Archiv des Autors: Nadine Reinhold

Typographie ist Trend!

Liebe Leser,

ich gebe es gerne zu – ich mag Typographie. Schöne Schriften in allen möglichen Formen sprechen mich an. Sei es im Café auf der Kreidetafel, auf Postkarten, Plakaten … mag ich! Deshalb finde ich den neuen „Handlettering“-Trend auch so toll.

Buch „Handlettering“

 

Wir haben auch Medien zum Thema im Bestand, wie zum Beispiel dieses Buch. Das findet Ihr in der zweiten Etage bei „Freizeit & Kreativität / Malen & Zeichnen / Kalligraphie“

Schritt für Schritt kann man verschiedene Letterings erstellen und sich ausprobieren. Macht Spaß!

 

 

 

 

 

 

Der Bürokalender

Jeden Monat freue ich mich, dass ich im Büro das neue Kalenderblatt „freilegen“ darf. Im September begleitet uns dieser Spruch:

Im Juli war es „Die schönsten Abenteuer sind oft das Ergebnis einer miserablen Planung.“ 😉

Auch schön: „Tun ist wie Denken, nur Krasser“ oder „Mein Verhalten ist oft taktisch unklug, aber dafür emotional NOTWENDIG!“

 

 

 

 

 

 

Linoldruck

Und da ich Typographie so mag, wollte ich selbst etwas in der Art herstellen. Und zwar mit Linol. Na, wer kennt es noch aus dem Kunstunterricht in der Schule? Die meisten mochten es nicht. Das Zeug stinkt, es ist anstrengend zu bearbeitet und nicht selten sind Narben von den scharfen Schneidewerkzeugen zurück geblieben. Ich wollte das aber unbedingt noch mal ausbrobieren. Und es macht Spaß. Einsteigersets sind gar nicht so teuer und ich mag auch den Geruch 😉

Ich wollte kein Motiv, sondern unterschiedliche Schriften als Linoldruck herstellen. Und das ist gar nicht so leicht. Die Schrift muss natürlich spiegelverkehrt auf die Linolplatte und so auch geschnitzt werden. Keine Ahnung, wie viele Stunden ich gebraucht habe, aber irgendwann war meine „2. Platte“ fertig. (Die Schmerzen in meinen Armen erwähne ich nun nicht…) Zum Thema Jane Austen. Ein Ausdruck kommt neben den Kalender ins Büro. Muss ich nur noch einrahmen.

Hier meine ersten Druckversuche. Ich habe gemerkt, dass es schon einen Unterschied macht, wenn man hochwertige Linoldruckfarbe nutzt. Auch das Linolpapier macht Sinn. Außer, man möchte farbiges Papier nutzen. Da gibt es ja unzählige Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Versucht es doch auch mal. Ich freue mich über Eure Ergebnisse!

Beste Grüße

Nadine Reinhold

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Boys & Books – Empfehlungen zur Leseförderung von Jungen

Liebe Leser!

Leseförderung ist eines der Kerngeschäfte einer Bibliothek. So auch bei uns. Über 1000 Kinder haben wir bis Ende Juni bereits durch die Bibliothek geführt. Meine Kollegin Melanie Schulz hat das in ihrem Blogbeitrag „Kinder zu Besuch“ beschrieben.

Mir persönlich ist Lesen und Vorlesen auch sehr wichtig. Zum einen bin ich eine richtige Vorlesetante. Wenn ich einmal anfange, höre ich nicht mehr auf. Zum anderen ist Lesen DIE Schlüsselqualifikation und in meinen Augen sollte das Lesen (nicht nur in Bibliotheken) immer gefördert werden. Mein Sohn ist 9 Jahre alt und Lesen gehört nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber er liebt es, wenn ich ihm vorlese und das passt doch sehr gut 😉

Aus diesem Grund bin ich auch Jurymitglied bei „Boys & Books„. Dabei handelt es sich um ein Leseförderungsprojekt, welches sich an erwachsene Literatur-Vermittler richtet. Also an LehrerInnen, Literaturpädagogen, BuchhändlerInnen und natürlich auch an BibliothekarInnen… und alle, die Lesefreude fördern und auf der Suche nach tollen, lesenswerten Büchern, speziell für Jungs ab 8 Jahren, sind.

