Etwas warmes braucht der Mensch

Autorin: Karin Lachmann

 

Ich sitze hier am Schreibtisch und überlege, worüber ich denn heute berichten könnte. Es ist, wie man im Rheinland so schön sagt, „usselig“ draußen. Meine Mutter – ich komme ursprünglich aus Hamburg – würde sagen „Schietwetter“. Neben mir steht eine heiße Tasse Tee. Etwas warmes braucht der Mensch. So ist es im Winter auch mit den Mahlzeiten. Nichts ist in diesen Tagen besser als ein guter, deftiger Eintopf. So eine Mahlzeit sättigt, wärmt von innen, ist gesund und nahrhaft und oft auch preiswert. Rezepte gibt es unendlich viele, von Hausmannskost bis hin zu exotischen Kreationen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Aber egal wie viele Rezepte ich ausprobiere meine drei liebsten Eintöpfe heißen schon immer:

  1. Graupensuppe
  2. Linsensuppe
  3. Erbsensuppe

Nicht besonders einfallsreich, ich gebe es zu. Für jede dieser Suppen gibt es in Kochbüchern und im Internet unzählige Rezepte. Wenn ich aber an diese Gerichte denke, dann ist es immer genau die Suppe, die meine Mutter kocht. Die einfach unerreicht gut schmeckt. Und das auch heute noch genauso wie an Kindertagen. Mehr als einmal habe ich meine Mutter nach ihrem Rezept gefragt. Aber sie sagt, sie habe kein Rezept. Und dass es nichts einfacheres gäbe als eine Graupen- oder Linsen- oder Erbsensuppe zu kochen. Ich habe ihr dabei zugesehen, mit ihr gemeinsam gekocht, aber ich bekomme es niemals so hin wie sie.

Ich frage mich was ihr Geheimnis ist. Und ich habe das Gefühl, die Zeit läuft mir davon. Meine Mutter ist jetzt Anfang 80. Immer wenn ich sie in Hamburg besuche steht der große Suppentopf auf dem Herd. Sie weiß, sie macht mir damit eine große Freude. Aber irgendwann wird das vorbei sein. Und spätestens dann, würde ich gern genauso gut Suppe kochen können wie sie.

Ob es meinen Kindern später mal genauso geht? Meine älteste Tochter hat bereits eine eigene Wohnung. Immer wenn sie zu Besuch kommt, bittet sie mich einen bestimmten Nudelsalat zu machen. Er ist nichts besonderes, ich habe kein Rezept dafür, mache ihn einfach „frei Schnauze“. Aber meine Tochter sagt, er würde bei ihr nie so schmecken wie bei mir. Hm.

Warum ist das so? Kennt ihr dieses Phänomen auch? Mit welchen Gerichten geht es euch so?

Ihre liebsten Familienrezepte verrät meine Kollegin Sonja Tewes in einem Blogbeitrag vom letzten Jahr.

Ich glaube heute Abend gibt es Graupensuppe. Dieses Rezept kommt der perfekten Suppe schon sehr nah.

Und ich werde meine Mutter anrufen. Ich sage ihr viel zu selten wie lieb ich sie habe.

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