Ein Tag mit Niklas

Liebe Leser,

als ich am Dienstag, 31. März, morgens aufwachte, ahnte ich noch nicht, dass mein Tag von Niklas bestimmt werden würde. Noch war ich ganz entspannt, packte meine sieben Sachen zusammen und machte mich frohen Mutes auf den Weg zur Arbeit, der ca. eine Stunde Bahnfahrt beinhaltet. Von Sturmtief Niklas hatte ich zwar etwas gehört, es aber schnell wieder vergessen. Am Bahnhof angekommen stieg ich in die pünktliche Bahn und stellte mich auf eine gemütliche Lesestunde ein. Doch alles kam anders…

Duisburg Hbf.:  „Sehr geehrte Fahrgäste, die Strecke Duisburg – Düsseldorf ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Bitte alle aussteigen. Reisende Richtung Düsseldorf nehmen bitte die U-Bahn.“ Ich folge den Menschenmassen hinab in die Untiefen Duisburgs, doch dort komme ich nicht an, da die Warteschlange bereits die U-Bahn-Stufen hinaufreicht.  Also entscheide ich mich, am Duisburger Hbf. zu warten, bis sich im Bahnverkehr wieder etwas tut. Zum Glück treffe ich dort eine Kollegin. 10 Minuten…,  20 Minuten…, 30 Minuten…. Ca. 40 Minuten und einen Kaffee später heißt es, dass nun wieder ein Zug nach Düsseldorf verkehrt. Menschenmassen strömen zu Gleis 4 und wir hinterher. Mehr stehend als fahrend bewegen wir uns Richtung Düsseldorf. Dann endlich: Düsseldorf Hbf.! Das Gröbste haben wir überstanden, denken wir. Doch auch die S-Bahn nach Hilden fährt nicht! Wir fahren ein paar Stationen mit der Straßenbahn, vorbei am schönen Hofgarten, und entschließen uns, den Bus nach Hilden zu nehmen. Was folgt, ist eine Stadtrundfahrt durch Düsseldorf über die Heinrich-Heine-Allee, an den Uni-Kliniken vorbei nach Hilden Hülsen…  Um 10.30 Uhr kommen wir stolz und völlig erschöpft an. Doch zu früh gefreut! Im Internet heißt es, der komplette Bahnverkehr in NRW sei lahmgelegt. Mein Arbeitstag endet also früher als gedacht: Bus von Hilden nach Düsseldorf, Straßenbahn, U-Bahn von Düsseldorf nach Duisburg… Erschöpft, durchgefroren und völlig entnervt komme ich nach insgesamt sechsstündiger Odyssee zu Hause an.

Doch dann mache ich den Fernseher an und sehe in den Nachrichten die Bilder von abgedeckten Häusern, umgestürzten Bäumen und Lastern. Beim Anblick dieser Bilder weichen Ärger und Stress plötzlich einem Gefühl von Dankbarkeit. Dankbarkeit, den Tag so unbeschadet überstanden zu haben. Außerdem habe ich an diesem Tag viele schöne Ecken NRWs gesehen, die ich sonst wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen hätte.

Beste Grüße

N. Bange

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