Die Bücher werden nach bestimmten Kriterien bewertet. Die Bücher, die letztendlich auf der Website vorgestellt werden, sind in erster Linie als Freizeitlektüre gedacht. Und für offene Angebote in Schulen und Freizeiteinrichtungen, als Lesefutter in Bücherkisten aus Bibliotheken … – sie sollen Spaß machen!

Das Leseförderprojekt wurde von Prof. Dr. Christine Garbe in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg 2012 ins Leben gerufen. Prof. Dr. Christine Garbe ist Inhaberin des Lehrstuhls  für Literaturwissenschaft und -didaktik (Schwerpunkt: Lese- und Mediensozialisation von Kindern und Jugendlichen) am Insitut für deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln. Frank Maria Reifenberg hat in den letzten Jahren mehrere hundert Veranstaltungen und Lesungen durchgeführt. Auch in Hildener Schulen hat er bereits aus seinen Büchern gelesen, vermittelt von der Bibliothek natürlich 😉 In seinem Blog geht er auch auf das Thema „Jungs und Lesen“ ein.

 

 

Neuausrichtung

Im Frühjahr wurde Boys & Books konzeptionell neu ausgerichtet. Boys & Books ist nun eine Buchempfehlungsseite. Es gibt insgesamt vier Jury-Teams. Für jede Altersgruppe (8+, 10+, 12+ und 14+) eine. Ich bin in der Gruppe 8+. Das passt gut, denn so kann ich die Bücher meinem Sohn vorlesen. Er passt perfekt in die Zielgruppe und kommuniziert sehr deutlich, welche Bücher er mag und welche nicht. Zwei Mal im Jahr treffen sich die vier Jury-Teams in Köln zu einer Wochenend-Sitzung. Mit Hilfe der vorher ausgefüllten Bewertungsbögen (mit Punkten) und Vorstellungen der Bücher werden die fünf Top-Titel für jede Altersgruppe festgelegt.

Das erste Treffen hat im April stattgefunden. Es war sehr interessant und hat großen Spaß gemacht. Und es war so, wie die Fotos vermuten lassen. Es ging um Bücher und Bücher und Bücher 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

Die fünf Top-Titel aus jedem Juryteam findet Ihr hier.

Ich habe natürlich nicht alle Bücher gelesen, aber eines möchte ich Euch gerne besonders ans Herz legen: „Das wilde Uff sucht ein Zuhause“ von Michael Petrowitz. Dieses Buch macht wirklich Freude! Ein großer Lesespaß für Jungs ab 8 Jahren. Und der 2. band ist auch bereits erschienen.

Auch bei „Sherlock & Co“ und „RockeTim“ handelt es sich um coole Ferienlektüre, die auch den lesefaulsten Jungs Spaß machen werden. Versprochen!

Auch wenn Ihr keine „Literaturvermittler“ seid und vielleicht nur nach guten neuen Büchern für Eure Jungs Ausschau haltet – Hier werdet Ihr fündig. Und ausleihen könnt Ihr die Bücher dann in der Stadtbücherei Hilden 😉

Viel Lesevergnügen wünscht

Nadine Reinhold

Für Kurzentschlossene: die „Tour de France“ zu Gast im Neanderland

Liebe Leser,

ich wohne ja nicht im schönen Hilden, sondern in Mettmann. Und seit Wochen gibt es hier (neben der Sperrung der Innenstadt) fast nur noch ein Thema in den Zeitungen, den Mettmann-Facebook-Gruppen und in der Fußgängerzone: die Tour de France.

