit dem passenden Shirt, sondern auch Vorschläge für Taschen, Schuhe und Accessoires. Mich spricht das durchaus an auch wenn ich mir niemals ein komplettes Outfit bestellen würde.

Als Bibliothekarin liebe ich natürlich das Katalogisieren, Dinge Kategorien zuzuordnen und zu sortieren. Was mit Büchern funktioniert, geht auch im Kleiderschrank. Und dafür nutze ich neuerdings eine App. Sie heißt „Stylebook“ und kostet rund 5 Euro.

Mit dieser App kann ich mir nun einen virtuellen Kleiderschrank anlegen. Dazu fotografiert man jedes Teil in seinem Kleiderschrank und bearbeitet das Bild so, dass es wie in einem Katalog aussieht. Alternativ kann man auch Fotos aus Onlineshops einfügen. Nachdem ich beispielsweise eine Bluse fotografiert und das Foto bearbeitet habe, kann ich sie im nächsten Schritt „katalogisieren“. Man kann dafür die vorgegebenen Kategorien (auf Englisch) nutzen oder eigene erstellen.

Bleiben wir beim Beispiel mit der Bluse. Diese gehört in die Kategorie „Tops“ oder „Oberteile“. Diese Kategorie unterteilt sich wieder in Unterkategorien wie „Shirts“ oder „Blouses“. Ist die Bluse richtig zugeordnet kann ich eine Beschreibung einfügen. In eine Art Formular kann man die Kleidergröße, Farbe, Preis, Marke und Material eintragen. Man kann aber auch den Anlass oder die Jahreszeit auswählen und einen freien Text einfügen. Wenn man mag, kann man auch einen Status eintragen, ganz wie in unserem OPAC. Also ob die Bluse im Schrank hängt oder im Wäschekorb liegt. Ob sie repariert werden muss oder im Moment leider nicht passt.  Das macht am Anfang viel Arbeit, aber wenn es einmal vollbracht ist, dann kann man sich gemütlich im Bett alle Blusen anzeigen lassen und in Ruhe überlegen, welche man heute tragen möchte.

Aber die App kann noch mehr. Die bereits katalogisierten Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires können nun zu sogenannten „Looks“ kombiniert werden. Auf dem Bild seht Ihr eine Reihe von Looks, die ich gerne trage. Es gibt auch eine Wunschliste. Dort kann ich Teile hinterlegen, die ich mir gerne kaufen würde. Am Tablet kann ich dann bereits vor dem Kauf ausprobieren, mit welchen Teilen aus meinem Schrank sich die Neuerwerbung kombinieren ließe. Das vermeidet sicher Fehlkäufe.

Diese lassen sich nun einzeln auswählen. Es macht Spaß immer wieder neue Kombinationen zu erfinden. In der Kalenderfunktion kann man, wenn gewünscht, jeden Tag die getragenen Looks oder einzelne Kleidungsstücke eintragen. Zusätzlich kann man eintragen, was man an diesem Tag unternommen hat. Später kann man sich dann anzeigen lassen, was man in den letzten Wochen beispielsweise am Arbeitsplatz oder auf Partys getragen hat.

Auch Statistik-Fans kommen auf ihre Kosten. Auf dem Foto könnt Ihr sehen, welche Farben sich vorwiegend in meinem Kleiderschrank befinden. Ich habe besonders viele blaue und graue Kleidungsstücke. Klicke ich eine Farbe an, sehe ich alle Kleidungsstücke in dieser Farbe.

Außerdem kann ich mir anzeigen lassen, wie oft ich welches Kleidungsstück getragen habe und welches ich noch nie angezogen habe. Das kann beim Aussortieren sehr nützlich sein. Die App berechnet außerdem, was es mich kostet ein Kleidungsstück zu tragen. Wenn ich ein T-Shirt für 20 Euro nur einmal trage, dann hat mich das einmalige Tragen 20 Euro gekostet. Habe ich es bereits 10 mal angezogen, dann sind es nur noch 2 Euro pro Tag.

