Archiv des Autors: Birgit Halfkann

Ich bin die neue Auszubildende

Liebe Leser,

 

wie einige von Euch vielleicht schon bemerkt haben, gibt es seit einigen Tagen einen Neuzugang in der Stadtbücherei Hilden. Heute möchte ich Euch ein wenig über mich erzählen.

Mein Name ist Saskia Pelzers, ich bin 22 Jahre alt und habe am 01.08. meine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste hier in der Stadtbücherei Hilden begonnen. Im Jahr 2014 habe ich mein Abitur am Gutenberg-Gymnasium in Bergheim gemacht und nach einem „Sabbatjahr“, in dem ich einiges an Arbeitserfahrung gesammelt habe, fing  ich ein Linguistik Studium an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf an. Dabei wurde mir  jedoch schnell klar, dass mir die Praxis besser gefällt als die Theorie. Deshalb fing ich an nach einer Ausbildung zu suchen.

Da ich schon seit klein auf eine begeisterte Buchliebhaberin bin und die Veränderungen in den Bibliotheken in den letzten Jahren faszinierend finde, lag es für mich nahe eine Ausbildung in der Bibliothek zu machen.

Nachdem ich das Auswahlverfahren, bestehend aus einem mehrstündigen Test, einem Bewerbungsgespräch und einem Probepraktikum, erfolgreich durchlaufen habe, bin ich nun die neue Auszubildende der Stadtbücherei Hilden.

Meine erste Arbeitswoche liegt mittlerweile hinter mir und ich habe schon jetzt das Gefühl den richtigen Job gefunden zu haben.

Ich freue mich darauf, in den nächsten drei Jahren alles zu lernen, um Euch bei Eurem Besuch in der Bibliothek weiterhelfen zu können.

 

Beste Grüße

Saskia Pelzers

Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ 2.0

Liebe Leser,
vor kurzem war der 200. Geburtstag von Jane Austen und genau zu dieser Zeit bekam ich ein Buch in die Hände, dass wunderbar zu diesem Anlass passt: gerade im Juni ist in deutscher Sprache das Buch von  Curtis Sittenfeld „Vermählung“


erschienen, eine Adaption des Romanstoffes von „Stolz und Vorurteil“ in die Jetztzeit. Wenn man im Internet nach dem Titel sucht, gehen die Meinungen, ob das gelingen kann, doch recht weit auseinander. Das wundert mich nicht – ich denke, für einen „echten“ Jane Austen-Fan zählt halt nur das Original. Aber es gibt auch positive Stimmen und denen möchte ich mich grundsätzlich anschließen.

Für mich überraschend, hat die Autorin den Ablauf der Geschichte stark am Original orientiert. Daher war ich an einigen Stellen, da ich das Original ja kenne, sehr gespannt, wie die Autorin einzelne Situationen umgesetzt hat. Das hat bei mir auf jeden Fall die Spannung gesteigert und mich dazu gebracht, immer weiter zu lesen.

Auch die typischen (Charakter-)Merkmale der handelnden Personen, ob „Hauptrollen“ oder „Nebenrollen“ hat die Autorin für mich überzeugend in die Jetztzeit übertragen und ihnen „passende“ Verhaltensweisen zugeschrieben. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Mrs Bennet, die natürlich wie im Original alles dafür tut, ihre fünf Töchter möglichst reich zu verheiraten, ist kaufsüchtig, ungeachtet der prekären finanziellen Lage der Familie. Lydia und Kitty, nach wie vor die „Wilden“ in der Familie und vor keiner Peinlichkeit zurückschreckend, sind passionierte CrossFit-Anhängerinnen und ernähren sich nach dem Paleoprinzip. Mister Bingley, attraktiver Arzt, ist, bevor er Jane kennen lernt, als „Bachelor“ im Fernsehen aufgetreten und zwischen Mister Darcy und Liz gibt es ebenfalls die vielen bekannten Szenen von Missverständnis und Ablehnung bis zum Happyend.

