Sachbuch-Bestseller: Patient ohne Verfügung

Liebe Leser,

vor kurzem bin ich auf ein neues Sachbuch aufmerksam geworden, das meiner Meinung nach ein wichtiges Themen der Zeit behandelt. Es handelt sich darum, auf welche Art und Weise man sterben kann in unserer Gesellschaft. Ein Freund schickte mir einen Link zu dem Ausschnitt einer TV-Sendung, den ich unbedingt anschauen sollte. In dieser Sendung war Dr. Thöns zu Gast, der Autor des Buches „Patient ohne Verfügung“. Dr. Thöns ist Anästhesist und Palliativmediziner mit eigener Praxis. Er berichtete von verschiedenen Patienten als Beispiel für den derzeit üblichen Medizinbetrieb.  In einem Beispiel geht es um einen Patienten, der eine Patientenverfügung eingerichtet hatte. Es wird dargestellt, wie wenig Einfluss er letztendlich hatte auf die Art und Weise, wie er im Krankheitsfall medizinisch behandelt wurde. Dr. Thöns beschreibt, wie Angehörige „unter Druck gesetzt“ werden und Heilungserfolge versprochen werden die völlig unrealistisch sind, um medizinische Anwendunge durchzuführen. In einem anderen Fall wurde ein achtzigjähriger Patient, erkrankt an zwei tödlichen Krankheiten ohne Heilungschancen, künstlich beatmet und nach einer Komplikation mehrfach großräumig operiert. Er verstarb zum Schluss in seinem eigenen Haus an einem Beatmungsgerät. Weil eine angestellte Pflegerin nicht erkannte, dass der Patien bereits verstorben war, wurde er einen Tag über seinen Tod hinaus automatisch beatmet.

Dr. Thöns führt diese Fälle, die, wie er sagt keine Einzelfälle darstellen, auf die extrem monetäre Ausrichtung des Gesundheitssystems zurück. „In deutschen Kliniken wird operiert, katheterisiert, bestrahlt und beatmet, was die Gebührenordnung hergibt…“ lautet es im Klappentext seines Buches.

Beeindruckend finde ich, dass Dr. Thöns sagt, dass das „zivile“ Sterben in früheren Zeiten ein größtenteils friedlicher Vorgang war. Durch die jetzt mögliche Apparatemedizin und Mediziner, die daran interessiert sind, teure Behandlungen zu verkaufen, würde das einfache Sterben unmöglich gemacht.

 

blog

 

 

 

 

 

 

 

Thöns, Matthias:

Patient ohne Verfügung : Das Geschäft mit dem Lebensende. Erschienen im Piper-Verlag. 320 Seiten kosten 22,– Euro.

 

Schaut es Euch an und bildet Euch Eure eigene Meinung.

Beste Grüße

A. Kölbl

Advertisements

Mit Tag(s) versehen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: