Jordis Lank

Liebe Leser,

wie Ihr wisst, hat Hilden einiges zu bieten, zum Beispiel eine Menge interessanter Personen. Eine davon möchte ich Euch heute vorstellen: Jordis Lank

Die Hildener Autorin Jordis Lank hat vor einigen Monaten, im März diesen Jahres, ihren ersten Roman veröffentlicht.

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

Jordis Lank (Bild von O. Staschik)

„Rauklands Sohn“ ist der Beginn einer Trilogie über den jungen Krieger Ronan, Sohn des Herrschers von Raukland. Um seinen Anspruch auf den Thron zu sichern, muss Ronan die Insel Lannoch erobern. Da er allein mit Waffengewalt jedoch nicht weiterkommt, muss er die Aufgabe bewältigen, die der Herrscher Lannochs ihm stellt. Doch dies kann nur gelingen, wenn Ronan lernt, wie man Freundschaften schließt.

Titel+Rauklands+Sohn

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Ich habe Jordis Lank per E-Mail einige Fragen gestellt, die sie freundlicherweise beantwortet hat.

1. Wie würden Sie Ihre Beziehung zur Stadt Hilden charakterisieren? Leben Sie hier und seit wann? Wie gefällt es Ihnen? 

Ich lebe seit 40 Jahren im Hildener Osten. Mir gefällt die Nähe zu den Naturschutzgebieten Ohligser Heide und dem Hildener Wald. Auch die um die Reformationskirche liegenden alten Fachwerkhäuser mag ich sehr und ich liebe es bei Fienchens (dem Friesencafé) zu frühstücken. Am Helmholtz-Gymnasium habe ich Abi gemacht, aus dieser Zeit habe ich noch zahlreiche Hildener Freunde. Ich denke, ich werde noch ziemlich lange in der Itterstadt wohnen, es sei denn, es zieht mich doch noch nach Island, aber davon in der nächsten Frage.

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2. Was hat Sie zu Ihrem Roman „Rauklands Sohn“ inspiriert? Woher kommen Ihre Ideen?

Woher meine Ideen kommen – das ist eine gute Frage. Manchmal genügt ein Wort, ein Geruch, ein Klang und etwas wird in mir ausgelöst. Dialoge und Szenen fallen dann ganz von selbst vom Himmel. Ich glaube, mein Unterbewusstsein ist pausenlos mit Geschichten beschäftigt und meldet sich in solchen Situationen zu Wort. Das ist ein tolles Gefühl und erfüllt mich immer wieder mit Staunen. Ich erinnere mich auch nicht daran, bei „Rauklands Sohn“ z.B. aktiv entschieden zu haben, dass es ein Fantasy-Roman sein soll. Es war einfach so, dass die Geschichte in einer fiktiven mittelalterlichen Welt spielte. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese längst vergangene Zeit zu erforschen, in der eine andere Art von Mut notwendig war als in unserer vertrauten Welt, und in der Abenteuer erlebt werden konnten, die heutzutage kaum mehr möglich sind.

Was mich definitiv inspiriert hat, sind meine Reisen nach Island. Wer bereits einmal dort oben gewesen ist, der wird die raue Schönheit des hohen Nordens auch in „Rauklands Sohn“ wiederfinden. Ich liebe die dramatischen, lichtdurchfluteten Landschaften Islands, die Einsamkeit dort und die Stille. Im Sommer sind die Tage endlos und im Winter wehen die grünen Vorhänge der Nordlichter über den Nachthimmel. Ob ich einen isländischen Winter mit Schneestürmen und Dunkelheit tatsächlich durchhalten würde, weiß ich nicht, aber ich träume davon ein ganzes Jahr dort oben zu verbringen.