Die Autorin hat es geschafft, die wunderschöne Geschichte von Jane Austen in witziger, moderner Form neu zu erzählen. Das Buch ist ein Unterhaltungsroman, geht dabei aber nicht so in die Tiefe wie das Original. Das mag der eine oder andere kritisieren, meines Erachtens ist es aber ein Fehler, das Buch allzu kritisch mit dem Original zu vergleichen. Ich empfehle, es einfach unvoreingenommen zu lesen, wobei man das Original schon kennen sollte. Das Lesen macht dann einfach mehr Spaß!

Wenn Ihr Euch darauf einlassen könnt, werdet Ihr gut unterhalten!

Beste Grüße,

Birgit Halfkann

 

Favoriten bei der Ausleihe – eine Zwischenbilanz

Liebe Leser,

Vielleicht habt Ihr schon einmal mitbekommen, dass wir unseren Medienbestand regelmäßig überprüfen, um zu sehen, welche Medien gut und welche eher weniger gut entliehen werden.

Es ist Aufgabe einer Lektorin / eines Lektors, anhand verschiedener Kriterien wie der monatlichen Ausleihstatistik, dem vorhandenen Bestand und dessen Zustand, Informationen zu neu erschienenen Medien und Ihren konkreten Medienwünschen, zu prüfen, was neu gekauft werden könnte. Wir überprüfen auch, welche Medien nicht mehr entliehen werden und sondern sie aus.

Hier in der Bibliothek sind einzelne Personen für bestimmte Bereiche verantwortlich. Ich bin Lektorin für Sachmedien und das seit vielen Jahren bereits für folgende Themenbereiche:

  • Generation Plus
  • Für Eltern & Pädagogen
  • Persönlichkeit & Gesellschaft
  • Freizeit & Kreativität
  • Gesundheit
  • Natur & Umwelt“

Beim Anschauen der letzten Monatsstatistik kam mir die Idee, doch einmal zu sehen, welche Titel in den einzelnen Themenbereichen in diesem Jahr bisher am meisten entliehen wurden. Das lässt ja doch Rückschlüsse auf die Interessen von Ihnen, den Kunden, zu und vielleicht gibt das Ergebnis Anregungen, zu welchen Themen ich doch noch etwas nachkaufen könnte. Da manche Bereiche sehr umfangreich sind, zum Beispiel „Freizeit & Kreativität“, das viele Themen wie Fahrzeuge, Kochen & Backen, Basteln (Gestalten) Malen & Zeichnen, Noten und mehr enthält, habe ich mich bei der Auswertung nur auf die oben genannten übergeordneten beschränkt.

Über das Statistikprogramm unserer Bibliothekssoftware lassen sich die Titel recht einfach recherchieren. Und hier ist das Ergebnis:

Für den Themenbereich „Freizeit & Kreativität“ ist das bisher meist entliehene Buch „Superstretch – schlank und beweglich in nur einer Stunde pro Woche“ mit 14 Entleihungen.

Für den Themenbereich „ Gesundheit“ ist es die DVD von Stefanie Arend „Yin Yoga“, die ich jetzt noch einmal neu nachkaufe, weil sie in diesem Jahr bereits 15 mal, insgesamt (seit März 2012) schon 142 mal ausgeliehen wurde.

Bei „Für Eltern & Pädagogen“ ist das meist geliehene Buch „ Lachyoga mit Kindern, Spiele und Übungen zum Kichern und Kugeln“ von Cornelia Leisch mit acht Ausleihen und

im Bereich „Generation Plus“ das Buch von Susann Winkler „Bitte 3x täglich lachen“, humorvolle Geschichten und Gedichte für die Seniorenarbeit,  mit 18 Ausleihen.