Heute beginnt die Tour de France 2017 mit einem Einzelzeitfahren über 13 Kilometer durch das Düsseldorfer Stadtgebiet. Die Etappe 2 morgen führt das Fahrerfeld vom Burgplatz in Düsseldorf über eine Bergwertung am Grafenberg, weiter nach Erkrath, durch das Neandertal und dann mitten durch Mettmann. Von dort aus führt die Strecke über Ratingen wieder nach Düsseldorf. Ziel der 2. Etappe über 202 km ist Lüttich.

Das der Grand Départ („Le Grand Départ“ ist die traditionelle Bezeichnung für den Beginn der Landesrundfahrt) durch das schöne Neandertal fährt, haben Erkrath und Mettmann Sven Teutenberg zu verdanken. Christian Prudhomme, der Direktor der Tour, hat die Strecke mit dem ehemaligen Radrennfahrer Teutenberg besprochen: „Er hat mich gefragt, wo man denn noch außerhalb Düsseldorfs herfahren könnte, da hab‘ ich natürlich sofort ans Neandertal und Mettmann gedacht“, erzählt Teutenberg.

Nun gibt es natürlich nicht nur Fans der Tour, sondern auch Anwohner, die genervt sind, dass allein in Mettmann 15.000 Besucher am Sonntag erwartet werden – und das bei dem schon vorherrschenden Verkehrschaos der letzten Wochen und das Straßen gesperrt werden müssen.

Der Streckenverlauf (und die vielen gesperrten Straßen)

Wer sich wirklich mitten ins Getümmel stürzen möchte, der findet hier weitere Infos zu den Straßensperrungen der teilnehmenden Städte. Zum Trost: Die Straßen sind nur von 9.30 Uhr bis 15.00 Uhr gesperrt.

Einen schönen Nebeneffekt hat die Tour aber in jedem Fall: Mettmann erblüht regelrecht. So viele schöne Bepflanzungen sind an der Strecke zu entdecken. Schade, dass es nicht in jedem Sommer so sein kann, aber irgendwie auch verständlich. Und ich mag auch die farbig lackierten Fahrräder am Streckenverlauf. Die fallen mal richtig auf!

Einen besonderen Hingucker gibt es allerdings nur aus der Luft zu sehen. Das Neanderland-Logo! Wer wissen möchte, was es mit diesem fast ein Hektar großen ins Feld gemähte Logo auf sich hat, der schaue hier.

Ich weiß noch nicht, ob ich flüchten oder anfeuern werde. Was ist mit Euch?

Beste Grüße

Nadine Reinhold

Einmal vorlesen bitte

Liebe Leser,

ich liebe Hörbücher! Schon als Kind habe ich Stunden mit Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen, TKKG und ??? verbracht.

Dann habe ich eine etwas längere Hörpause eingelegt, bis ich mich im Studium für eine Teilnahmebescheinigung des Themas „Hörbuch“ annehmen musste. Mir zugeteilt wurde „Der Hahn ist tot“ von Ingrid Noll. Gelesen von Silvia Jost. Und diese Silvia Jost ist eben Schweizerin. Ich hatte wirklich Angst, dass die in der Schweiz bekannte Schauspielerin mit starkem Akzent spricht. Das war zum Glück nicht der Fall. Es handelte sich um 6 Kasetten. Und obwohl ich als junge Frau von Anfang Zwanzig nicht unbedingt viele Gemeinsamkeiten mit der fünfzigjährigen Protagonistin Rosemarie hatte, war ich seitdem im Hörbuch-Fieber. Anfangs auch noch gerne auf Kassette, dann folgte die CD und nun ziehe ich alles auf meinen iPod.

Und ich brauche diese Geschichten für so vieles: beim bügeln, beim putzen, zum einschlafen … und wenn ich mehrere „doofe“ Hörbücher nacheinander erwische, dann schlägt mir das wirklich auf die Stimmung 😉 So drastisch ist das bei Büchern nicht.

Ich höre auch fast alles. Bücher, die ich niemals lesen würde, höre ich durchaus. Natürlich am liebsten Krimis & Thriller. Auch mal ein historisches Thema oder eine Liebesgeschichte. Weniger Science Fiction.

