Musikalische Vielfalt am Hochofen

Liebe Leser,

nur noch Kulisse ist die Industrie, wenn an diesem Wochenende wieder das „Traumzeit“-Festival im Landschaftpark Nord in Duisburg stattfindet. Aber was für eine!

 

Abends taucht eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park das alte Hüttenwerk in bunte Farben. © Horst Zielske

Abends taucht eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park das Hüttenwerk in bunte Farben.
© Horst Zielske

August Thyssen baute 1901 das Hochofenwerk mit insgesamt fünf Hochöfen. Bis zur Stillegung des Werks 1985 wurde auf dem Gelände Roheisen produziert, als Vorprodukt für die Weiterverarbeitung in den Stahlwerken von Thyssen. 1988 erwarb das Land NRW die Industriebrache von über 200 Hektar und machte das Hüttenwerk zum Projekt der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA). Für das Gelände wurde im Rahmen der IBA eine neue Nutzung erdacht: von 1990 bis 1999 entstand rund um das alte Hüttenwerk ein Kultur-, Natur- und Freizeitpark. Hochofen 5 wurde zum Beispiel für die Besucher geöffnet und heute kann man über eine eiserne Treppe hinaufgehen zu einer Aussichtsplattform. Der Weg lohnt sich. Die Kraftzentrale und der Gebläsehallenkomplex wurden saniert und zu multifunktionalen Veranstaltungsorten umgebaut. Die Giesshalle erhielt eine Tribüne und ein Dach, im Sommer findet dort ein Open-Air-Kino statt.

Und an diesem Wochenende auch das „Traumzeit“-Festival. Entstanden 1997 als stilistisch offenes Musikfest mit den Schwerpunkten Jazz und Weltmusik hat es sich bis heute zu einem Festival für Popmusik im weiteren Sinn entwickelt. Geblieben ist die Grenzüberschreitung der Stile innerhalb des Programms, jenseits des Mainstreams. Programmmacher Marcus Kalbitzer erklärt: „Unser Angebot ist geschmackvolle Popmusik in all ihren Facetten, aber immer mit Ecken und Kanten.“ So vereint das Line-Up in diesem Jahr beispielsweise Hip Hop von „Fünf Sterne Deluxe“, ursprünglichen Indierock von „Dinosaur Jr.“, Psychodelisches von „Goat“, Synthiepop von „Air“ und deutsche Texte von „Tocotronic“.

Hört sich doch gut an, oder? Also, ich bin da – und laufe hoffentlich zwischen Gebläsehalle, Gasometer, Hochhofen und Gießhalle einer Kollegin über den Weg.

Beste Grüße
Nina Krüger

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4 Kommentare zu “Musikalische Vielfalt am Hochofen

  1. jweinreich 20. Juni 2016 um 04:31 Reply

    Toll geschrieben…schon fast einladend.
    Hattest du ein schönes musikalisches Wochenende dort gehabt?

    Bisher hatte ich es noch nie geschafft dort hinzukommen. Vielleicht beim nächsten Mal.

    • Nina Krüger 21. Juni 2016 um 10:25 Reply

      Danke! Ja, schön wars, besonders der Auftritt von ‚Air‘. Eines der besten Konzerte, die ich gesehen habe – und das waren schon einige…

      Dann vielleicht bis zum nächsten Mal. 🙂

  2. schauwerte 20. Juni 2016 um 14:39 Reply

    Ein schönes Festival. Highlights waren für mich Augustines, Kelvin Jones und Asgeir

    • Nina Krüger 21. Juni 2016 um 14:27 Reply

      Fürs nächste mal wünsche ich dem Festival dann auch noch schönes Wetter.
      Asgeir hätte ich auch gerne gesehen, bei Isländern kann man ja meist nix falsch machen…

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