Sachbuchtipp: Islamischer Staat von Behnam T. Said

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich das Bestseller-Sachbuch „Islamischer Staat“ von Behnam T. Said vorstellen. Das Buch ist aktuell auf Platz 11 der Spiegel-Bestsellerliste. Aus den Medien war zu entnehmen, wie immer größere Gebiete von der ISIS (später IS) in Irak und Syrien vereinnahmt wurden. Als Lektorin für Sachmedien informiere ich mich laufend über Neuerscheinungen. Als dieses Buch angekündigt wurde, war ich sehr gespannt. Behandelt es doch ein hochaktuelles und brisantes Thema. Vor allem interessierte mich, was immer mehr junge Deutsche dazu bewegt, sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Auf diese Frage sollte das Buch Antworten geben. Der Autor, Behnam T. Said, ist 32 Jahre alt und Islamwissenschaftler am Landesamt für Verfassungsschutz in Hamburg. In seinem Buch bietet er eine Innenansicht aus der Welt der Jihadisten. Weil meist in Vergessenheit gerät, dass die Ursprünge dieses Konflikts Jahrzehnte zurückliegen, beschreibt Said detailliert das Entstehen der jihadistischen Bewegung auf fünfundfünfzig Seiten. Said: „IS ist nur der letzte Ausdruck einer sehr langen Geschichte, die sich in der Region zugetragen hat und deren Wurzeln bis in die 60er Jahre zurück gehen. Ich denke, dass man dieses Gesamtbild im Kopf haben sollte, wenn man über die Organisation IS heute spricht.“

Auf knapp der Hälfte der Buchseiten setzt sich Said mit  dem Thema „Deutsche im Jihad“ auseinander. Er zeigt generelle Prozesse auf. Außerdem beschreibt er die Entwicklung einzelner junger Leute, die für sich beschließen, nach Syrien zu gehen. Nicht wenige junge Leute würden über das Internet angefixt, so der Autor. Viele weitere kämen durch eine gewissen Gruppendynamik in ihren Stadtteilen: „Da kennen sich Jugendliche schon aus Kindheitstagen, orientieren sich an Älteren, insbesondere auch in sogenannten peers, die etwas vorleben, von dem sie meinen, es nachmachen zu müssen. Und das sind die häufigsten Gründe für Radikalisierung in Deutschland.“

Daneben erfährt man hier alles über die führenden Gestalten des Jihads, seine einzelnen Gruppen und Untergruppen, über Propaganda und Netzwerke. Insgesamt ist es ein aufschlussreiches Buch, das  nicht leicht zu lesen ist aber tiefe Einblicke gewährt, wenn man es sich erarbeitet.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht A. Kölbl

 

 

IS

 

 

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