Was haltet Ihr von dieser App? Nur Spielerei oder ganz praktisch? Für mich ist es beides.

Beste Grüße,

Karin Lachmann

Spargel und Schinken

Liebe Leser,

endlich ist wieder Spargelzeit!

Etwa ab Mitte April beginnt in Deutschland die Spargelernte. Traditionell endet die Zeit spätestens am 24.6., dem Johannitag (Geburt Johannes der Täufer). Dies hat den Hintergrund, dass es nach diesem Datum meist zu warm für die Spargelpflanze wird und sie Kraft benötigt, um im nächsten Jahr wieder qualitativ hochwertigen Spargel zu produzieren. Wird in dieser Zeit nicht weiter geerntet, geht die ganze Kraft der Sonne in die Wurzeln.

Spargel ist Luxus

Spargel galt schon bei den Römern als Luxusgemüse. Dort wurde er hauptsächlich mit Fisch kombiniert. Dass der Spargel nie ein Gemüse für jedermann war sondern immer nur als Beilage und als etwas Besonderes verstanden wurde, lag übrigens nicht am Preis allein. Spargel hat schlichtweg so wenig Kalorien, dass er sich einfach nicht, vor allem in Zeiten der Hungersnot, als Grundnahrungsmittel eignete.

Katenschinken oder gekochter Schinken?

Ich komme aus Norddeutschland und dort isst man traditionell Spargel mit Katenschinken, neuen Kartoffeln und ausgelassener Butter oder Sauce Hollandaise. Der milde, leicht süßliche Schinken wird dabei in dicken Scheiben gereicht. Bis ich in das Rheinland zog, hielt ich diese Art Spargel zu essen für die einzig Richtige. Der Rheinländer aber versteht unter „Spargel mit Schinken“ gekochten Schinken mit dem edlen Gemüse zu verbinden. Gerne wird auch ein Schnitzel zum Spargel serviert. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen und lasse mir den richtigen Schinken extra aus dem Norden schicken.

Es lebe die Konserve

Richtig populär wurde das Gemüse übrigens in den 1920er Jahren in Deutschland. Diese Zeit war nämlich das goldene Zeitalter der Konserve. Auf einmal waren Gemüse das ganze Jahr über haltbar und Spargel in der Dose war besonders beliebt. Nichts geht aber über frischen, heimischen Spargel. Wir sind es heutzutage gewohnt, dass jedes Gemüse oder Obst ganzjährig im Supermarkt verfügbar ist. So haben wir bei vielen Obst und Gemüsesorten ganz vergessen, wann diese eigentlich Saison haben. Das ist schade, denn wenn wir diese Lebensmittel kaufen, wenn sie Saison haben, dann schonen wir die Umwelt und unseren Geldbeutel. Vom besseren Geschmack ganz zu schweigen. Bei Spargel immerhin wissen wir genau wann die richtige Zeit ist.  Wenn die Spargelzeit anbricht, freue ich mich wie ein kleines Kind und gönne mir diesen Genuss mindestens einmal in der Woche bis die Zeit vorbei ist.

Spargel und Schinken

Aber woher kommt die Sitte, Spargel mit Schinken zu essen? Der Grund ist ganz einfach. Früher war es üblich, im Herbst die Tiere zu schlachten. Um das Fleisch haltbar zu machen, pökelte oder räucherte man es und stellte Schinken her. Dieser reift dann idealerweise 6 Monate. Somit ist der Schinken im Frühjahr etwa zur selben Zeit reif, wie der erste Spargel. Und davon abgesehen, ist diese Kombination einfach ein großer Genuss.

Liebt Ihr auch Spargel? Und was kommt bei Euch als Beilage auf den Teller?

