Meine wundervolle Buchhandlung

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch ein Buch ans Herz legen: „Meine wundervolle Buchhandlung“ von Petra Hartlieb. Die Autorin schreibt darüber, wie sie mit ihrem Mann zusammen bei einem Wienbesuch durch Freunde davon erfährt, dass eine alteingesessene Buchhandlung in der Stadt schließt und aus einer Weinlaune heraus wird daraus ein Besichtigungstermin der Buchhandlung und ein Kaufangebot. Ziemlich überraschend werden sie so Besitzer eines Geschäfts.

„Wir haben eine Buchhandlung gekauft. In Wien. Wir haben eine Mail mit einer Zahl geschrieben, ein Gebot, einen Betrag, den wir gar nicht hatten, und nach einigen Wochen kam die Antwort: Sie haben eine Buchhandlung gekauft! […] Und nun haben wir für eine Buchhandlung geboten, in einer Stadt, in der wir nicht leben, mit Geld, das wir nicht haben. Und haben sie bekommen. Und jetzt? Jetzt müssen wir das durchziehen.“

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Die Geschichte erzählt vom Umzug von Hamburg nach Berlin, vom Renovieren des Ladens, vom ersten Wareneinkauf und den ersten Kunden. Das Geschäft läuft schnell an. Weil die Hartliebs Bücher lieben und weil sie den Laden mit Herz, Bescheidenheit und Glauben an das Gute führen. Als Leser wird man Teil des Familienbetriebs und bekommt einen guten Eindruck davon, was es heißt heutzutage eine Buchhandlung zu führen. Man blickt ins Hinterzimmer und erfährt viel über den Literaturbetrieb: Wieso „Büchertische machen“ unbeliebt und warum Amazon schlecht ist, wie ein Dinner mit T.C. Boyle läuft und ob Besuche von Vertretern von Verlagen genauso wie Staubsaugervertreterbesuche sind. Und dann sind da noch die Kunden:

 

„Jedes Mal dieser Eiertanz, wenn man rausfinden möchte, welche Art von Buch eine Kundin gerne möchte, wenn sie in den Laden kommt und sagt: „Empfehlen Sie mir ein gutes Buch.“ Was könnte das sein? Was ist für die Dame ein gutes Buch? Irgendetwas zwischen Elfriede Jelinek und Cecilia Ahern, aber wie bekomme ich das raus, ohne beleidigend zu sein? „Eher was Anspruchsvolles oder was Unterhaltsames?“ Wie blöd ist das denn? Warum kann etwas Anspruchsvolles nicht auch unterhaltsam sein? […] Noch schwieriger ist es natürlich, wenn die Leute Geschenke suchen. Manche kommen rein wie in eine Blumenhandlung oder ein Weingeschäft und sagen, sie wollen ein Buch als Geschenk. Keine Idee, was. „Ein Geburtstagsgeschenk für eine fünfzigjährige Dame.“ „Hat sie sonst noch irgendwelche Interessen?“ Ich versuche einer Kundin zu erklären, dass es ungefähr so wäre, als würde sie ein vierstöckiges Bekleidungsgeschäft betreten und unten im Erdgeschoss dem Securitypersonal an der Tür sagen: „Ich hätte gerne etwas zum Anziehen“, Pelzmantel, Socken, BH, Herrenanzug, Bikini?

Und dieses Weihnachtsgeschäft:

„Wenn uns dann zwanzig Menschen gegenüberstehen, die alle sofort drankommen möchten, keiner möchte warten, aber alle wollen eine individuelle Beratung, dann laufen wir zur Hochform auf, denn wenn wir den Humor verlören, würden wir uns sofort irgendwo verkriechen und auf der Stelle einschlafen.“

Ein leidenschaftliches Buch, das daran erinnert, wie toll Bücher sind und warum man einen Beruf, der mit Büchern zu tun hat, lieben muss. Haben wir leider nicht im Bestand, aber kann man ja prima in einer kleinen Buchhandlung kaufen und lesen. Oder verschenken, zu Weihnachten.

Beste Grüße
Nina Krüger

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Ein Kommentar zu “Meine wundervolle Buchhandlung

  1. Bye Bye, Blog! | Leseoase 22. Dezember 2016 um 08:33 Reply

    […] in Düsseldorf). Ich habe Euch Bücher vorgestellt, die ich mag („Wo die wilden Kerle wohnen“, „Meine wundervolle Buchhandlung“) und kleine Entdeckungen mit Euch geteilt („Modern Haferflocken – Overnight Oats“). Teilhaben […]

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