Bräuche zu Pfingsten

Liebe Leser,

die Pfingstfeiertage sind ursprünglich ein christliches Fest, mit dem jedes Jahr genau 50 Tage nach Ostern die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert wird. Neben dem religiösen Fest haben sich rund um diese Feiertage über die Jahrhunderte die verschiedensten Bräuche und Traditionen entwickelt, von denen ich Euch heute einige vorstellen möchte.

In Niedersachsen gibt es z. B. den Brauch des Pfingstbaumpflanzen, der ähnlich dem Maibaumbrauch ist. Dabei werden Birken vor den Häusern aufgestellt und mit aus Laub geflochtenen Girlanden und bunten Bändern eingebunden. Oft wir dies in einer Zeremonie mit Musik und Tanz zelebriert. Ähnlich ist der Brauch in Oelde im Münsterland. Dort wird ein mit Birken- oder Tannengrün umwickelter und mit Fähnchen und Fackeln geschmückter Pfingstenkranz aus Holzbalken vor der St. Josephs-Kirche aufgestellt, um den feierlich herumgetanzt wird.

In Frankfurt findet jährlich am Pfingstdienstag der Wäldchestag im Frankfurter Stadtwald statt. Was früher ein Volksfest der Zunft der Bäcker sowie der Hirten war, die ihre Kühe den Sommer über zur Mast in den Stadtwald trieben, wird heute in Form eines Jahrmarkts mit Fahrgeschäften, aber auch einem sehr großen kulinarischen und musikalischen Angebot auf dem Wäldchentagsgelände zelebriert.

Aus der ursprünglichen Abgeltung von Weiderechten hat sich in Deidesheim an der Weinstraße ein traditionelles Volksfest entwickelt, die Geißbockversteigerung am Pfingstdienstag. Im Mittelpunkt steht die Versteigerung eines sog. Tributbocks. Diese wird in einer langen Zeremonie gefeiert. Zuerst findet die Übergabe des Geißbocks durch den Nachbarort Lambrecht nach einer Wanderung an der Stadtgrenze zu Deidesheim statt. Anschließend wird die Übergabe im Historienspiel des „Hohen Stadtgerichts“ vor dem Rathaus in Deidesheim vollzogen und danach die Versteigerung eingeläutet. 

Im Bergischen Land ziehen Männer beim Pfingstsingen von Haus zu Haus, um den Leuten den Pfingstgruß darzubringen. Dafür werden sie mit Eiern, Speck und sonstigen Gaben beschenkt. Im Bayerischen Wald gibt es mit dem Wasservogelsingen einen ähnlichen Brauch. Dabei werden die „Wasservögel“ beim Singen von den Fenstern und Balkonen aus mit Wasser begossen und Gaben beschenkt. Derselbe Brauch wird in der Pfalz mit dem Pfingstquack begangen, wenn Kinder mit Bollerwagen umherziehen, singen und beschenkt werden.

Beste Grüße

N. Bange

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