„Lucas“ – Ein Roman mit Tiefgang

Autorin: Saskia Pelzers

 

Heute stelle ich Euch ein Buch vor, das ich zum ersten Mal vor mehr als 8 Jahren gelesen habe und das noch immer zu meinen absoluten Lieblingen zählt.

„Lucas“ ist der zweite Roman des Autors Kevin Brooks und erschien 2003 im englischen Original in dem Verlag „The Chicken House“.

 

Lucas quer

 

Dieses Buch wurde zwar vor mittlerweile mehr als 15 Jahren geschrieben, behandelt jedoch eine Thematik, die auch heute noch immer aktuell ist: Fremdenhass.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der ruhigen 15-Jährigen Caitlin, kurz Cait, erzählt, die ihren letzten Sommer Revue passieren lässt.

Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder Dom lebt sie in Hale, einer kleinen Insel in der Nähe von Cornwall.

Als der 16-Jährige Lucas scheinbar vollkommen aus dem nichts in Hale auftaucht, ist Cait von der ersten Sekunde an von ihm fasziniert, während die meisten anderen Inselbewohner ihm mit Misstrauen, Vorurteilen und Feindseligkeit begegnen.

Auch wenn die gesamte Geschichte aus Caitlins Sicht geschildert wird, geht es darum, wie andere Menschen Lucas sehen. Jedes Mal wenn etwas schlimmes passiert, hat er Schuld. Immer wenn er etwas Gutes tut, wird ihm ein Strick daraus gedreht.

Gilt er zu Anfang „nur“ als ein unerwünschter Herumtreiber, wird ihm bald Kindesbelästigung vorgeworfen und als eine junge Frau tot in den Dünen aufgefunden wird, steht für den Großteil der Inselbewohner fest, dass nur Lucas dieses Verbrechen begangen haben kann.

Dadurch gerät nicht nur er selbst, sondern auch Cait, die sich mit ihm angefreundet hat und unterstützend hinter ihm steht, in Gefahr. Denn der wütende Mob will Lucas von der Insel vertreiben, koste es was es wolle – auch Lucas‘ Leben.

„Lucas” ist meiner Meinung nach ein ganz wunderbares Buch, das den Leser von der ersten Seite an fesselt. Die Charaktere sind echt und sympathisch (zumindest einige von ihnen) und die Geschichte lässt einen in die Inselgemeinschaft und das Leben an der Küste eintauchen; das Meer, der Sand, die sonnigen heißen Tage und die heftigen Unwetter.

Zum Schluss möchte ich Euch nun noch ein paar meiner Lieblingstextstellen aus „Lucas” mit auf den Weg geben:

 

„’Wein dir eine Geschichte, Kleines. Es geht. Glaub mir.‘
Und genau das hab ich gemacht, ich habe mir eine Geschichte geweint.
Und das ist sie.“
(Brooks, Kevin: Lucas, München: dtv 2005, S.8)

 

„Ich hätte mir vielleicht einen längeren Abschied erlaubt und jedes winzige Detail in mich aufgesogen, bis die Erinnerung für immer fest in meinem Kopf eingegraben gewesen wäre. Das sanfte Murmeln des Bachs, die Rhododendren und die sonnengesprenkelten Bäume, der unvergessliche Grasteppich mit den Juwelen…
Aber so läuft es nicht im Leben, oder? Und vielleicht ist es auch besser so. Denn manche Dinge sollten nicht mehr als ein Moment sein. Und dies war genau so ein Moment.“
(Brooks, Kevin: Lucas, München: dtv 2005, S.188)

 

„’Du willst keine freundlichen Worte, es ist dir egal, was andere Leute denken oder sagen, du willst nicht wissen wie sie sich gefühlt haben, als sie jemanden verloren. Sie sind schließlich nicht du, oder? Sie können nicht fühlen, was du fühlst. Das Einzige, was du willst, ist das, was du nicht haben kannst. Es ist fort. Und kommt nie zurück. Niemand weiß, was das für ein Gefühl ist. Niemand weiß, wie das ist, den Arm auszustrecken, um jemanden zu berühren, der gar nicht da ist und nie mehr da sein wird. Niemand kennt diese unausfüllbare Leere. Niemand außer dir.‘ Er sah mich an, mit einer einzelnen Träne im Auge. ‚Du und ich, Kleines. Wir wollen nichts. Wir wollen sterben. Aber das Leben lässt uns nicht. Wir sind alles, was es hat.’“
(Brooks, Kevin: Lucas, München: dtv 2005, S.439)

 

 

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