100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 9

Freihändig im Süden

Als „Bücherstube” im Hildener Süden bezeichneten sie die Medien: Die Zweigstelle Süd der Stadtbücherei, die am 18. Juni 1958 mit einem Bestand von 3000 Bänden eröffnete. Sie war die erste allgemeine Freihandbücherei Hildens. Hell und freundlich waren die Räume, die im neuen Sparkassen-Gebäude an der St.-Konrad-Allee untergebracht waren.

Der Eingang zur Zweigstelle Süd: Die Glasvitrine war ein Geschenk der Stadtwerke. Dahinter versteckte sich eine kleine Stromverteileranlage.

Der Eingang zur Zweigstelle Süd: Die Glasvitrine war ein Geschenk der Stadtwerke. Dahinter versteckte sich eine kleine Stromverteileranlage.

27.000 Mark wurden im Jahr 1957 im Nachtragshaushalt für den Aufbau der Zweigstelle bereitgestellt, zudem erhielt die Bücherei für die Jugendabteilung einen Zuschuss in Höhe von 3000 Mark aus Landesjugendplanmitteln. Die laufenden Kosten sollten sich auf 10.000 Mark belaufen. Richtfest des neuen Gebäudes wurde am 20. September 1957 gefeiert, die Sparkasse zog am 8. März 1958 ein, die Bücherei folgte gut drei Monate später.
Warum es zu der Verzögerung kam? Im Jahresbericht heißt es: „Da die Herstellung der Büchereimöbel und die Anfertigung der verschiedenen Kataloge für die als Freihandbücherei geplante Zweigstelle längere Zeit in Anspruch nehmen, wird die Eröffnung erst im Mai 1958 stattfinden.”
Zwar wurde der anvisierte Termin um einen weiteren Monat verschoben, dafür zeichnete sich ein rascher Erfolg in der von Diplom-Bibliothekarin Eva-Maria Ermler geleiteten Zweigstelle ab. Nach drei Monaten hatten sich 600 Leser angemeldet, nach neuneinhalb Monaten Betrieb 918 Leser, die es auf 20.694 Ausleihen brachten.
Besonders die jungen Hildener zog es in die Zweigstelle: 38 Prozent der Leser waren unter 14 und weitere 16 Prozent unter 18. Die im Juli 1959 eingeführten Vorlesestunden, die regelmäßig dienstags und donnerstags stattfanden, lockten im Durchschnitt zwölf Kinder an. Doch der Erfolg währte nicht lange, der Trend entwickelte sich insgesamt Richtung Innenstadt. 1967 wurde die Zweigstelle aufgelöst. Von den zu dieser Zeit noch bestehenden 544 Lesern meldeten sich 204 in der Hauptstelle an.

Die Firma Bremshey & Co. stiftete der Zweigstelle Süd Rohrstühlchen und -hocker mit bunten Sitzen aus eigener Fertigung im Wert von rund 1.800 Mark.

Die Firma Bremshey & Co. stiftete der Zweigstelle
Süd Rohrstühlchen und -hocker mit bunten Sitzen
aus eigener Fertigung im Wert von rund 1.800 Mark.

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Die Idee, eine Zweigstelle der Bücherei im Süden einzurichten, war Ende der 50er Jahre nicht neu. Schon 1953 war der Bau einer Zweigstelle bei der Errichtung des neuen Südstädter Schulgebäudes vorgesehen. Die Bücherei sollte im Souterrain des geplanten Aulagebäudes eingerichtet werden. Der Plan musste mit der Zurückstellung dieses Baus aufgegeben werden. Als klar war, dass die Sparkasse im Süden bauen möchte, wurde an dieser Stelle verhandelt. Bei den Planungen des Sparkasse-Gebäudes flossen die Planungen der Bücherei direkt mit ein.

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Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist seit März auch in der Stadtbücherei erhältlich. Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

 

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