Ich höre auch Hörspiele, aber lieber mag ich Lesungen. Gerne auch richtig viele CDs. Je mehr, desto besser, wenn sie gut gelesen werden.

Lieblinge

Wenn man so viel hört wie ich, hat man natürlich auch irgendwann einen Pool an Lieblings Hörbuch-Sprechern.Ein paar davon stelle ich Euch mal hier und jetzt vor:

Stefan Kaminski ist mir das erste Mal bewusst bei den Hörbüchern der Reihe „Die Legende der Wächter“ aufgefallen. Unglaublich, was er mit seiner Stimme anstellt, wie er den Eulen Leben einhaucht.

Vielen sehr bekannt ist sicherlich Rufus Beck. Da ich Harry Potter sehr mag und die Hörbücher alle mehrmals gehört habe (Alltime-Klassiker, von denen ich immer einzelne Teile auf meinem iPod habe), mag ich natürlich auch Rufus Beck. Eine absolut richtige Besetzung. 2009 hat Felix von Manteuffel alle Bücher nochmals neu eingelesen. Auch gut, keine Frage. Aber anders 😉 Ich konnte mir diese Ausgabe einmal komplett anhören, gekauft habe ich sie mir nicht. Damals hätte man mehrere hundert Euro dafür zahlen müssen.

 

 

Meine liebste „Vorleserin“ ist Eva Mattes. Die bekannte Schauspielerin ist eine begnadete Sprecherin. Vor allem ihre Interpretation der Jane-Austen-Bücher sind ein wahrer Genuß.

Bei „Stolz und Vorurteil“ reichen die ersten Sätze und ich bin in einer anderen Welt.

 

 

 

 

Ich bin ein sehr sehr großer Fan von Lord Peter Death Bredon Wimsey. Eine Figur, erschaffen von der fantastischen Dorothy Leigh Sayers. Leider sind nicht alle 11 Romane als Hörbuch erschienen. Aber ein paar gibt es und die kann ich fast auswendig mitsprechen. Teilweise nicht mehr lieferbar (wie die Bücher), und mühsam zusammengesucht über die Jahre. Die meisten Hörbücher wurden von Christian Brückner eingelesen. Einer der bekanntesten Synchronsprecher, leiht er auch Robert de Niro seine Stimme. Es gibt zahlreiche tolle Interviews und Beiträge über ihn:

Frank Arnold hat „Mord braucht Reklame“ von Dorothy L. Sayers eingelesen. Und er trifft diesen Witz von Lord Peter unglaublich gut. Da macht Zuhören Spaß! Ein ganz toller Sprecher, der leider eher Hörbücher eingelesen hat, die nicht ganz auf meiner Wellenlänge liegen. Schade!

Vom Autor gelesen…

Nicht alle Autoren, die tolle Bücher schreiben, können ihre selbstgeschriebenen Bücher auch gut vorlesen. *seufz*

Ein kleiner Tipp von mir: Wenn groß auf dem Hörbuch steht „Vom Autor gelesen“, dann erwartet bitte in den meisten Fällen nicht so viel. Es kann gut gehen, muss es aber nicht!

Welchen Hörbuch-Sprecher mögt ihr? Oder habt ihr ein Lieblings-Hörbuch und wisst gar nicht, wer das liest? Immer her mit Tipps. Ich möchte ja weiterhin gute Laune haben 😉

 

Beste Grüße!

Nadine Reinhold

 

Im Jahreslauf – Kitas & Schulen zu Besuch

Liebe Leser,

einige der Aufgaben, die wir hier in der Bibliothek bearbeiten wiederholen sich natürlich. Mal wöchentlich (jeden Dienstagmorgen bin ich z.B. für Facebook zuständig), manche mehrmals im Monat (z.B. Statistiken eintragen für stattgefundene Veranstaltungen), im Quartal (Bilderbuchkino) oder jährlich (der bundesweite Vorlesetag im November, Nikolausfeier im Dezember) und vieles mehr.

