Schmuckkästchen mit Musik

Liebe Leser,

andere Orte haben auch schöne Bibliotheken, deshalb stelle ich Euch heute die Folkwang Bibliothek in Essen-Werden vor, die vor zwei Jahren eröffnet wurde. Sie gehört nicht zum Museum Folkwang, sondern ist die wissenschaftliche Bibliothek der Folkwang Universität der Künste. Die Folkwang Uni ist eine Kunst- und Musikhochschule, dort werden u.a. Tänzer, Designer, Musiker und Schauspieler ausgebildet. Das Angebot der Bibliothek ist darauf abgestimmt und spezialisiert. Sie besitzt einen der größten musikwissenschaftlichen Bestände (rund 190.000 Medien) bundesweit.

Die Bibliothek ist aber nicht nur wegen ihres Bestandes besonders, sondern sie begeistert auch in architektonischer Hinsicht. Modern, innovativ, leicht, strukturiert, so lässt sich der Neubau beschreiben. Dem Architekturbüro Max Dudler aus Berlin gelang es, einen Bau zu entwerfen, der sich wunderbar einfügt in das bestehende barocke Gebäudeensemble der Folkwang Uni, einer Benediktiner Abtei. Das Konzept des Neubaus folgte dabei der Vorstellung eines „Schmuckkästchens“ – eine äußere Hülle soll den wertvollen Kern des Gebäudes schützen. Diese Hülle besteht aus Glasflächen, auf die Fotos eines Steinbruchs gedruckt wurden. Es entstand eine spiegelnde Fassade, die wie eine Natursteinhülle aussieht. So bricht der Bau die Grenzen von innen und außen auf, er ist lichtdurchlässig, aber nicht durchsichtig. Die Menschen im Gebäude sind von außen nur schemenhaft zu erkennen. Gleichzeitig ist das Innere in ein weiches, gefiltertes Licht getaucht.

Folkwang Bibliothek_Standort Essen-Werden_Folkwang Universität der Künste

© Heike Kandalowski, Folkwang Universität der Künste

 

Folkwang Bibliothek_innen_Standort Essen-Werden_Folkwang Universität der Künste

© Heike Kandalowski, Folkwang Universität der Künste

 

Das Herzstück der Bibliothek ist der zentrale Lesesaal mit einer wirklich beeindruckenden Höhe. Durch eine Glasdecke fällt gedämpftes Tageslicht in den Raum. Um den Lesesaal herum sind in strenger Ordnung die Bücherregale aus Kirschbaumholz angeordnet. Über drei Etagen sind alle Wände und Nischen in diesem Holz gehalten.

 

 

Interieur der neuen Folkwang Bibliothek

© Heike Kandalowski, Folkwang Universität der Künste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die klare Anordnung der Bücherregale gibt dem gesamten Gebäude Struktur. Alle Einrichtungsgegenstände, vom Regal bis zur Schreibtischlampe sind ebenfalls vom Architekturbüro Max Dudler entworfen und betonen die Strenge und Geometrie des Gebäudes.
Ich kann wirklich nur empfehlen, mal nach Essen-Werden zu fahren…

Die große Schwester der Folkwang Bibliothek, das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, steht übrigens in Berlin und gehört zur Humboldt-Universität. Das Gebäude ist ebenfalls von Max Dudler entworfen, und es ist sehr spannend, die Ähnlichkeiten zu entdecken.

Beste Grüße
Nina Krüger

 

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Ein Kommentar zu “Schmuckkästchen mit Musik

  1. Bye Bye, Blog! | Leseoase 22. Dezember 2016 um 08:33 Reply

    […] Rote Beete) und Verlassene Orte oder Schöne (zum Beispiel der Innenhafen in Duisburg, die Bibliothek der Folkwang Universität der Künste in Essen, das Schloss Benrath in Düsseldorf). Ich habe Euch Bücher vorgestellt, die ich mag […]

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