Fehlt noch der Themenbereich „Natur & Umwelt“ mit dem Buch „Katzen“ von Brigitte Eilert-Overbeck, ein Ratgeber über Katzenhaltung, der bisher neunmal ausgeliehen wurde. (Ich hätte ja gedacht, die Hundebücher lägen vorne…)

Zum Schluss noch das am meisten ausgeliehene Buch aus dem Bereich „Persönlichkeit & Gesellschaft“. Mit 11 Entleihungen führt hier das Buch von Hans-Jürgen Kratz: 30 Minuten Schluss mit Aufschieben“.

Während die Ausleihrenner im Bereich „Yoga“ und „Fitness“ keine wirklichen Überraschungen für mich waren – diese Themen sind seit Jahren „schwer gefragt“ (und demnach gut ausgeliehen), finde ich es schön, dass das das Thema „Lachen“ – für jung und alt – offensichtlich wichtig ist. Da werde ich doch mal prüfen, ob es dazu noch etwas interessantes Neues gibt.

Ist für Euch auch etwas passendes dabei?

Beste Grüße,

Birgit Halfkann

 

„Librarian Knitting“ oder bunt gestrickt für die Stadtbücherei Hilden

Liebe Leser,

vielleicht erinnert Ihr Euch?
Am 10.03. diesen Jahres gab es bei der Nacht der Bibliotheken in unserem „Bücherei-Wohnzimmer“ eine Strickgruppe. Mit fachlicher Unterstützung konnte jede(r), die/der Spaß daran hatte, aus verschiedenen Wollresten kleine „Flicken“ stricken – ganz nach Lust und Laune, je nachdem, was die Vorkenntnisse hergaben. Es gab auch Interessentinnen, die an diesem Abend ihre ersten Strickversuche gestartet haben.
Unsere Idee war, anschließend alle diese Flicken zusammenzunähen und sie, vergleichbar mit
„Guerilla-Stricken“ oder „Urban Knitting“ in der Bibliothek zu präsentieren. Vielleicht habt Ihr das ja schon einmal irgendwo gesehen? Laternen, Parkbänke, Absperrgitter u. ä. sind „umstrickt“, um sie auf diese Weise zu „verschönern“.
Eigentlich wollten wir schon viel früher fertig sein, aber es fehlte einfach die Zeit, die vielen kleinen Stücke zusammenzulegen, dann zu nähen und noch das eine oder andere kleine Teil nachzustricken, damit unser „Kunststück“ die richtige Form hatte, um letztendlich seinen Platz an einer Säule zu finden.
Hier ein Foto während unserer „Vorarbeiten“ – einige Stücke fehlen aber noch!

Aber jetzt ist es endlich so weit – wir können unser „Strickwerk“ präsentieren! Ab heute könnt Ihr das gesamte Stück an einer Säule im 2. Obergeschoss finden. Gefällt es Euch?

Viele Hände haben geholfen, daher an dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die mitgemacht haben.
Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht!

Es grüßt,

Birgit Halfkann

 

 

Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“

Liebe Leser,

selten hat mich in letzter Zeit ein Roman gleichzeitig so berührt, fasziniert und – ja  auch – deprimiert, wie der Roman von Maja Lunde: „Die Geschichte der Bienen“. Hierin  hat die Autorin die Geschichte der Bienen und das Phänomen des Bienensterbens thematisiert.


Dass es den Bienen weltweit nicht gut geht und das Thema „Bienensterben“ kein neues Phänomen ist, ist wohl inzwischen allgemein bekannt. Seit einigen Jahren sind die Honigbienenvölker in vielen Ländern davon betroffen. Wissenschaftler vermuten, dass das Zusammenspiel verschiedener Ursachen (Krankheitserreger, Umweltchemikalien und Stress) zum Massensterben beiträgt. Doch wie genau diese Faktoren zusammenspielen und was man dagegen tun kann, ist noch unklar und wird intensiv untersucht.
Da die Bienen die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen sind und Pflanzen ohne Bestäubung keine Früchte bilden können, könnten etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel wegfallen, falls die Honigbienen aussterben sollten. (Quelle:https://cms.falter.at)

In ihrem Roman beschreibt Maja Lunde das Thema abwechselnd in drei fiktiven Lebensgeschichten in drei Zeitepochen:

In England im Jahr 1852 kommt der Biologe und Samenhändler William Savage, der sich zunächst als Forscher und Ernährer seiner Familie gescheitert sieht, auf die Idee, einen völlig neuartigen Bienenstock zu bauen, der eine bessere Honigausbeute ermöglichen soll.

