Schön bergisch Kaffee trinken

Liebe Leser,

vor einigen Wochen hat meine Kollegin Nina Krüger in ihrem Blogbeitrag von „ihrem“ Ruhrpott geschwärmt und uns einen tollen Reiseführer vorgestellt.

Als „Kind des Bergischen Landes“ will ich nun gerne von meinem Erlebnis im Niederbergischen Museum in Wülfrath berichten. Neben einer Dauerausstellung über das Leben und Arbeiten in der niederbergischen Region des 19. Jahrhunderts und die industriellen Abbaumethoden der Wülfrather Kalkindustrie bietet das Niederbergische Museum unter anderem auch die „echte“ Bergische Kaffeetafel als Highlight an.

An einem sonnigen Samstagnachmittag machten wir uns mit ca. 30 Personen auf den Weg. Um 14.30 Uhr sollte es losgehen.

Im „bäuerlichen Kaminzimmer“ waren drei große Tische liebevoll gedeckt, einladend standen schon Tassen und Teller bereit. Ich habe mir sagen lassen, dass im Winter sogar ein echtes Feuer im Kamin brennt.

Bergische Kaffeetafel

Die geschichtlichen Hintergründe der originalen „Bergische Kaffeetafel“ wurden uns durch eine Mitarbeiterin des Museums erklärt, mit kleinen Anekdötchen führte sie uns durch die verschiedenen Gänge: Zuerst bekamen wir Korinthenweißbrot mit Butter, Honig und Milchreis, bestreut mit Zucker und Zimt. Danach wurden frische Waffeln serviert. Den Abschluss bildete dann eine Schnitte Schwarzbrot mit Butter und Quark.

Dabei durfte natürlich auch die berühmte „Dröppelminna“ nicht fehlen, eine dreibeinige Kaffeekanne aus Zinn mit Kran. Den Namen hat die Kaffekanne aus einer Zeit, als man noch keine Kaffeefilter kannte. Deshalb verstopfte der Kaffeesatz irgendwann den Ausguss, so dass die Kanne nur noch vor sich hin „dröppelte“.

Das „Problem“ mit dem Kaffeesatz hatten wir nicht, denn es war dann doch Filterkaffee in der Kanne. Der Kran brauchte trotzdem einige Zeit, bis so eine Kaffeetasse mit Kaffee gefüllt war. Es dauerte also etwas, bis wir alle kaffeetechnisch versorgt waren. Glücklicherweise standen mehrere Dröppelminnas bereit 🙂

Den Deckel der Dröppelminna benutzte man übrigens damals als Kaffeemaß. Weil die Kanne sehr schwer ist, wird auch die Kaffeetasse zur Kanne geführt, nicht umgekehrt.

Den Abschluss der „Bergischen Kaffeetafel“  in gemütlicher Runde und auf der guten Grundlage bildete für den, der es mochte dann noch einen „Klarer“.

Zinnbecher

Nach dem geselligen Kaffeetrinken konnten wir noch einige Minuten die Ausstellungstücke des Niederbergischen Museums bewundern, die Zeit rannte nur so dahin, denn um 17.00 Uhr haben wir uns dann zum Abschluss in einem kleinen Vorführraum versammelt.

Dort gab es eine interessante Filmvorführung zur Herstellung von Brot im Bergischen Land in früherer Zeit. Mit Original-Aufnahmen von damals. Lehrreich und lustig zugleich.

Wer sich die mit sehr viel Liebe zum Detail aufgebaute Ausstellung des Museums anschauen möchte, der sollte aber nochmal zu einem Extra-Besuch vorbei kommen, denn es gibt so viel zu sehen, dass man in der Zeit zwischen Kaffeetafel und Filmvorführung nicht wirklich alles mit Zeit betrachten kann.

Wülfrather Stadtwappen

Ein gelungener Nachmittag im Niederbergischen Museum Wülfrath – ein Besuch lohnt sich wirklich! Nicht nur für Wülfrather… 🙂

 

Beste Grüße,

Sonja Tewes

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