 3. Was bedeutet das Schreiben und Erzählen von Geschichten für Sie?

Einmal einen Roman zu schreiben war schon zu Schulzeiten mein Traum. Mit 12 kam ich von einem Ponyhof und schrieb die ersten zehn Seiten einer Geschichte von einem sprechenden Schimmel mit dem Titel „Lukas, ein Pferd erzählt“. Danach fiel mir dummerweise nichts mehr ein. Geschrieben habe ich in den folgenden Jahre immer, jedoch nie einen Roman. Inzwischen war ich berufstätig und redete mir erfolgreich ein, ich hätte gar keine Zeit, ein Buch zu schreiben. Der konkrete Auslöser für mein erstes Buch war dann ein Seminar meines Arbeitgebers. Die Seminarleiterin wollte uns dazu animieren eine Kurzgeschichte zu schreiben. Eine Stunde hatten wir Zeit, dann sollten wir das Ergebnis den Teilnehmer vorlesen. Eine Stunde? Ich hab nicht geglaubt, dass das möglich ist. Aber es ging tatsächlich – und da habe ich begriffen, dass ich nicht viel Zeit am Stück brauche, sondern auch kleine Zeiträume zum Schreiben nutzen kann. Das Einzige, was ich tun musste, um mir den Traum von einem eigenen Buch zu erfüllen, war das: Anfangen.

Seither hat sich mein Leben sehr verändert. Ich verbringe viel Zeit mit dem Schreiben und der Recherche und durfte viele wunderbare Menschen kennenlernen: Autoren, Verleger und allen voran meine großartigen Experten. Ich bin immer wieder überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, die durch den Satz „Ich recherchiere für einen Roman“ ausgelöst wird. Museen und Institutionen öffnen bereitwillig ihre Türen, und ich durfte mit dem Langschwert fechten sowie mit einem historischen Langbogen durch den Bregenzer Wald laufen und Pfeile in Baumstämme schießen (oder ins Unterholz daneben ;)).

Das Schreiben ist ein viel intensiveres Erlebnis als das Lesen. Manchmal, wenn alles passt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Schreiben ist wie ein Rausch – ein großartiges Gefühl, das süchtig macht. Ich könnte niemals damit aufhören.

4. Womit verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht schreiben?

Ich arbeite im wissenschaftlich-technischen Bereich in der Softwareentwicklung. Hobbys habe ich jede Menge: Ich jongliere seit zwei Jahrzehnten, suche verborgene Schätze per GPS, spiele mich mit Freunden durch meinen Brettspielestapel, habe einen großen Garten und natürlich lese ich für mein Leben gern. Das Schreiben ist aber mein größtes und zeitintensivstes Hobby.

5. Wie gefällt Ihnen die Stadtbücherei Hilden?

Meinen ersten Büchereiausweis hatte ich zu Schulzeiten. Da bei uns zu Hause nicht gelesen wurde (abgesehen von mir), war die Bücherei etwas ganz Besonderes. Ich erinnere mich daran, dass wir ehrfürchtig flüsternd um die Regale schlichen, und große Angst davor hatten, einmal zu vergessen ein Buch rechtzeitig zurückzugeben 😉 Inzwischen ist die Bücherei mehr als nur ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann: Es gibt Internetzugang, elektronische Bücher, literarische Veranstaltungen und sogar einen GeoCache! Toll finde ich, dass das Team der Stadtbücherei via Facebook und Blog so aktiv ist. Am spannendsten finde ich dabei die Artikel, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren: Bilder der Bürotassen der Mitarbeiter zu posten ist schon eine ziemlich ausgefallene Idee 🙂

Herzlichen Dank an Jordis Lank für die Idee zu diesem Beitrag und die freundliche Mitarbeit!

Weitere Infos über „Rauklands Sohn“ und die Nachfolgebände erhaltet Ihr auf der Homepage von Jordis Lank. Dort findet Ihr auch eine Leseprobe des ersten Teils. Wenn Ihr neugierig seid, leiht Euch das Buch doch bei uns aus!
Mehr Informationen über Jordis Lank gibt es außerdem bei Facebook, Twitter und Google +.

Beste Grüße,

Nathalie Funda

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