Seit nun 6 Jahren finden bei uns die Führungen für Kindergruppen und Schulklassen im Block statt.

Da ich für die Kitas, Familienzentren und Grundschulen zuständig bin, bin ich quasi von Februar bis Juni ausgebucht 😉 Das geht allerdings nicht nur mir so, sondern auch zwei Kolleginnen, die mit mir gemeinsam die Führungen durchführen.

Die Maxis

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Führungen im März

Bereits im Januar schreibe ich die Kitas und Familienzentren an. Die Termine, die ich vorher herausgesucht habe, werden mitgeteilt und die Kitas schauen, wann es am besten passt und schicken uns ihre Terminwünsche (im besten Fall mehrere). Und bei uns startet dann das „Wer übernimmt wann welche Führung“. Die Kitas werden über ihren Termin informiert, ich trage die Termine in den Kalender ein. Seit heute haben wir (zumindest schon einmal für den März) auch einen analogen Kalender, der im Büro aufgehängt wird. Da stehen alle wichtigen Daten drauf und man sieht auf einem Blick, wer am nächsten Tag dran ist.

In Hilden gibt es 26 Kitas (eine weitere wird gerade gebaut) unterschiedlichster Formen. Im letzten Jahr waren 22 Kita-Gruppen im Februar & März bei uns zu Besuch. Natürlich erklären wir den Vorschulkindern nicht bis ins allerkleinste Detail, wie das alles bei uns funktioniert. Aber die Kinder wissen nach dem Besuch, dass man in Bibliotheken Medien (nicht nur Bücher) ausleihen kann und das man die Medien rechtzeitig zurückbringen und gut behandeln muss. Die Vorschulkinder sind immer so niedlich, die möchte man kaum gehen lassen. So begeisterungsfähig und interessiert. ❤

Meine Kollegin hat gestern Fotos aus der 3. Etage gemacht. Da sieht man Kindergartenkinder, die gerade ankommen und mit mir nun in die Kinderabteilung gehen.

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Die coolen Zweitklässler

Nach den Vorschulkindern besuchen uns im April & Mai die Zweitklässler. Meistens sind es um die 20 Klassen mit Zweitklässlern, die die Bibliothek besuchen. Mehr gibt es auch nicht 🙂 Durch vorherige Besuche mit der Kita oder Mama oder Papa, Oma, Opa, Freunden und Geschwistern kennen die meisten Zweitklässler die Bibliothek bereits. Sie wissen, dass es unterschiedliche Medien zum Ausleihen gibt und sind meistens total vernarrt in Games aller Art. Die Regeln werden nochmals erklärt, wie man einen Kundenausweis erhält, wie teuer der ist (kostenlos für Kinder unter 12 Jahre) und dann gibt es noch ein Quiz in Kleingruppen. Da sehe ich beim Auswerten schnell, ob die Kinder zugehört haben oder eben eher nicht 😉

Die Minis

Aber auch die ganz kleinen Kinder kommen bei uns nicht zu kurz. Im Juni besuchen uns dann wieder die Kitas und Familienzentren mit den Drei- und Vierjährgen Kindern. Die bekommen dann eine eigene Kamishibai-Vorstellung. Was Kamishibai ist, wurde hier bereits erklärt.

Und so wird es auch 2018 sein! Der Jahreslauf eben!

Beste Grüße
Nadine Reinhold

Lesestart-Sets für Grundschulen und Flüchtlingskinder

Liebe Leser!

Als ich nach meinem Weihnachtsurlaub wieder zur Arbeit kam, standen 2 Pakete mit Büchern auf meinem Schreibtisch! Hier mal ein Blick in Paket Nummer 1:

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Die 3. Phase des Projektes „Lesestart“ der Stiftung Lesen hat begonnen. Ab dem Schuljahr 2016/17 erhalten ALLE Grundschulen Lesestart-Sets für ihre Erstklässlerinnen und Erstklässler. Das Set besteht aus einer Stofftasche, einem altersgerechten Buch sowie einem (Vor-)Leseratgeber für Eltern mit Kindern im Schuleingangsalter.

