1LIVE Klubbing-Lesung mit Benjamin von Stuckrad-Barre

Liebe Leser,

nach dem rasanten Durchbruch mit Soloalbum (1998), acht weiteren Büchern, Stuckrad Late Night und Jahren schriftstellerischer Abstinenz fühlte Benjamin von Stuckrad-Barre sich schließlich seinen Lesern gegenüber schuldig, aus seinem Leben zu erzählen. Was er dazu noch brauchte, waren der richtige Zeitpunkt und „ein Gefäß“, um das Buch zu schreiben, das er laut Klappentext „schreiben musste“ (Ferdinand von Schirach).

Den richtigen Zeitpunkt fand er in Los Angeles zu einer Zeit „in einem sehr dunklen, nichtendenwollenden seelischen Dauernovember“. Das richtige Gefäß würde sich als „Buch über die Freundschaft, über Helden, Schmerz und Rettung und über all die anderen Dinge, die uns ausmachen“ (von Schirach) entpuppen. Der Titel: Panikherz.

Eine Biografie, aber nicht klassisch. „Geburt, Schule, Arbeit, Tod“, das ist nicht das Leben, das von Stuckrad-Barre sich vorstellt. „Der Held in seiner Autobiografie“ möchte hoch hinaus, nicht nur nah an Stars und Helden heran, sondern am besten selbst einer werden. Wie genau, das spielt erstmal keine Rolle. Der Weg ist das Ziel, der Zweck heiligt die Mittel. Vom Redakteur über Plattenfirmen zum Fernsehen und dann, als der richtige Zeitpunkt winkt, als Autor selbst hinein ins Rampenlicht, auf die ganz große Bühne. Er bekommt sein Rockstarleben, auch ohne Musikinstrument in der Hand: Alkohol, Party, Drogen, Bulimie.

Bildquelle: picture-alliance / Berliner Zeitung, von WDR 1LIVE

Die im prall gefüllten „Saal 1“ vorgetragenen Passagen spiegeln die volle Bandbreite, die das Buch abdeckt: Witz und Selbstironie, Spaß, Absturz, Hölle, Hölle, Hölle, Aufstehen. Ausgewählte Beobachtungen mit gewohnt direkter und ehrlicher Wertung. Das Leitmotiv heißt Udo Lindenberg, der früher Idol war, heute Freund, Weggefährte und, wie von Stuckrad-Barre selbstironisch anmerkt, sein „Bewährungshelfer und Zivildienstleistender“ ist. Die Lesung, auch eine Hommage an Udo Lindenberg.

Benjamin von Stuckrad-Barre hält fest, dass es sich bei seinem „Buch“ nicht um Memoiren handelt. Nicht „Wirklichkeit“, sondern „Wahrheit“ braucht ein Buch wie dieses laut Stuckrad-Barre. Diese hat er mit großem Abstand und viel Selbstreflektion gefunden. Und seinem Publikum in bekannt charmant ironischer Weise nahegebracht. Vielen Dank dafür!

Beste Grüße

N. Bange

 

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