Verlassene Orte

Bitte auf die Seite des Fotografen verlinken www.marodes.de und das Buch vorstellen (SPIEGEL shop) und auf Verlag verlinken www.mitteldeutscherverlag.de Das Küchengebäude des ehemalien Frauensanatoriums in Beelitz, fotografiert um 2005.

Das Küchengebäude des ehemalien Frauensanatoriums in Beelitz, fotografiert um 2005. © Marc Mielzarjewicz (www.marodes.de)

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© Marc Mielzarjewicz (www.marodes.de)

Bitte auf die Seite des Fotografen verlinken www.marodes.de und das Buch vorstellen (SPIEGEL shop) und auf Verlag verlinken www.mitteldeutscherverlag.de In der Chirurgie der ehemaligen Frauen-Lungenheilstätten in Beelitz, fotografiert um 2005.

In der Chirurgie der ehemaligen Frauen-Lungenheilstätten in Beelitz, fotografiert um 2005. © Marc Mielzarjewicz (www.marodes.de)

Liebe Leser,

oft bleibt mein Blick länger hängen, wenn ich Gebäude entdecke, die leer stehen und an denen der Verfall nagt. Wie sich die Natur wieder den Raum erobert ist schön anzusehen, besonders bei Industrieruinen. Verlassene Villen oder herrschaftliche Häuser haben noch mal einen ganz besonderen Charme, da kann man sich nämlich die Geschichte des Hauses oder das Schicksal der Eigentümer dazu denken: Wer hat zuletzt im Ballsaal getanzt? Was ist mit dem Besitzer des Hauses passiert? Was ist der Grund dafür, warum das Haus nicht mehr genutzt wird?

Die Spuren des Verfalls üben aber nicht nur auf mich einen Zauber aus, es gibt eine ziemlich große Szene von Urban Explorern, die sogenannte Lost Places, also verlassene Orte, erkunden. Es geht dabei ums Entdecken und Dokumentieren, man findet viele tolle Fotos von leerstehenden Gebäuden im Netz.

Der wahrscheinlich bekannteste Lost Place in Deutschland sind die Beelitzer Heilstätten bei Berlin in Brandenburg mit über 60 denkmalgeschützten Gebäuden, versteckt in einem Waldgebiet. Ab 1898 wurde an dem Luxuskurort für lungenkranke Großstädter aus Berlin gebaut, eröffnet 1902 als eine der größten und modernsten Lungenheilstätten der Welt. Im ersten Weltkrieg dienten die Kliniken dann als Lazarett, im zweiten Weltkrieg wurden sie von der russischen Armee besetzt. Nach dem Krieg nutzten die sowjetischen Truppen das Gelände als Militärkrankenhaus. Erich Honecker fand dort nach der Wende kurz Unterschlupf, 1994 verließen die letzten Soldaten Beelitz. Der langsame Verfall begann und das Areal wurde zum Paradies für Urban Exploration.

Mittlerweile hat der Ort aufgrund seiner Bekanntheit Einiges von seinem morbiden Charme eingebüßt, viel wurde durch Vandalismus beschädigt. Ein Teil des Areals wird gerade saniert, hier sollen exklusive Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. 2015 wurde auf dem Gelände ein Baumkronenpfad eröffnet. Man kann sich bequem von oben die ehemalige Frauen-Lungenheilstätte anschauen. Spätestens damit ist der geheime Ort zu einem Ort der Öffentlichkeit geworden. Schade.

Beste Grüße
Nina Krüger

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3 Kommentare zu “Verlassene Orte

  1. smartphoto78 26. Oktober 2016 um 06:26 Reply

    Tolle Bilder und interessante Infos

    • Nina Krüger 26. Oktober 2016 um 09:15 Reply

      Dankeschön. Und es gibt noch viel mehr tolle Fotos von Marc Mielzarjewicz auf http://www.marodes.de. 🙂

  2. Bye Bye, Blog! | Leseoase 22. Dezember 2016 um 08:33 Reply

    […] aus meiner Lebenswelt vorgestellt: es ging um leckeres Gemüse (Süßkartoffeln, Rote Beete) und Verlassene Orte oder Schöne (zum Beispiel der Innenhafen in Duisburg, die Bibliothek der Folkwang Universität der […]

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