Die 5 Buchtitel sind extra für das Programm konzipiert worden und nicht im Handel zu bekommen. Einen Überblick, welcher Buchtitel in welchem Bundesland Bestandteil des Lesestart-Sets ist, gibt es hier.

Den Elternratgeber, der auch in jeder Tasche enthalten ist, gibt es in ganz vielen unterschiedlichen Sprachen! Die Stiftung Lesen stellt diese Unterlagen zum kostenlosen Herunterladen hier bereit.

Da wir als Partnerbibliothek so fleißig Bilderbücher an alle Kinder ab 3 Jahre verteilt haben, bekommen wir die 5 Bücher für die Grundschüler auch für unseren Bestand, was uns sehr freut.

Die zweite Phase des Projektes „Lesestart“ ist offiziell im Oktober 2016 ausgelaufen. Aber wir haben noch Bücher für Dreijährige hier, die wir auf Nachfrage gerne noch herausgeben! Bitte an der Information in der 1. Etage nachfragen.

Wir wünschen den I-Dötzchen, die im Sommer in die Schule kommen viel Freude beim Lesen (Vorlesen geht natürlich auch IMMER ;))

Lesestart für Flüchtlingskinder

Auch für Flüchltingskinder gibt es nun Lesestart-Sets! „Lesestart für Flüchtlingskinder“ ist ein bundesweites Programm, das Flüchtlingskinder und deren Eltern in Erstaufnahmeeinrichtungen mit dem Vorlesen und Lesen vertraut macht. Das Lesenlernen soll unterstützt werden bzw. der erste Zugang zur deutschen Sprache soll geschaffen werden. In allen Erstaufnahmeeinrichtungen erhalten Flüchtlingskinder bis 5 Jahre ein Lesestart-Set mit einem kindgerechten Buch und Informationsmaterial für die Eltern. Darüber hinaus werden alle Erstaufnahmeeinrichtungen mit Lese- und Medienboxen für Kinder bis zu 12 Jahren ausgestattet. Das Informationsmaterial stellt die Stiftung Lesen auch wieder kostenlos zum Download hier bereit.

Beste Grüße & viel Freude beim Lesen wünscht

Nadine Reinhold

 

Christian Meyn-Schwarze – ein ganz aktiver Papa, Leih-Opa und Hildener

Liebe Leser!

Seit 2012 bereichert Christian Meyn-Schwarze das Angebot der Stadtbücherei mit seiner „Papa-Zeit“. Auch mit seinem „Mobilen Mitmachzirkus Hilden“ hat er schon oft bei Festen das Angebot für Kinder und deren Eltern bunter gestaltet. Als aktiver Papa sammelt er Bücher rund ums Papa-Sein. Heute erfahren wir mehr über den Hildener Papa, Artist und Leih-Opa Christian Meyn-Schwarze.

Herr Meyn-Schwarze, Sie sind in Hilden sehr bekannt. Dabei sind Sie gar nicht aus Hilden. Wo genau kommen sie her? Und wie ist ihr (beruflicher) Werdegang?

Bekannt? (lacht) – na, ich will mal sagen ein Hildener D-Promi. Ich bin ein Nordlicht, geboren vor über sechzig Jahren in Elmshorn bei Hamburg.

Meine ersten beruflichen Erfahrungen habe ich neben der Hildener Reformationskirche im früheren Reformhaus gemacht, heute ist im hinteren Teil eine „Kleine Olive“. Dort habe ich gesunde Sachen verkauft. Bevor ich dann Papa wurde, habe ich viel für die evangelische Kirche in einem Verlag und in einer Pressestelle gearbeitet.

