Der Blumentopf und der Glühwein

Liebe Leser,

geht man zurzeit durch die Stadt, so kommt man immer wieder an Glühweinständen vorbei. Der Duft von heißem Wein und den Gewürzen steigt einem in die Nase und damit steigt auch die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Mir fiel in dieser Woche wieder eine Geschichte ein, die ich schon fast vergessen hatte: „Die Geschichte vom Blumentopf und dem Glühwein“. Es ist eine dieser Geschichten, die immer weiter erzählt werden, ohne dass man weiß, von wem sie ursprünglich ist. Sie gefällt mir jedoch so gut, dass ich sie Euch gerne erzählen möchte und wenn Ihr wisst, von wem sie stammt, dann sagt Bescheid:

Es war einmal…
Ein Professor stand am letzten Seminartag vor dem Weihnachtsfest von seiner Philosophieklasse und hatte einige Gegenstände vor sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen sehr großen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei. Sie stimmten zu. Dann nahm der Professor ein Behältnis mit kleinen Kieselsteinen und schüttete diese in den Topf. Die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei. Sie stimmten wieder zu.
Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum aus. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei. Die Studenten antworteten einstimmig mit Ja. Da holt der Professor zwei Becher Glühwein unter dem Tisch hervor und schüttete den ganzen dampfenden Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus. Die Studenten lachten.
„Nun“, sagte der Professor, als das Lachen langsam nachließ, „ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres ganzen Lebens ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch ausgefüllt wäre. Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie die Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten halt.“
„Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben“, fuhr der Professor fort, „gibt es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche Ihr Glück gefährden. Spielen Sie mit Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische Untersuchung. Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch Zeit bleiben, um das Haus zu reinigen oder Pflichten zu erledigen: Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.“
Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn der Glühwein repräsentieren soll. Der Professor schmunzelte: „ Ich bin froh, dass Sie das fragen. Es ist dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz für ein oder zwei Becher Glühwein gibt.“ 🙂

Glühwein in Charlottenburg (Wikipedia Commons by BKP)

Glühwein in Charlottenburg (Wikipedia Commons by BKP)

Einen schönen besinnlichen 3. Advent
wünscht Euch
Christiane Kurz

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