De Openbare Bibliotheek – Niederländische Bibliothekskonzepte

Liebe Leser,

schon lange ist die Funktion von Bibliotheken keine reine Medienausleihe mehr, Bibliotheken sind vielmehr ein Lernort und Treffpunkt geworden. Die Aufenthaltsqualität gewinnt immer mehr an Bedeutung und es entstehen neue Anforderungen an diesen „Raum für Begegnung und Aufenthalt“. Gemütliche Sofas und integrierte oder angrenzende Cafés sind aus modernen Bibliotheken kaum noch wegzudenken.

Quelle: imago stock&people, von http://www.rp-online.de

Die Openbare Bibliotheek Amsterdam, Quelle: imago stock&people von http://www.rp-online.de

 

Der kürzlich in der Rheinischen Post erschienene Artikel „Die Bibliotheken der Zukunft“ stellt die Openbare Bibliotheek Amsterdam als Aushängeschild und Verkörperung der fünf Kernfunktionen Öffentlicher Bibliotheken in den Niederlanden aus dem Bibliotheksgesetz von Anfang 2015 vor: „Wissen zugänglich machen, Lernen erleichtern, das Lesen sowie Kunst und Kultur zu fördern und gesellschaftliche Begegnung zu organisieren.“

 

Bereits um den Jahrtausendwechsel wurde in den Niederlanden die Frage nach der Zukunft Öffentlicher Bibliotheken mit dem Projekt Bibliotheken 2040 in Angriff genommen. Das Jahr 2040 wurde dabei als bewusst abstrakter weit in der Zukunft liegender Zeitpunkt gewählt, um an den Rand des Möglichen zu gehen und die Fantasie anzuregen. In diesem Zusammenhang wurden sieben Bibliothekskonzepte, darunter die 24-Stunden-geöffnete Öffentliche Hotelbibliothek Hotel Alphabet in Vught oder die Survival-Bibliothek in Oisterwijk, die Entspannung, Rätselraten, Literatur und Wandern miteinander verbindet, geschaffen [1], die richtungsweisend für die Anforderungen an Bibliotheken der Zukunft sind und die Trendwende einläuten – „weg von der Bibliothek als reinem Ort des Lernens und Lesens hin zu einem multifunktionalen Ort der Zusammenkunft“.

 

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Dazu gehören ein ausreichendes Angebot an Arbeitsplätzen und Schreibtischen, bequeme Sitzmöglichkeiten, technische und elektronische Angebote, kostenfreies WLAN, Veranstaltungen und Vorträge und nicht zuletzt eine angenehme Atmosphäre, die die Bibliothek zu „einer Art drittem Ort“ zwischen Arbeit und Zuhause machen.

Die 2014 eröffnete Zentralbibliothek »Het Eemhuis« Quelle: scagliolabrakkee ©neutelings riedijk architects, von http://b-u-b.de

Die 2014 eröffnete Zentralbibliothek »Het Eemhuis«
Quelle: scagliolabrakkee ©neutelings riedijk architects, von http://b-u-b.de

 

Durch einen Prozess der Deregulierung in den Niederlanden, in dem die Zentralregierung Aufgaben an die Kommunalverwaltungen überträgt, werden dort zunehmend auch die Öffentlichen Bibliotheken miteinbezogen. So besitzt das Bibliothekssystem Eemland z. B. eine Lizenz für den Umgang mit elektronischen Behördendiensten (E-Government) oder bietet Seniorenbetreuung in Form von Kaffeestunden und Hausaufgabenhilfe für Jugendliche in der Bibliothek an. [2]

 

Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich „die Bibliothek als Wohnzimmer“ in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.

Beste Grüße

N. Bange

 

[1] Bruijnzeels, R./van Tiggelen, N.: Bibliotheken 2040. Die Zukunft neu entwerfen. Bad Honnef: Bock + Herchen, 2003

[2] De Groot, Erno:Het Eemhuis: Ein Bibliothekskonzept für die nächste Generation“, in: BuB – Forum Bibliothek und Information Online, unter: http://b-u-b.de/het-eemhuis/ (abgerufen am 04.10.2016).

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