100 Jahre Stadtbücherei Hilden – Teil 1

Aller Anfang ist schwer…

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Mit einem Schrank und 391 Bänden wurde die Stadtbücherei Hilden am Sonntag, 5. Januar 1913, um 11.30 Uhr im Hintergebäude der Schule Schulstraße eröffnet.
Hilden hatte zu dieser Zeit 18.500 Einwohner. Geöffnet war sonntags von halb zwölf bis halb eins. Eine Leihgebühr gab es nicht. Für die Ausstellung einer Leserkarte wurde in den ersten Jahren ein Betrag von 20 Pfennig erhoben. In der Bücherei gab es ausschließlich Unterhaltungsliteratur, die in einem zwölf Seiten starken Verzeichnis, das in einer Auflage von 500 Stück in der Druckerei Peters in Hilden gedruckt wurde, aufgelistet war. Die „gebildeten Schichten“ hatten einen eigenen Leserverein, von dem wertvolle Bücher angeschafft wurden.

1913 | Rheinisches Volksblatt

1913 | Rheinisches Volksblatt

Bis zur Eröffnung der Stadtbücherei war es ein wahrlich langer Weg. Genau 20 Jahre vorher, also im Jahr 1893, hatte der Regierungspräsident dem Bürgermeister empfohlen, die Einrichtung einer Volksbibliothek zu erwägen.
Nichts geschah.
Die Hildener griffen indes auf andere Bestände zurück, um sich mit Lesestoff zu versorgen: 1300 Bände hatten die Bibliotheken des Borromäusvereins, des katholischen Gesellenvereins, des katholischen Arbeitervereins und die des evangelischen Jünglingsvereins und der evangelischen Schule. Es waren vorwiegend religiöse Schriften und Unterhaltungsliteratur. Sechs Jahre später brachte sich der Regierungspräsident mit seinem Anliegen in Erinnerung.
Es geschah nichts.
Der Bürgermeister antwortete, dass die fünf konfessionellen Bibliotheken reichten. 1902 fragte der Landrat an – und das Jahr für Jahr. Es tat sich vorerst nichts.
Doch 1912 änderte sich die Meinung der Stadtoberen; zum einen gab es in den meisten umliegenden Städten schon Bibliotheken, und zum anderen stellte der Kreis Geld zur Verfügung. Am 13. Februar 1912 wurde durch die Stadtverordneten ein Betrag von 500 Mark aus den Zinsüberschüssen der Sparkasse für die Errichtung einer Volksbibliothek bewilligt, dieser Betrag wurde auf 750 Mark erhöht. Später kam ein Staatszuschuss von 150 Mark hinzu.

Die Broschüre wurde von Christina Görtz erstellt und ist ab März 2013 auch in der Stadtbücherei erhältlich.
Die Fotos wurden freundlicher Weise vom Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

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