Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“

Liebe Leser,

selten hat mich in letzter Zeit ein Roman gleichzeitig so berührt, fasziniert und – ja  auch – deprimiert, wie der Roman von Maja Lunde: „Die Geschichte der Bienen“. Hierin  hat die Autorin die Geschichte der Bienen und das Phänomen des Bienensterbens thematisiert.


Dass es den Bienen weltweit nicht gut geht und das Thema „Bienensterben“ kein neues Phänomen ist, ist wohl inzwischen allgemein bekannt. Seit einigen Jahren sind die Honigbienenvölker in vielen Ländern davon betroffen. Wissenschaftler vermuten, dass das Zusammenspiel verschiedener Ursachen (Krankheitserreger, Umweltchemikalien und Stress) zum Massensterben beiträgt. Doch wie genau diese Faktoren zusammenspielen und was man dagegen tun kann, ist noch unklar und wird intensiv untersucht.
Da die Bienen die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen sind und Pflanzen ohne Bestäubung keine Früchte bilden können, könnten etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel wegfallen, falls die Honigbienen aussterben sollten. (Quelle:https://cms.falter.at)

In ihrem Roman beschreibt Maja Lunde das Thema abwechselnd in drei fiktiven Lebensgeschichten in drei Zeitepochen:

In England im Jahr 1852 kommt der Biologe und Samenhändler William Savage, der sich zunächst als Forscher und Ernährer seiner Familie gescheitert sieht, auf die Idee, einen völlig neuartigen Bienenstock zu bauen, der eine bessere Honigausbeute ermöglichen soll.

In Ohio, USA, im Jahr 2007 wünscht sich der Imker George Savage, ein Nachfahre von William, nichts sehnlicher, als seinen Hof zu vergrößern und an seinen Sohn weiterzugeben. Während dieser andere Pläne verfolgt, stellt George mit Entsetzen fest, dass seine Bienen immer weniger werden.

In China, im Jahr 2098 hat sich die gesamte Welt total verändert. Viele Völker gibt es nicht mehr, da sie sich nicht auf die veränderten Lebensbedingungen einstellen konnten. Tao ist eine von vielen Arbeiterinnen, die in harter Arbeit Bäume von Hand bestäubt, da es keine Bienen mehr gibt. Sie lebt für ihren kleinen Sohn, für den sie sich ein besseres Leben wünscht. Doch ein mysteriöser Unfall des kleinen Wei-Wen, mitten zwischen den blühenden Obstbäumen, verändert ihr Leben.

Maja Lunde schafft es, das schwierige Thema gut lesbar, unterhaltsam und informativ zu schildern. Die Geschichte um die Bienen schildert sie ohne Anklage oder erhobenen Zeigefinger, aber doch sehr eindringlich. Alle drei Geschichten mit ihren eigenen Handlungssträngen sind einmal durch dieses Thema miteinander verbunden, aber es gibt noch weitere verbindende Elemente: in dem ein  Gegenstand aus der einen Geschichte in der anderen wiederkehrt, jeweils die Schilderung einer starken Eltern-Kind-Beziehung und die Erfahrung von Trauer und Verlust, aber auch Hoffnung.

Maja Lunde, geboren am 30. Juli 1975, ist eine norwegische Schriftstellerin, die bisher Kinder-, Jugendbücher und Drehbücher geschrieben hat. Für ihr Buch „ Die Geschichte der Bienen“ erhielt sie 2015 den norwegischen Buchhandelspreis für das beste Buch des Jahres.

Die Autorin hat für ihre Recherchen zu dem Buch viele Quellen benutzt, eine davon ist der Dokumentarfilm „More than Honey“. Der Film und das gleichnamige Buch bieten Hintergrundinformationen zum Thema Bienen und Bienensterben. Beide Medien könnt Ihr in der Bibliothek entleihen.

Vielleicht habe ich Eure Neugier auf das Buch und ein wichtiges Thema geweckt?!

Beste Grüße,

Birgit Halfkann

 

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