In Ohio, USA, im Jahr 2007 wünscht sich der Imker George Savage, ein Nachfahre von William, nichts sehnlicher, als seinen Hof zu vergrößern und an seinen Sohn weiterzugeben. Während dieser andere Pläne verfolgt, stellt George mit Entsetzen fest, dass seine Bienen immer weniger werden.

In China, im Jahr 2098 hat sich die gesamte Welt total verändert. Viele Völker gibt es nicht mehr, da sie sich nicht auf die veränderten Lebensbedingungen einstellen konnten. Tao ist eine von vielen Arbeiterinnen, die in harter Arbeit Bäume von Hand bestäubt, da es keine Bienen mehr gibt. Sie lebt für ihren kleinen Sohn, für den sie sich ein besseres Leben wünscht. Doch ein mysteriöser Unfall des kleinen Wei-Wen, mitten zwischen den blühenden Obstbäumen, verändert ihr Leben.

Maja Lunde schafft es, das schwierige Thema gut lesbar, unterhaltsam und informativ zu schildern. Die Geschichte um die Bienen schildert sie ohne Anklage oder erhobenen Zeigefinger, aber doch sehr eindringlich. Alle drei Geschichten mit ihren eigenen Handlungssträngen sind einmal durch dieses Thema miteinander verbunden, aber es gibt noch weitere verbindende Elemente: in dem ein  Gegenstand aus der einen Geschichte in der anderen wiederkehrt, jeweils die Schilderung einer starken Eltern-Kind-Beziehung und die Erfahrung von Trauer und Verlust, aber auch Hoffnung.

Maja Lunde, geboren am 30. Juli 1975, ist eine norwegische Schriftstellerin, die bisher Kinder-, Jugendbücher und Drehbücher geschrieben hat. Für ihr Buch „ Die Geschichte der Bienen“ erhielt sie 2015 den norwegischen Buchhandelspreis für das beste Buch des Jahres.

Die Autorin hat für ihre Recherchen zu dem Buch viele Quellen benutzt, eine davon ist der Dokumentarfilm „More than Honey“. Der Film und das gleichnamige Buch bieten Hintergrundinformationen zum Thema Bienen und Bienensterben. Beide Medien könnt Ihr in der Bibliothek entleihen.

Vielleicht habe ich Eure Neugier auf das Buch und ein wichtiges Thema geweckt?!

Beste Grüße,

Birgit Halfkann

 

Gebrauchtwagen gesucht!

Liebe Leser,

seit 21 Jahren fahre ich meinen Kleinwagen, vom ersten Tag der Zulassung an bis heute. Im April diesen Jahres ist nun wieder die TÜV-Hauptuntersuchung fällig – und obwohl das Auto immer noch „gut in Schuss“ ist und super gut fährt, sind doch einige Reparaturen fällig, die mich einige hundert Euro kosten würden.

Also habe ich mich bereits seit einigen Monaten damit beschäftigt, anstatt das Geld in die Reparatur des alten Autos zu stecken, dieses doch eher in den Kauf eines neuen Pkw zu investieren – allerdings soll es kein Neuwagen, sondern ein „Gebrauchter“ sein. Mein heimlicher Favorit schon seit langem ist ein Opel Agila: klein, kompakt und für meine Zwecke gerade richtig!