Sie bezeichnen sich selbst als aktiven Papa, sind damals, als ihre zwei Töchter klein waren, in Erziehungsurlaub – heute Elternzeit – gegangen. Damals vor 25 Jahren sicherlich ein ungewöhnlicher Schritt. Würden Sie das mit ihren Erfahrungswerten heute wieder so machen?

Jetzt ganz spontan und vorschnell „Ja – natürlich“ zu sagen, wäre sicherlich eher aus dem Bauch heraus. Es gab ein paar gute Gründe, die damals dafür sprachen, einen Rollentausch zu probieren: Ich bin spät Papa, mit 38, geworden und hatte bereits 20 Jahre Vollzeit gearbeitet und in die Rente eingezahlt. Wir hatten eine günstige große Mietwohnung, in der auch unsere Aupair-Mädchen wohnen konnten. Meine Frau hatte einen besser bezahlten Job, ich konnte nebenbei freiberuflich arbeiten und mich vor 16 Jahren selbstständig machen. So konnte ich neben der Kinderbegleitung immer auch arbeiten – hatte also beides: die Erlebnisse der Kindheit und eine berufliche Selbstverwirklichung.

Kinderbücherei Christian Meyn Schwarze wird einen Papa Jungen Vormittag veranstalten mit lesen und Murmelbahn basteln

Kinderbücherei
Christian Meyn Schwarze wird einen Papa Jungen Vormittag veranstalten mit lesen und Murmelbahn basteln

Sehr gerne bin ich einer der „neuen präsenten Väter“, der seit 25 Jahren das Familienmodell von Teilen der gemeinsamen Aufgaben praktiziert. Die Freude am Vatersein gebe ich sehr gerne an die heutigen Väter weiter, die meine Veranstaltungen besuchen.

In dieser Zeit haben Sie begonnen Bücher zu sammeln, die sich mit dem Papa im Buch beschäftigen. Aus ein paar Büchern wurden immer mehr. Wie viele sind es mittlerweile?

Jetzt lachen Sie nicht, inzwischen habe ich eine eigene kleine Bibliothek mit 600 Papa- und 30 Opa-Bücher. Von Bilderbüchern bis zu Fachbüchern, vom ersten Comic von „Vater und Sohn“ bis zum Klassiker Pinocchio oder einer ganz alten Ausgabe von Pippi auf den Taka Tuka Inseln.

Was genau hat es mit der Papa-Liste, Lesetipps für Väter und Großväter, auf sich? Wie komme ich als interessierte Bibliothek (Stichwort: Bestandsaufbau) oder Privatperson an diese Auswahlliste?

Über diese 600 Bücher mit und über Väter und Großväter habe ich Inhaltsangaben und meine Kommentare geschrieben. Es gibt eine Liste der lieferbaren Bücher, diese wird ständig aktualisiert und ich maile die gerne zu, es sind inzwischen 160 Seiten zum Selberausdrucken geworden.

Kontakt: meynschwarze(at)t-online.de

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Nicht nur Bücher liegen Ihnen am Herzen, sondern auch ihr „Mobiler Mitmachzirkus Hilden“. Ich weiß, dass es eine kleine Anekdote mit einem Buch aus der Stadtbücherei gibt. Erzählen sie uns diese Geschichte?

Im Osterurlaub vor zwanzig Jahren waren wir bei einer befreundeten Familie in Frankreich zu Gast. Die sechs Kinder spielten im Garten und fingen an, über Holzlatten zu balancieren und Sachen in die Luft zu werfen. Daraus haben wir dann eine kleine selbstgemachte Zirkusaufführung entwickelt. Wir waren sechs Kinder, vier Erwachsene, zwei Hunde und hatten bei der Premiere eine Zuschauerin. Das hat mir so viel Freude bereitet, dass ich in die Hildener Stadtbücherei gegangen bin und nach einem Mitmachbuch „Zirkus“ gesucht habe. Ausgeliehen habe ich dann das Buch „Zirkus KONFETTI“ und dieses Buch gab dann einem Mitmachangebot für ein paar Jahre seinen Namen.

