Albi und Henri de Toulouse-Lautrec

Liebe Leser,

Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) war ein faszinierender Künstler. Seine Plakate für das Pariser Varieté Moulin Rouge und seine Zeichnungen des Pariser Nachtlebens haben ihn berühmt gemacht. Die Wenigsten wissen, dass er in einem kleinen idyllischen Städtchen auf dem Lande namens Albi geboren und aufgewachsen ist.

Im Kunstunterricht in der Schule sollten wir uns aus einem Kunstbuch, das alle Epochen und Stile umfasste, ein Kunstwerk heraussuchen, das uns besonders gefiel, ein Referat über Künstler und Stilrichtung halten und das Kunstwerk mit einer kleinen Veränderung, die anhand der Analyse des Künstlers und des Werkes herausgearbeitet wurde, nachzeichnen. Das kontrastreiche geradlinige Divan Japonais (1892/93) von Henri de Toulouse-Lautrec sprang mir dabei sofort ins Auge. Seitdem faszinierte mich dieser Künstler. Also war es Zeit, seiner Heimatstadt inklusive des Toulouse-Lautrec-Museums mal einen Besuch abzustatten.

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Albi liegt im Süden Frankreichs in der Region Midi-Pyrénées an der Tarn. Von Weitem ragt das Wahrzeichen der Stadt hinaus, die Kathedrale Sainte-Cécile, die zu den ältesten Backsteinbauten der Welt zählt.

Kathedrale Sainte-Cécile

Kathedrale Sainte-Cécile

 

Im Innern ist sie mit aufwändigen Fresken im Stil der Frührenaissance gestaltet. Die Kathedrale liegt in der Albi auszeichnenden sehr schönen historischen Altstadt im Bischofsviertel, wo sich ebenfalls die Kirche Saint-Salvi und der Bischofspalast befinden. Seit 2010 stehen diese Bauten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Und in dieser Weltkulturerbestätte, dem Bischofspalast, befindet sich auch das Museum Toulouse-Lautrec d’Albi.

 

Ein Abzug von Toulouse-Lautrecs erstem (Werbe-)Plakat „Moulin Rouge, La Goulue“ (1891) an einer Mauer in Albi

Ein Abzug von Toulouse-Lautrecs erstem (Werbe-)Plakat „Moulin Rouge, La Goulue“ (1891) an einer Mauer in Albi

Henri de Toulouse-Lautrec hatte in seiner Kindheit zwei Reitunfälle, bei denen er sich zunächst das eine und daraufhin das andere Bein brach und aufgrund einer Erbkrankheit kleinwüchsig blieb. Die langen Genesungsaufenthalte führten dazu, dass er sich der Malerei widmete. Für sein anschließendes Kunststudium ging er nach Paris, wo er u.a. Vincent van Gogh und Emile Bernard kennenlernte und in den Zirkel der Pariser Bohème rund um den Montmartre eintauchte. Er war fasziniert von dieser Schattenwelt, in der er sich mit seiner Kleinwüchsigkeit erstmals anerkannt fühlte. Das Schillern und das Vergnügen der Nacht porträtierte er in zahlreichen Bildern und Skizzen. Dabei bediente er sich der alten, fast vergessenen Drucktechnik der Farblithografie und entwarf ab 1891 zunehmend Plakate für Bars und Cafés am Montmartre. Durch das Druckverfahren waren Plakate schnell und einfach reproduzierbar. So ebnete er den Weg von der Künstler-grafik zur Gebrauchsgrafik und revolutionierte nachhaltig die Plakatgestaltung. Einige dieser Werke können im Museum in Albi bewundert werden. Und gleichzeitig die wunderschöne Architektur des kleinen Städtchens in Südfrankreich.

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Beste Grüße

N. Bange

 

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