©Jdr at de.wikipedia

Bei meiner Suche im Internet war ich auch schnell erfolgreich: diverse Angebote, sowohl von Händlern als auch von Privatpersonen. Aber – wie entscheidet man sich, wenn man selbst von Autos keine Ahnung hat und auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis kein Autokenner vorhanden ist? Ich hatte einfach Sorge, Mängel zu übersehen und letztendlich zwar mein Lieblingsauto zu besitzen, das sich dann aber als allzu reparaturbedürftig entpuppt.

Gute Freunde haben mir noch Kontakte zu Autohändlern vermittelt, die für mich „Ausschau“ halten wollten. Inzwischen war ich auch schon so weit, auch ein anderes Modell als nur mein Traumauto zu akzeptieren.

Die Zeit wurde immer knapper – noch kein Angebot in Sicht! Sollte ich mich vielleicht doch lieber für ein Leasingfahrzeug oder doch ein nicht so teures neues Auto entscheiden? Oder doch meinen alten Kleinwagen noch einmal durch den TÜV bringen lassen, denn irgendwie läuft er ja noch so gut und irgendwie hänge ich ja auch dran…

Die Lösung kam dann ganz überraschend! Ich bekam einen Anruf von Freunden, die mir mitteilten, dass jemand aus ihrer Familie seinen Pkw verkaufen möchte – und am nächsten Tag, nach erst einmal ansehen und Probe fahren, war klar: das wird mein „Neuer“. Sicher, keiner kann mir garantieren, dass ich dieses Auto die nächsten Jahre ohne Reparaturen fahren kann, aber ich weiß zu mindestens, wer ihn vorher gefahren ist und das ich dem Verkäufer trauen kann. Inzwischen habe ich den Kaufvertrag unterschrieben und bin „stolze“ Besitzerin eines Minivan – auch wenn es letztendlich doch nicht mein „Traumauto“ geworden ist.

Beste Grüße + allzeit gute Fahrt wünscht

Birgit Halfkann

Judo – ein Kampfsport mit Geist

 

Liebe Leser,

viele von Euch denken wahrscheinlich, dass Judo ein Sport mit vielen Tritten und Schlägen ist, das ist aber nicht so. Im Gegenteil, das ist verboten und wird im Wettkampf mit der Disqualifikation bestraft, auf japanisch Hansoku-make.

Judo wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Kano Jigoro (1860-1938) in Japan entwickelt. Anfangs wurde es noch Kano-Ju-Jutsu genannt, bevor es sich Anfang des 20. Jahrhunderts Judo nannte.

Judo ist japanisch und bedeutet so viel wie „der sanfte Weg“.

Aber warum sanft?!

Beim Judo gibt es die so genannte Fallschule. Dort lernt man das Fallen nach vorne, hinten, seitwärts und später auch den freien Fall (eine Art Salto in der Luft), ohne sich dabei zu verletzen. Das Fallen und Abschlagen (Stoppzeichen) gehört zu den wichtigsten Dingen, die man immer wiederholen und beherrschen sollte.

Wenn Ihr fallen könnt, dürft Ihr mit den Würfen und Haltegriffen anfangen.

Achtet darauf, dass Ihr die Würfe, langsam und vorsichtig übt, so dass Ihr eure Partner nicht verletzt, denn trotz Fallschule könnte Ihr ihm/ihr damit wehtun. Das Tempo kommt mit der Zeit. Ein guter Wurf für Anfänger ist O-soto-otoshi. Das heißt übersetzt „großer Außensturz“.

Die Haltegriffe sind einfacher. Haltet Euren Gegner so am Boden, dass er sich nicht befreien kann und dass Ihr die beste Chance habt, ihn so 25 Sekunden festzuhalten, damit Ihr den Kampf gewonnen habt.

Mit Hebeln und Würgern muss man ganz vorsichtig umgehen. Daher darf man das auch erst ab einem bestimmten Kyu (Gürtel) machen.

Beim Hebeln versucht Ihr, dem Gegner den Arm zu brechen. Deshalb ist hier große Vorsicht geboten. Lasse sofort locker, wenn Euer Gegner auf der Matte abschlägt. Die Einsteigerhebel für den vierten Kyu heißen Ude-garami (Armbeugehebel) und Juji-gatame (Armstreckhebel).

