Mein Leben als Rollenspiel

Liebe Leser,

ich denke, jeder von uns hat ein paar schlechte oder zumindest ärgerliche Angewohnheiten, an denen er schon lange arbeiten wollte. Oder? Ich kann für mich selbst auf jeden Fall sagen, dass ich mich schon sehr oft dabei erwischt habe zu sagen – „Mensch, daran solltest du endlich mal etwas ändern.“
Aber wie das Leben eben so spielt, ganz so einfach ist das leider nicht.
Dafür haben einige Freunde von mir und ich eine äußerst unterhaltsame Hilfe gefunden: Habitica!

Was das ist?
Eine Online-Zeitmanagement-Anwendung, wobei die Beschreibung ein wenig vage klingt. Es ist ein Programm, das helfen soll, Gewohnheiten im realen Leben dadurch zu verbessern, indem es wie ein Videospiel aufgebaut ist und es für die Erfüllung von Aufgaben Erfahrungspunkte und Gold gibt.
Als jemand, der für sein Leben gern Videospiele spielt, war ich dafür natürlich schnell zu begeistern und mal ehrlich – wer möchte nicht für den erledigten Abwasch Gold und coole Ausrüstungsgegenstände bekommen, statt einfach nur sauberes Geschirr? Eben!

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Na, wer sieht welche Aufgabe so lange verschoben wurde, dass sie strafend rot ist? 😦

Man erstellt also einen Charakter und setzt sich selbst Aufgaben. Unterteilt wird dabei in Gewohnheiten, tägliche Aufgaben und To-Dos, die jeweils unterschiedlich gewertet werden. So bekommt man für To-Dos, die größere Aufgaben darstellen, mehr Punkte und Belohnungen als für kleine Gewohnheiten. Aber all das kann man dem persönlichen „Schwierigkeitsgrad“ anpassen. Für mich zum Beispiel ist es manchmal schon eine echte Herausforderung, jeden Tag richtig zu kochen statt mir einfach nur eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben – entsprechend hat diese Gewohnheit bei mir die Schwierigkeitsstufe Mittel und gibt mehr Erfahrungspunkte als die Gewohnheit, morgens aufs Frühstück zu verzichten, weil ich zu viel Zeit vertrödele.

Ja, man kann auch manchmal recht verrückte Sachen einstellen, wie bei mir zu sehen ist. 😉 Ich habe zum Beispiel die schlechte Angewohnheit, immer die gleichen Serien und Filme zigmal zu schauen statt den neuen Sachen, die schon ewig auf meiner Netflix- oder Amazon Prime-Liste stehen und deshalb ist bei den Gewohnheiten auch sowas wie „1 neue Folge gucken“ dabei. Klingt nicht unangenehm, klar, aber ist für mich schon eine Motivation, auf diese Gewohnheit zu verzichten und stattdessen ein paar Sachen anzusehen, die ich vielleicht sonst weiter aufschieben würde.

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Order of the To-Do-List – unsere epische Abenteuergruppe, die zuletzt das Monster von Koch Less besiegt hat. Ja, wir sind echte Helden!

Aber was ist ein Rollenspiel ohne Kämpfe?
Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, Gruppen zu bilden und gegen Bosse zu kämpfen! Wie Ihr sehen könnt, ist unsere Gruppe besonders cool, denn wir reiten auf gigantischen Bienen! 🙂
Man kann ab einem gewissen Level eine Klasse wählen – klassische Rollenspiel-Klassen wie Krieger, Magier, Schurke und Heiler – und dann mit seinen Freunden große Boss-Kämpfe erledigen. Wir kämpfen gerade gegen den angsteinflößenden Wäschebeschwörer und wie ich zu meiner Schande gestehen muss, habe ich gestern verbummelt, meine Aufgaben zu erledigen und deshalb nicht dem Monster sondern meiner Gruppe Schaden zugefügt. Ups.
Zum Glück bin ich unser Heiler und kann gleich darauf mein Mana verwenden, um ein wenig Heilung zu zaubern. 😉 Günstig gewählt, die Klasse.

Durch die gemeinsamen Kämpfe erhält man zusätzliche Motivation, um seine täglichen Aufgaben und Gewohnheiten zu bewältigen – wenn man das versäumt, macht der Boss nämlich Schaden bei der gesamten Gruppe und man macht keinen Fortschritt dabei, ihn endlich zu besiegen!
Mir macht es gerade ein ziemlich schlechtes Gewissen, dass ich meine Gruppe vernachlässigt habe, entsprechend werde ich wohl die nächste Zeit wieder verstärkt darauf achten, brav meine Aufgaben und To-Dos abzuarbeiten. 😉

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So viele Zombie-Tiere … süß. Einer meiner Favoriten – der Zombie-Kaktus.

Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, zufällig Haustiere und Futter für die selbigen zu finden, sodass man sie zu zukünftigen Reittieren heranfüttern kann und mal ehrlich, diese kleinen Pixeltiere sind wirklich zu süß, um sich nicht um sie kümmern zu wollen! 🙂
Ansonsten kann man auch noch an großen Wettbewerben teilnehmen und und und. Das Programm bietet vieles, was für Motivation und Spaß sorgt, was für eine „Zeitmanagement-Anwendung“ wirklich beeindruckend ist, wie ich finde.

Was haltet Ihr von solchen Spielen? Gute Idee oder Zeitverschwendung? Falls ich Euer Interesse geweckt habe, schaut doch mal rein – es ist kostenlos! – und probiert, Eure eigenen Gewohnheits-Monster zu besiegen!
Ich werde jetzt erstmal meine Blogbeitrag-To-Do streichen und hoffen, dass ich damit dem Wäschebeschwörer eins auswischen kann. 😉

Beste Grüße,
Nina Bullendorf

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