90 Minuten Infodienst

Liebe Leser,

werde ich als Fachangestellte für Medien- und  Informationsdienste nach meinem Beruf gefragt, sage ich „Ich arbeite in einer Bücherei“. „Ah, wie schön, Du machst was mit Büchern“ antwortet das Gegenüber dann oft. Meist belasse ich es dabei, denn zu beschreiben, was zu unserem Job gehört, würde Zeitfenster zersprengen. Aber: dafür haben wir ja unseren Blog. 🙂

Wie wir hier in der Bibliothek arbeiten und was zu unseren Aufgaben gehört, haben wir Euch in unseren Blogbeiträgen ja öfter schon beschrieben. Daran möchte ich anknüpfen, mit einem „Protokoll“ einer eineinhalbstündigen Schicht an der Informationstheke im Erdgeschoss.

14.07.2016, 14:30 bis 16 Uhr

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Zu Beginn leere ich die Rückgabebox, kontrolliere die CDs und DVDs, alles ist vollständig, drei kaputte Hüllen tausche ich aus.

Ich nehme drei Hörbücher als Geschenk an und zähle zwei Spiele, dabei klingelt das Telefon. Dort fragt jemand, ob es für eine bestimmte Veranstaltungen eine begrenzte Teilnehmeranzahl gibt. Das kann ich erst nach meinem Infodienst klären, da ich die Referentin kontaktieren muss.

Ein Kunde will bei mir Geld wechseln für den Parkscheinautomat, ich erkläre ihm die Wechselfunktion des Kassenautomaten.

Am Telefon gebe ich Auskunft, ob ein vorgemerkter Film schon zur Abholung bereit steht.

Ich sortiere das Rückgaberegal, das Telefon klingelt. Eine Kundin fragt, ob wir ein Buch schon im Bestand haben, ich recherchiere in unserem Katalog, der Status des Romans ist „bestellt“. Daraufhin recherchiere ich bei amazon das Veröffentlichungsdatum, damit ich der Kundin ungefähr sagen kann, wann es bei uns ausleihbar sein wird.

Ein Kunde an der Infotheke ist auf der Suche nach einer bestimmten Zeitschrift, ich gucke im Katalog nach und kann ihm antworten, dass wir diese Zeitschrift  leider nicht mehr im Bestand haben.

Das Telefon klingelt, jemand möchte eine Kollegin sprechen. Da die Kollegin im Urlaub weilt, kann ich den Anruf nicht weiterleiten.

Vor mir steht jemand, der den Weg zur VHS wissen möchte. Da wir mit deutsch und englisch nicht weiterkommen, versuche ich ihm über Google Maps zu zeigen, wie er dort hinkommt.

Eine Kundin fragt, ob wir Leihfristen ausweiten, wenn man in Urlaub fährt.

Eine Vormerkung wird abgeholt. Außerdem lösche ich auf Wunsch der Kundin eine weitere Vormerkung aus ihrem Konto.

Jemand gibt einen Medienwunsch bei mir ab. Ich recherchiere im Katalog, ob wir das Buch bereits im Bestand oder schon bestellt haben.

Eine Kundin kommt zu mir, der Selbstverbucher habe gesagt „Bitte melden Sie sich an der Theke“. Da ist sie bei mir richtig, denn diese Meldung erscheint, wenn die Jahresgebühr fällig ist. Ich verlängere den Ausweis, frage, ob sich bei den Adressdaten etwas geändert hat und sage der Kundin, dass sie die Gebühren am Kassenautomaten zahlen kann.

Ein Mädchen steht mit ihrer Mutter vor mir. Sie fragt, ob zwei kleine Spielzeugdrachen bei uns abgegeben worden sind. Ich gucke in unsere Fundschublade, tatsächlich, da sind sie und gebe die Drachen dem Mädchen wieder. Das strahlt und ich dann auch.

Ich verlängere noch einen Benutzerausweis und danach die Medien, die auf dem Konto ausgeliehen sind.

In zehn Minuten startet unsere neue Veranstaltungsreihe „Kuschelkino“. Ich mache eine Durchsage, damit die Kunden, die sich bei uns im Haus befinden, bescheid wissen und daran teilnehmen können.