Auch bei den Würgern heißt es Vorsicht! Dabei kann man schnell bewusstlos werden (ich habe Erfahrung). Deshalb auch hier, beim Abschlagen, lockerlassen. Ein beliebter Würger ist der Kingston-Würger. Würgen dürft Ihr ab dem dritten Kyu lernen und anwenden.

Beim Randori (Kampf) geht Ihr Eurem Partner ganz schön an den Kragen. Da dürfen die Klamotten nicht reißen.

Nur um das mal zu sagen: die weißen Anzüge heißen Judogis und sind keine Bademäntel. Die Krägen sind etwas dicker und über die Knie sind zwei Schichten Stoff angenäht, denn beim Bodenrandori rutschen wir mal ganz gerne auf den Knien herum.

Die Anzüge sind meistens weiß, aber es gibt auch blaue, die sind praktisch im Kampf um zu sehen, wer wo seinen Arm hat usw.

Dazu tragen wir einen farbigen Gürtel. Der Gürtel zeigt den anderen, welchen Rang die Person hat. Je dunkler die Farbe, desto höher der Rang. Es gibt weiß, weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau, braun und schwarz.

Bis zum braunen Gürtel (Kyu) ist man Schüler, wer den schwarzen Gürtel (Dan) hat, darf sich Meister nennen. Es gibt 10 Dane: 1-5 schwarz, 6-8 rot und der neunte und zehnte sind rot. Wen man einen Dan hat, darf man auch andersfarbige Anzüge tragen, zum Beispiel grau, rot oder grün.

Neben den praktischen Sachen spielt Persönlichkeit auch eine große Rolle: die Judowerte. Darunter fallen Höflichkeit, denn man ist immer miteinander befreundet, auch wenn diese Person im Wettkampf dein Gegner ist.

Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundschaft gegenüber deinem Meister (Lehrer) und deinem Trainingspartner.

Aufmerksamkeit, wenn dir dein Meister einen Wurf, Haltegriff, Würger oder Hebel beibringt.

Mut, denn kein Gegner ist unbezwingbar, auch wenn es dir in diesem Moment so erscheint. Sie haben auch so angefangen wie Ihr und sind keine Monster.

Selbstbeherrschung ist wichtig. Verliert nie die Kontrolle über Euch, auch wenn Euch die Situation unfair vorkommt.

Bescheidenheit: Spiel euch selbst nicht in den Vordergrund. Es ist unhöflich.

Habe Respekt und Achtung vor jedem, egal ob Gegner oder Freund.

Hilfsbereitschaft: Seid immer und zu jedem hilfsbereit, egal in welcher Situation ihr Euch befindet.

Der letzte Wert ist Wertschätzung: Erkennt die Leistung des jeweils anderen an, auch wenn Ihr nicht den gleichen Kyu/Dan habt.

Vor dem Training meditiert man gemeinsam mit den anderen Judoka, damit Ihr alles kurz vergesst und somit für das Training volle Konzentration hat.

Auch nach der Trainingseinheit meditiert man wieder, damit der Geist seine innige Ruhe wiederfindet. Es ist ein Ritual, das bei jedem Training wiederholt wird. Da sieht man, dass Judo auch etwas mit Seele und Geist zu tun hat.

Ich könnte jetzt noch unendlich weiter schreiben, aber ich ende an dieser Stelle einfach mal. Das waren die Grundlagen des Judo.

Zum Schluss noch drei Infos am Rand: wir sind Judokämpfer, aber der Fachbegriff ist Judoka.

Judo ist die beliebteste Kampfsportart der Welt.

Die Person, die eine Aktion ausführt nennt sich Tori, die Person, die verteidigt oder zu blocken versucht, heißt Uke.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen!

Sportliche Grüße

Leonie Knecht, Praktikantin