Nun sortiert ja eine Bücherei alte Schätzchen einmal aus und ich habe dann dieses Buch geschenkt bekommen, es hat einen Ehrenplatz bei meinen Zirkusbüchern.

Mittlerweile gibt es in vier Bibliotheken die „Papa-Zeit“. Was genau ist das, was passiert da?

Papa-Zeit

Die Papa-Zeit wurde vor fast fünf Jahren hier in Hilden erfunden. Den Mitarbeiterinnen der Kinderabteilung fiel auf, dass samstags immer mehr Väter und Großväter kommen. Nun war bekannt, dass ich seit vielen Jahren mit Kindern spiele und neben dem Zirkus auch andere Dinge mache: Kullerbahnen bastele, Indianerdörfer baue, mit Piraten auf Schatzsuche gehe. Nun war die Idee, aus einem Papa-Buch oder einer Papa-Geschichte ein Erlebnis zu machen.

Wir entwickelten ein Veranstaltungskonzept, das eine Mischung aus Vorlesen, Basteln und Erleben bietet, nur für Väter und andere Männer und Kinder zwischen 4 und 8. Und zwar samstagsvormittags für zwei Stunden, damit die Mama einkaufen oder kochen konnte oder die kinderfreie Zeit einmal für sich nutzen kann. Inzwischen reise ich auch nach Viersen, Hattingen und Gevelsberg und gestalte 20 solche Papa-Zeiten im Jahr, erfunden hier in der Kinderbücherei in Hilden.

Sie haben vorhin erzählt, dass Sie sich als Vorreiter der neuen Väter sehen, gilt das auch als Vorleser und Lesepate?

Genau, und ich möchte aufmerksam machen, auf ein gesamtgesellschaftliches Problem. Uns fehlen Männer in der Begleitung der Kinder in den ersten zehn Lebensjahren, in der sich die Mädchen und Jungen entscheidend entwickeln.

So gelten Jungs seit vielen Jahren als Bildungsverlierer, dagegen möchte ich einen bescheidenen Beitrag leisten. Wenn die Väter und Großväter sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind, dann lesen sie selber und lesen auch Kinder vor.

Denn das Vorurteil „Lesen ist weiblich“ stimmt ja nicht, nur muss es auch praktiziert werden. So sind meine Papa-Zeiten auch immer ein Projekt zur Leseförderung, besonders zur Förderung der Jungs. Ich erhoffe mir, dass die Freude am Selberlesen und Vorlesen dann auch auf die Jungs überspringt.

Als Vorlesepate lese ich seit vielen Jahren jedes Jahr im November im Kindergarten „Rappelkiste“ vor, um zu zeigen, dass auch Männer vorlesen können.

Seit neuestem sind Sie „Leih-Opa“. Eine ganz neue Erfahrung, oder? Wie sind Sie dazu gekommen?

Hatte ich schon erzählt, dass ich seit 25 Jahren mit Kindern spiele und mir das große Freude bereitet? Und meine Töchter noch ein paar Jahre brauchen, um eine Familie zu gründen? Auf der Suche nach neuen Kindern, mit denen ich spielen kann, kam das Angebot der Stadt Hilden gerade recht, die eine Ausbildung zu Leihgroßeltern anbot.

Ich besuchte den Einführungskurs und wurde Hildens erster Leihopa. Das große Glück mit meiner eigenen Familie habe ich jetzt auch mit meiner anvertrauten Familie. Nach 20 Jahren wiederholt sich vieles: der Fahrdienst zum Training, die Begleitung beim Vorspiel in der Musikschule, das Fahrradtraining in der Schule, der Besuch von Theatervorstellungen und das abendliche Vorlesen, natürlich eine Papa/Opa-Geschichte – oder was ist Meister Eder für den Pumuckl?

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen! Wir wünschen weiterhin viel Freude bei Ihren zahlreichen Aktivitäten!

Beste Grüße

Nadine Reinhold