25.02.2016 – Tag der Schachtelsätze!

Liebe Leser,

inzwischen wird ja tatsächlich jeden Tag  sowohl an berühmte Personen und Ereignisse als auch an ernste oder humorvolle Tatsachen erinnert. Das Thema des heutigen Gedenktags „Tag der Schachtelsätze“ kannte ich noch nicht, finde es aber durchaus ansprechend.
Die Information dazu habe ich im Internet auf folgender Seite  gefunden:
http://www.kleiner-kalender.de/event/tag-der-schachtelsaetze/60215.html . Hier heißt es:

„Der Tag der Schachtelsätze wird, im Jahr 2016, im Monat Februar, am 25. Tag dieses Monats, veranstaltet. … Mit dem Schachtelsatz, der auch als Hypotaxe bekannt ist, wird die Unterordnung von Nebensätzen unter Hauptsätze bezeichnet, zu deren Verknüpfung oft Konjunktionen verwendet werden. Bei der Verwendung von Schachtelsätzen, wie sie zum einfachen Verständnis besser nicht eingesetzt werden, werden Situationen oder Themen komplex, aber teils auch sehr detailliert, dargestellt“.

Und – alles verstanden? Schachtelsätze, wie Ihr oben schon lesen konntet, sind lange, kompliziert gebaute Sätze mit mehrfach untergeordneten Nebensätzen“ (http://www.duden.de/rechtschreibung/Schachtelsatz), häufig in beruflichen Texten zu finden, wenn man einfach zu viele Gedanken in einem Satz unterbringen will. Ihr kennt sie vielleicht auch unter dem umgangssprachlichen Begriff „Bandwurmsätze“.

Gar nicht so einfach, wie ich feststellen muss, wenn man bewusst einen solchen Satz formulieren möchte. Dabei gibt es berühmte „Vorbilder“, die für diese Technik bekannt sind, z. B. Thomas Mann und Heinrich von  Kleist. Ein Beispiel dazu aus seiner Novelle „Der Findling“:

„Er unterhandelte noch, in der ersten Station, mit den Wirtsleuten, über die Art und Weise, wie er seiner wieder los werden könne: als er schon auf Befehl der Polizei, welche davon Wind bekommen hatte, arretiert und unter einer Bedeckung, er, sein Sohn und Nicolo, so hieß der kranke Knabe, wieder nach Ragusa zurück transportiert ward.“

Aber nicht nur in der Literatur, auch im Journalismus sind diese „Satzungetüme“ zu finden. So hat sich bereits vor mehr als 100 Jahren  Mark Twain in seinem Aufsatz „Die schreckliche deutsche Sprache“ mit dem Phänomen befasst:

„In einer deutschen Zeitung setzen sie ihr Verb drüben auf der nächsten Seite hin; und ich habe gehört, dass sie manchmal, wenn sie eine oder zwei Spalten lang aufregende Einleitungen und Paranthesen dahergeschwafelt haben, in Zeitnot geraten und in Druck gehen müssen, ohne überhaupt bis zum Verb gekommen zu sein. Natürlich lässt das den Leser in einem Zustand starker Erschöpfung und Unwissenheit zurück.“
(Quelle: www.welt.de)

Jetzt habt Ihr einen Eindruck, wie’s geht und Ihr könnt dem Aufruf auf der o. g. Webseite folgen, heute den ganzen Tag verwirrende, aber auch vielleicht lustige Schachtelsätze zu bilden.

Viel Spaß dabei wünscht

Birgit Halfkann

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