Nachbarschaftsbesuch

Liebe Leser,

es ist doch immer spannend, wenn man bei seinem eigenen Arbeitsgebiet mal über den Tellerrand schauen darf. Im Juni hatten wir dazu die Gelegenheit:

Frau Bätzgen (Bibliothekarin), Frau Heisterkamp und ich (beide FaMIS) hatten die Möglichkeit, unseren Kolleginnen in der Stadtbibliothek Dormagen über die Schulter zu schauen – und sie dabei vor Ort nach allen Regeln der Kunst auszufragen 🙂

Die Bibliothek hatte zur Zeit unseres Besuches noch geschlossen, und somit „platzten“ wir auch gleich in die Dienstbesprechung unserer Kolleginnen. Das gab uns allerdings vorab schon mal die Gelegenheit, die Bibliothek im Alleingang etwas in Augenschein nehmen zu können. Frau Bätzgen interessierte sich für die Veranstaltungsarbeit mit und für Jugendliche, bei Frau Heisterkamp und mir betraf es das Arbeitsgebiet „Technische Medienbearbeitung“, was so viel heißt wie: Welche Aufkleber bekommen die unterschiedlichen Medien; sind Bücher anders etikettiert als beispielsweise CDs oder DVDs; wo klebt der Strichcode; wie werden Spiele bearbeitet und wie erkennt man, ob in einem Buch vielleicht eine CD oder eine CD-ROM enthalten ist; wie werden Gesellschaftsspiele bearbeitet, in welchem Umfang gibt es Ersatzteile oder Spieleanleitungen, wenn die mal verloren gehen; wie und wo werden die unterschiedlichen Medienarten präsentiert…

In Dormagen stehen beispielsweise fast alle CD-ROMs (außer denen für den Bereich „Sprachen“) an einem einzigen Standort, während in Hilden die sachbezogenen AV-Medien (so nennt man CDs, DVDs, CD-ROMs etc.) mit bei den entsprechenden Büchern stehen.

Es gab also vorab schon allerhand zu sehen.

Nach der Dienstbesprechung wurden wir dann sehr freundlich willkommen geheißen und Frau Bätzgen war mit einer anderen Kollegin unterwegs in der Bibliothek, deshalb kann ich an dieser Stelle persönlich nichts darüber berichten.

Frau Wittmann ist die zuständige Kollegin in Dormagen für den Bereich „Technische Medienbearbeitung“ – und damit meine ich: Sie bearbeitet alle Medien technisch, egal ob Bücher, Spiele, CDs und was es alles gibt. Sie foliiert, beklebt, sie beschreibt die Verbuchungs-Chips und sorgt so für die Einarbeitung neuer Medien und den Erhalt (also ggf. der Reparatur) älterer Medien. Erstaunlich leer kamen uns deshalb die Regale vor – unsere Kollegin ist super organisiert, unser erster Vorsatz war also schon mal da: Uns ein gutes Beispiel zu nehmen und möglichst viel darüber herauszubekommen, wie man es schafft, so wenig „Rückstau“ wie möglich zu produzieren. Das klappt aber auch bei uns schon ziemlich gut 😉

"Technikerinnen"

Darüber hinaus hat Frau Wittmann einen unglaublich guten Ordner mit Arbeitsanweisungen (= Aufgabenbeschreibungen) angelegt, der beispielsweise Auszubildenden oder Urlaubsvertretungen hilft, einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten der technischen Medienbearbeitung zu bekommen und genau beschreibt, wo und an welche Stelle welcher Aufkleber kleben soll, damit alles einheitlich bleibt. Diese Beschreibungen sind zwar alle auch im PC abgespeichert, aber auf einem Blatt Papier kann man ohne viel Aufwand (einscannen ect.) eben doch schneller und bildhafter zeigen, wie ein Medium richtig bearbeitet wird.

Ausschnitt Ordner DVD-Hülle 3fach

Es ist schon erstaunlich, wie ähnlich und gleichzeitig auch unterschiedlich Bibliotheken ihre Medien kennzeichnen. Dabei kann man nicht sagen, dass die einen Medien besser oder die anderen schlechter bearbeitet sind. Einfach nur anders. Und das macht es so interessant.

Beispielsweise werden bei uns Spielekartons foliiert (also mit Folie umwickelt), in Dormagen werden lediglich die Ecken verstärkt. Ob unsere Variante wirklich länger hält, ist auch fraglich, vielleicht machen wir ja mal, wie bei Stiftung Warentest, einen Haltbarkeitstest 😉

Neben unserem eigentlichen Vorhaben hatten wir die Möglichkeit, einen Rundgang durchs Haus machen zu dürfen und auch mal hinter die Verbuchungstheke zu schauen. Es gab so manche Fragen, mit denen wir uns in Hilden beschäftigen, zu denen Dormagen schon die Antwort hatte – und umgekehrt auch. Auch wir waren glücklich, den Kolleginnen mit dem einen oder anderen Tipp weiterhelfen zu können. Oft genügt es auch schon zu wissen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, mit manchen Dingen umzugehen. Und schön ist auch, wenn man dann erkennt, dass nicht jedes Mal das Rad neu erfunden werden muss 🙂

Hinter der Verbuchungstheke

Es lohnt sich also, wie anfangs schon gesagt, ab und zu mal seinen Horizont ein wenig zu erweitern und mal über den Tellerrand zu schauen.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die lieben Kolleginnen und Kollegen aus Dormagen, die sich so viel Zeit für uns genommen haben, und nicht müde wurden, unsere 1000 Fragen zu beantworten – wir haben uns sehr wohl bei Euch gefühlt!

Gruppenbild

Beste Grüße,

S. Tewes

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