FABELhaft

Liebe Leser,

jedem von uns sind Fabeln noch aus der Schule bekannt. Es sind ganz kurze Geschichten, in denen zumeist Tiere die Hauptrolle spielen. Mit ihnen kann man unangenehme Dinge ansprechen, ohne sie direkt auszusprechen. Dieses Kunststück gelingt durch die jeder Fabel innewohnende „Moral von der Geschicht‘ „.

Besonders gelungen finde ich die Fabeln von Aesop. Er lebte im 6. Jahrhundert vor Christus und war ein griechischer Dichter. Aesop gilt als Begründer der Fabeldichtung. Seine Fabeln sind bestimmt auch Euch ein Begriff. Von ihm stammen unter anderem „Der Hirtenjunge und der Wolf“, aus der der berühmte Satz Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht stammt, oder „Der aufgeblasene Frosch“, der unbedingt so groß sein will wie ein Ochse und am Ende zerplatzt.

Ich mag besonders folgende Fabel von Aesop:

Der Löwe und die Maus

Ein Löwe lag im Schatten eines Baumes und schlief. Einige Mäuse liefen neugierig zu ihm hin, und weil sich das schlafende, mächtige Tier nicht bewegte, hüpfte eine der Mäuse zwischen seine Pranken. Da wurden auch die anderen mutig, und bald tanzten alle Mäuse auf dem schlafenden König der Tiere herum.
Die tanzenden Mäuse auf seinem Körper aber weckten den Löwen auf, er schüttelte sich unwillig und fing eine von ihnen mit seiner Pranke. Es war jene Maus, die sich als erste zu ihm gewagt hatte.
Nun, unter der gewaltigen Pranke des Löwen zitterte die Maus wohl vor Furcht, versuchte aber, es nicht zu zeigen, und rief: „Ich bitte dich, schone mein Leben! Ich will es dir mit einem Gegendienst vergelten.“
Der Löwe hob verdutzt seine Pranke und musste wider Willen über die dreiste Rede des kleinen Tierchens lachen und ließ es laufen.
Einige Zeit später geriet der Löwe in eine Falle. Es war aber nicht fern jener Stelle, wo die Maus in ihrem Erdloch lebte. Als sie den Löwen hilflos in den Netzen der Jäger sah, lief sie zu ihm und nagte mit ihren spitzen Zähnen eine Schlinge entzwei. Dadurch lösten sich die anderen Knoten und der Löwe konnte das Netz zerreißen und war wieder frei.

Diese Fabel passt zu vielen Lebenssituationen. Es geht um Vergebung, darum, seine Macht nicht auszunutzen und zu seinem Wort zu stehen. Aber auch, dass es sich gelegentlich lohnen kann, ein bisschen dreist zu sein.
Mir kam grade der absurde Gedanke, dass sie auch gut zu meiner, leider oft vorherrschenden, Einstellung „Nicht wegschmeißen! Das brauchst du bestimmt noch mal!“ passt.

Was assoziiert Ihr mit dieser Fabel? Oder habt Ihr eine andere Lieblingsfabel?
Inspirationen haben wir vor Ort reichlich 😉

Beste Grüße

S. Krüger

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