100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 12

Spenden: Ein Auszug

1913

Im Jahre 1913 wurden auf Anregung von vier kleineren, in Hilden ansässigen Industriewerken hin Geld für die Bücherei gestiftet. Max Beier erinnert zum 50-Jährigen an diese Spende:
„Um die bescheidenen Mittel, die die Stadt zum weiteren Ausbau der Bücherei bereitstellen konnte,  etwas zu erhöhen, wandte man sich im Jahre 1913 an eine Reihe von Hildener Firmen mit der Bitte um einen Zuschuss. Von 13 Firmen fanden sich nur vier zu einer Spende bereit. Der höchste Betrag, der gespendet wurde, war 30 Mark, und das Gesamtergebnis dieser Aktion war mit 90 Mark wohl auch für die damalige Zeit recht mager.”
Die größte Firma habe höchst verbindlich folgendermaßen geantwortet:

Bürgermeister Heitland

Bürgermeister Heitland

„Herr Bürgermeister Heitland, Wohlgeboren, Hilden, Rhld.
Uns zum Empfange Ihrer geehrten Zuschrift vom 20. ds. Mts. bekennend, erlauben wir uns, Ihnen höfl. zu erwidern, daß für uns keine Veranlassung vorliegt, für die Vermehrung der dortigen Stadtbücherei Beiträge zu leisten, weshalb wir davon Abstand nehmen. Hochachtungsvoll gez. Unterschrift.”

1948

„Das einschneidendste Ereignis in der Geschichte der Stadtbücherei war zweifellos die Schaffung der „Werkbücherei Kampf und Spindler”. (Max Beier)
Wenige Jahre nach dem Krieg, kurz vor der Währungsreform ist die Situation schwierig: Viele Menschen liehen sich Bücher aus. Sie waren Trost- und Freudenspender. Die Folge: Viele Bücher waren zerlesen. Zwar gab es im Zuge der Währungsreform wieder Bücher, aber immer noch kein Geld. Da spendete die Hildener Seidenweberei Kampf und Spindler der Bücherei 10.000 Mark. In Zeiten, als die öffentlichen Gelder nur in kleinsten Raten und auf besonderen Antrag freigegeben wurden, stand das Geld für Buchanschaffungen zur Verfügung. Dadurch wurde es möglich, Ersatz für die zerlesenen Bände der schönen Literatur einzustellen und gleichzeitig die einfache Literatur, das „tägliche Brot der Ausleihe” stärker zu staffeln. Auch wurden die wichtigsten Neuerscheinungen angeschafft. Im Gegenzug durften Angehörige der Spindler-Werke zehn Jahre kostenlos die Bücherei nutzen.

1957/1958

Meta Spindler

Meta Spindler

Wie im Geschäftsbericht der Bücherei aus dem Jahr 1957/1958 zu entnehmen ist, wurden der Stadtbücherei aus dem Nachlass von Meta Spindler 400 wertvolle Bücher geschenkt, die zum größten Teil in den Bestand der Hauptstelle und teilweise in den Bestand der Zweigstelle Süd eingearbeitet werden konnten.

1965

„Infolge einer Umstellung auf dem Sozialsektor hat die Kronprinz AG ihre Werksbüchereien in den Werken Ohligs und Hilden aufgelöst. Um die wertvollen Buchbände auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat man die Bücher des Ohligser Werkes der Stadtbücherei Hilden geschenkt. In Hilden handelt es sich dabei um 1800 gute und gern gelesene Bücher, die in den nächsten Wochen in die Bestände der Hauptstelle und der Zweigstelle Süd eingearbeitet werden sollen. Angesichts der starken Kürzung der städtischen Mittel für die Buchbeschaffung ist diese Stiftung eine spürbare Hilfe für die Arbeit unserer Stadtbücherei. Dem Werk gebührt der aufrichtige Dank der Bürgerschaft!”
(Hildener Zeitung vom 30. Dezember 1965)

2012

Heutzutage werden viele Projekte der Stadtbücherei durch Landeszuschüsse ermöglicht. Auch der 2011 neu gestaltete Jugendbereich, die Ersteinrichtung des Hauses, usw. wurden mit diesen Bibliotheksfördermitteln  ermöglicht. Vor Ort unterstützen der Lions Club  interkulturelle Projekte sowie die Rotarier ganz aktuell ein Projekt für Kleinkinder.

Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

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