Beste Grüße

Karin Lachmann

 

Viele Arten zu Fasten

Liebe Leser,

Wir sind mitten in der Fastenzeit. 40 Tage, von Aschermittwoch bis Ostern soll Verzicht geübt werden.

Mittelalterliche Fastenregeln verbieten den Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Eiern. (Mehr dazu erfahrt Ihr zum Beispiel hier.)

So streng aber handhaben das heutzutage die wenigsten. Viele Menschen verzichten in dieser Zeit auf ihre geliebte Schokolade, bzw. generell auf Süßigkeiten. Andere trinken keinen Alkohol oder Kaffee. Aber es gibt auch viele andere Arten zu Fasten.

Gar nicht so einfach stelle ich mir  ein Fertigprodukte-Fasten vor.  40 Tage lang nur frisch kochen, ganz ohne kleine Helferlein.

Oder ein Müll-Fasten. Dabei kommt es darauf an, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, in dem man keine abgepackten Lebensmittel kauft, Reste gut verwertet, Verpackungsmaterial wieder verwendet etc.

Ihr wollt nicht nur dem eigenem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt einen großen Gefallen tun? Dann könntet Ihr einfach auf den morgendlichen „Coffee to go“ verzichten. Hierzu gab es auch schon einmal einen sehr interessanten Blogbeitrag.

Fasten muss aber nicht immer Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bedeuten. Man kann sich auch für das digitale Fasten entscheiden und für diese Zeit auf den Fernseher, das Internet oder sein Smartphone verzichten. Die Möglichkeiten sind also vielfältig. Entscheidend ist, dass man etwas unterlässt, was man gern und häufig tut.

Eine weitere Idee wäre ein Konsum-Fasten. Also zum Beispiel in dieser Zeit nur wirklich notwendige Dinge wie Lebensmittel kaufen aber keine Kleidung oder Luxusartikel.

Oder wie wäre es mit einem Auto Fasten und stattdessen die Bahn oder das Fahrrad nehmen?

Ein Bücher-Fasten wäre auch denkbar aber das kann ich Euch natürlich aus ethischen Gründen nicht ernsthaft nahelegen.

Habt Ihr schon einmal gefastet? Wie ist es Euch dabei gegangen? Und auf was habt Ihr verzichtet?

Um zu Fasten müsst Ihr nicht bis zum nächsten Jahr warten. Fangt einfach heute noch damit an.

Beste Grüße

Karin Lachmann

„Schauen Sie noch?“

Liebe Leser,

ich liebe Serien. Und das nicht seit gestern. Eigentlich, so lange ich denken kann. Ich mag auch Spielfilme. Keine Frage. Aber eine Serie ist so schön vertraut. Und doch immer wieder neu und überraschend. Zumindest wenn es eine gute Serie ist. Früher musste man als Serien-Fan geduldig sein. Jede Woche eine neue Folge. Und diese immer an einem festen Wochentag, zur festen Uhrzeit. „Dallas“ zum Beispiel.

dallas

Über Jahre hinweg war es klar, was ich Dienstags um 21:45h mache. Fernsehen nämlich. Wie viele andere Menschen auch. Am Mittwoch war die letzte Folge DAS Gesprächsthema. Und wenn es einen dramatischen Cliff-Hanger am Ende der Folge gab, dann konnte eine Woche ganz schön lang werden. Es gab niemanden, der hätte spoilern können. Außer vielleicht man hatte bereits einen Blick in die „Hörzu“ der nächsten Woche geworfen. Mit etwas Glück stand dort ein Satz zum Inhalt in der Beschreibung. Von Staffelfinale und Sommerpause wollen wir gar nicht erst reden.

Ebenfalls ein regelmäßiger Termin wurde für mich der Sonntagabend, 18:40h.