Es wird gefragt, wo das Kuschelkino stattfindet, ich schicke die Familie in die erste Etage. Jemand anderes fragt, welcher Film gezeigt wird und wie lange dieser Film dauert. Dir erste Frage kann ich beantworten, für die zweite recherchiere ich bei amazon.

Einer unserer Schülerhelfer kommt und ich trage ihn in die Zeiterfassungstabelle ein.

Ein Kunde kommt zu mir, weil es bei der Ausleihe einer Zeitschrift am Selbstverbucher Probleme gab. Ich schaue im Katalog nach, die Zeitschrift hat noch den Status „Präsenzbestand“, ich ändere den Status auf „verfügbar“ und der Kunde kann nun zum Selbstverbucher gehen.

Ich erkläre einer Kundin, wie ihre Gebühren entstanden sind. Der nächsten Kundin gebe ich ein vorgemerktes Buch aus.

Jemand kommt zu mir, weil er bei der Rückgabe von Medien am Selbstverbucher Probleme hat. Ich gehe mit ihm zu den Geräten und erkläre ihm, wie die Rückgabe funktioniert.

An der Infotheke steht eine Kundin, die eine Vormerkung abholen möchte.

Als nächstes steht eine Kundin vor mir, die einen Brief von uns bekommen hat, weil ein von ihr ausgeliehenes Buch einen ziemlichen Wasserschaden hat. Ich zeige ich das beschädigte Buch und erkläre ihr das Vorgehen. Da sie den Brief nicht dabei, das Buch aber sofort nachkaufen möchte, mache ich eine Kopie des Briefes.

Das Telefon klingelt, jemand möchte seine Medien verlängern.

Zu mir kommt jemand mit der Bitte um eine Sonderverlängerung der Leihfrist wegen des bevorstehenden Urlaubs.

Ein Kunde hat sich zwei Bücher aus unserem Buchverkauf ausgesucht, ich entsichere diese und kassiere das Geld.

Da die neuen VHS-Programme stark nachgefragt werden, lege ich neue Exemplare nach.

Ich verlängere einen Benutzerausweis und drucke auf Wunsch das Gebührenkonto für die Kundin aus. Am Telefon verlängere ich Bücher und DVDs.

Dem nächsten Kunden gebe ich für ein Pfand die aktuelle Ausgabe des Focus.

Danach zähle ich noch ein Spiel und kontrolliere die Rückgabebox, alle CDs und DVDs sind vollständig, keine Hülle ist kaputt.

Jemand fragt nach Bechern für den Wasserspender.

Telefonisch verlängere ich noch einmal Medien.

Ob man hier bei uns ins Internet gehen und etwas ausdrucken könne ist die letzte Frage bevor die Kollegin mich ablösen kommt. Ich erkläre, wie und wo das bei uns funktioniert.

Wir machen was mit Büchern? Ja, auch! 🙂

Beste Grüße
Nina Krüger

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5 Kommentare zu “90 Minuten Infodienst

  1. Stadtbibliothek Eu 21. Juli 2016 um 10:46 Reply

    Sehr schön beschrieben! 🙂 Bis auf ein paar abweichende Kleinigkeiten, könnte dieses Protokoll auch von uns aus Euskirchen stammen. 😛

    • Nina Krüger 21. Juli 2016 um 11:15 Reply

      Danke schön. 🙂

  2. mediokrefeld 21. Juli 2016 um 14:55 Reply

    Sehr schön geschrieben, bis auf ein paar Kleinigkeiten sieht es bei uns genauso aus 😉

    Eure Mediothek

    • Nina Krüger 21. Juli 2016 um 14:57 Reply

      Hahaha, anscheinend ’same procedure everywhere‘. 🙂
      Danke sehr.

  3. Bye Bye, Blog! | Leseoase 22. Dezember 2016 um 08:33 Reply

    […] Pop Festival“, eine Herzensangelegenheit. Außerdem wisst Ihr jetzt, was man in Hilden in einem Infodienst so alles […]

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