Unter wilden Kerlen

Liebe Leser,

P1060641neulich, beim Sortieren des Rückgaberegals, freute ich mich sehr darüber, dass mir der Kinderbuchklassiker „Wo die wilden Kerle wohnen“ in die Hände fiel.

 

Dieses wunderbare Buch von Maurice Sendak erschien 1963. Die kurze (333 Wörter in der deutschen Übersetzung), wunderschön illustrierte Geschichte bezaubert also schon seit über 50 Jahren immer wieder neue Generationen.

 

Das liegt zum einen an Sendaks Zeichenstil, ein schneller, einfacher Strich. Er benutzt keine modischen Farben oder anderen Effekte, die sich schnell überleben. Blättert man durch das Buch, wird durch die Farb- und Formgebung eine angenehme Ruhe erzeugt, obwohl es in der Geschichte doch recht laut zugeht.

Zum anderen ist das Buch auch heute noch relevant, weil es um ganz grundlegende Dinge geht, nämlich die Auslebung von Gefühlen und deren Kanalisation durch die Fantasie. Max tobt und brüllt in seinem Wolfskostüm so lange zu Hause herum, bis die Mutter ihn ohne Abendessen auf sein Zimmer schickt.

„Genau in der Nacht wuchs ein Wald in seinem Zimmer“ und es kommt ein Boot angesegelt: Max fantastische Reise an den Ort, wo die wilden Kerle wohnen, beginnt. Die Monster machen Krach, Max macht mit. Und sie krönen ihn sogar zum König. Nach einiger Zeit sehnt sich Max trotzdem dahin zurück, „wo ihn jemand am allerliebsten“ hat, er steigt in das Schiff und segelt nach Hause in sein Zimmer. Da wartet Abendessen auf ihn und es ist noch warm. Ein versöhnendes, leises Ende der Geschichte.

Maurice Sendak ist 2012 gestorben. Für ihn blieb die Hauptfigur dieses Buches, der tagträumende Max, seine „liebste Schöpfung“.

Bitte fleißig ausleihen!

Beste Grüße
Nina Krüger

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Ein Kommentar zu “Unter wilden Kerlen

  1. Bye Bye, Blog! | Leseoase 22. Dezember 2016 um 08:33 Reply

    […] in Essen, das Schloss Benrath in Düsseldorf). Ich habe Euch Bücher vorgestellt, die ich mag („Wo die wilden Kerle wohnen“, „Meine wundervolle Buchhandlung“) und kleine Entdeckungen mit Euch geteilt („Modern […]

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