2015; ARD; Das Erste; GFF KG; Grafik&Layout; Logo; Lindenstrasse; Lindenstraße; WDRSeit inzwischen 31 Jahren verfolge ich treu das Leben der Bewohner der Lindenstraße 3 und Umgebung. Schaue Helga Beimer beim Spiegelei braten zu und sehe Kinder erwachsen werden, Erwachsene alt werden und sterben. Kaum eine Folge habe ich seit dem Start 1985 verpasst. Ich könnte sie an einer Hand abzählen. Dabei hatte ich 2 Jahre lang nicht mal einen Fernseher. Aber irgendwie war ich Sonntagsabends immer „zufällig“ bei Lindenstraßen-Sympathisanten zu Gast. Dank Festplatte und Mediathek muss ich mich heute nicht mehr sklavisch an diese Zeit halten und weiß dies sehr zu schätzen. Trotzdem bin ich nach wie vor bemüht, die aktuelle Folge möglichst zeitnah zu sehen.

Viele Jahre später entdeckte ich „Pro7“ als meinen Serien-Sender. Die Mädels von „Sex and the city“ wurden für mich Pflichtprogramm. Und „Greys Anatomy“, „Desperate Housewifes“. Mein Herz ist groß und es ist doch beachtlich, wie viele Charaktere man in sein Herz schließen kann. Mit ihnen hoffen, bangen, lachen und weinen.

Neben den wöchentlichen Serien gibt es natürlich auch die täglichen Soaps. Zum Glück bin ich diesen nie so richtig erlegen. Ok, es gab auch bei mir in den 90er Jahren mal eine „GZSZ“-Phase. Die Sendezeit passte mir aber so gar nicht in den Zeitplan. Dem wollte ich mich nicht unterwerfen. Das wahre Leben ist dann doch wichtiger als der Fernseher. Zum Glück.

Dann kamen die DVDs in mein Leben. Ich sag nur „Breaking Bad“.

breaking-bad

Nach jahrzehntelangem, wohldosiertem  Serienkonsum, legte ich ahnungslos die DVD mit der kompletten 1. Staffel der Serie in den DVD Player ein und war keine Stunde später ein Junkie. Die Serie zog mich so in ihren Bann, dass ich nicht in der Lage war abzuschalten. Ich schaute die 2. Folge, die 3. Folge, die 4. Folge…bis zur totalen Erschöpfung. Ich verbrachte ein ganzes Wochenende regungslos im Bett und schaute die komplette Staffel quasi in einem Rutsch. „Binge-Watching“nennt man das.

Natürlich folgten die anderen Staffeln in ebenfalls recht kurzer Zeit. Eine Serie komplett in einer relativ kurzen Zeit zu konsumieren ist anstrengend, isolierend, etwas krankhaft und dennoch ein wundervolles Erlebnis.Und ich bin mit dieser Art des Konsumverhaltens nicht allein. 10 faszinierende Fakten über „Binge Watching“ findet Ihr zum Beispiel in diesem Artikel.

netflix

Es folgte, was folgen musste: Ein Netflix-Abonnement. Seit dem habe ich so einige wundervolle, süchtig machende Serien für mich entdeckt. Die meisten in längeren Nachtschichten, im Urlaub oder am Wochenende mehr oder weniger am Stück konsumiert. „Better call Saul“, „Dexter“, „House of Cards“, um nur einige zu nennen.

Es ist nicht so, dass ich meine Freizeit ausschließlich mit Serien gucken verbringe. Ganz im Gegenteil. Es vergehen schnell einmal vier Wochen ohne auch nur eine Folge bei Netflix. Aber wenn ich einen guten Tipp für eine Serie erhalte oder eine neue Staffel einer bekannten Serie veröffentlicht wird. Zelebriere ich das gern bewusst an einem Wochenende und igel mich für drei Tage ein und streame Folge um Folge bis Netflix mich fragt: „Schauen Sie noch?“ Das ist für mich Entspannung und lässt mich genauso meinen Alltag vergessen, wie ein Wanderwochenende in der Natur.

Beste Grüße

Karin Lachmann