Computerspiele – Mehr als reiner Zeitvertreib?

2015-09-25 10.02.39

Liebe Leser,

ist Euch auch schon einmal aufgefallen, dass einige Computerspiele eine viel tiefgründigere Story aufweisen als manche Romane oder Spielfilme? Entsprechend neugierig war ich, als ich von der Fortbildung zum Thema „Literarisches Lernen anhand von Computerspielen“ erfuhr.

Viele Computerspiele gelten ja für einige als sinnloser Zeitvertreib, bei dem man stundenlang vor einem Bildschirm hockt und einfach Level für Level mehr oder weniger gedankenlos durchspielt. So kommt es bei vielen Jump ´n´ Run-Spielen vor, dass man eigentlich nur von A nach B rennt, zwischendurch Münzen einsammelt, Hindernisse überwindet und Gegner durch das monotone Drücken von Knöpfen besiegt. Dazu gesellen sich diverse Sportspiele, die zwar auf interessante Art und Weise sportliche Aktivitäten simulieren, letztlich aber in ihren Spielabläufen beschränkt bleiben. Natürlich können diese auch Geschichten erzählen, z.B. wenn es im Karrieremodus darum geht, vom Amateurtrainer zum Startrainer zu werden oder versucht wird, die Freunde eines Protagonisten aus den Händen des Bösewichts zu befreien. Aber mal ehrlich, habt Ihr bei solchen Spielen wirklich das Gefühl, dass die Geschichte im Vordergrund stehen oder gar einen tieferen Sinn haben soll?

Dass dies nicht immer so sein muss habe ich bei der Schulung gelernt. Viele Spiele weisen durchaus erzählerische Strukturen auf, die denen literarischer Texte ähnlich sind. Deren Storys enthalten einen Anfang, mehrere Zwischensequenzen, einen dramaturgischen Aufbau sowie einen finalen Schlussakt, ähnlich wie in einem Roman. Der Spieler selbst steuert einen Protagonisten durch die Geschichte, mit dem er mehrere Präsentations- und Aktionssequenzen durchschreitet. Dabei entwickelt sich dann oft ein lebendiger und komplexer Handlungsaufbau, den man sich gebannt Schritt für Schritt erspielt. Nicht selten kommt es dem Spieler so vor, als wäre er selbst mitten im Spielgeschehen.

Der Spieler beginnt, meistens unbewusst, eigenhändig die Charaktere zu untersuchen und Personenkonstellationen zu ermitteln. Er verfolgt diese im Verlauf des Spiels und setzt sie in Relation zu einander. Dazu filtert er die Handlungs- und Sichtweisen heraus und versucht, diese nachzuvollziehen und zu begründen. Somit erlernt er also die Fähigkeit, die dargestellten Inhalte zu analysieren, was gerade auch bei literarischen Texten von Bedeutung ist.

Viele Spiele, die in diese Richtung gehen, bauen zudem Inhalte ein, die teilweise auf wahren, geschichtlichen Gegebenheiten basieren oder in der Mythologie verankert sind. Dabei wird sicherlich auch das Interesse geweckt, diesen Hintergründen nachzugehen und sie genauer zu erschließen. Der Mehrwert eines solchen Spiels besteht also auch darin, über die Rahmenhandlung des Spiels hinaus auf andere Themengebiete zu stoßen, mit denen man sich freiwillig aus eigenem Interesse zusammensetzt, um seinen eigenen Horizont zu erweitern.

Auch ich werde beim nächsten Mal darauf achten, welchen Mehrwert ich beim Spielen meiner Lieblings-Games gewinnen kann und Euch sicherlich darüber berichten.

 

Fortsetzung folgt… 😉

Andreas Umbrich

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Ein Kommentar zu “Computerspiele – Mehr als reiner Zeitvertreib?

  1. Naddl 13. November 2015 um 22:22 Reply

    So ist es. Viele Spiele geben einem richtig was. Weil sie einen emotional reinziehen. Genau wie ein guter Film oder ein gutes Buch. Man ist nur noch näher dran weil man ja selbst den Protagonisten spielt. Computerspiele als Zeitverschwendung abzutun ist daher sehr kurzsichtig.
    Falls du auf der suche nach solchen „besonderen“ spielen bist schau doch mal auf meinem Blog unter Gaming > alle Reviews rein. 😉 liebe grüße

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