Nein-nein-nein

Bevor ich dieses Mal von meiner Robyn erzähle, muss ich von mir erzählen:
Ich war kein schlimmes Kind, aber ich war spitzfindig. 🙂 Ich war ein kleines, süßes, blond gelocktes Mädchen mit großen braunen Augen. Wenn dann auch noch diese großen, braunen Augen mit Tränchen gefüllt waren, war das ganze Leid der Welt in ihnen zu sehen. Das habe ich natürlich ausgenutzt. Bis meine Mutter herausgefunden hat, dass ihr kleines, süßes, liebes Mädchen gar nicht so süß und lieb ist, musste sich mein großer Bruder so einige Strafen, die eigentlich ich hätte bekommen müssen, gefallen lassen.

Mein erstes Wort, welches ich auch so gemeint habe, war „Nein“. Gleich danach kam dann das berühmte „Warum“. Allerdings hatte ich nicht so einfache Fragen wie: „Warum ist der Himmel blau?“ oder „Warum sind die Bananen krumm?“. Diese Fragen hätte meine Mutter mir ja beantworten können oder man hätte in der (hier gut sortierten!) Kinderbücherei ein schönes Sachbuch ausleihen können. Mein „Warum?“ war eher ein „Warum soll ich das machen?“. Auf jeden Fall hatte meine Mutter immer Angst, dass ich irgendwann auf der Straße stehe, während ein Auto kommt und ich auf ihr „Melanie, geh von der Straße runter!“ mit „Warum?“ antworte. Ich war ganz schön anstrengend (glaube ich zumindest 😉 ).
Seit Jahren nun muss ich mir von meiner Mutter einen Wunsch bzw. von ihr aus gesehen eher einen nett gemeinten Fluch anhören. Sie sagt immer: „Melanie, wenn du mal Kinder hast, müssen die  genauso werden, wie du als Kind warst.“ – Was ich zwar als unfair empfinde, sie aber nur als „pure Gerechtigkeit“ bezeichnet. Damit diese Gerechtigkeit auch so wird, setzt meine Mutter Robyn jetzt schon Flausen in den Kopf.
Als Erstes hat sie Robyn das „Nein-nein-nein“ beigebracht. Nebst dazugehörigem Kopfschütteln. Das „Nein-nein-nein“ ist bei Robyn zwar eher noch ein „Ein-ein-ein“, aber das klarstellende Kopfschütteln kann sie dafür schon super.
Und so kam es dann vor ein paar Wochen, dass mein Mann und ich uns darüber unterhalten haben, dass er mit seinem Studium ein viel netteres Jahresbruttoeinkommen hat, als ich mit meiner Ausbildung zur FaMI. Also habe ich Robyn angeschaut und ihr ganz ernst erklärt, dass sie in der Schule gut aufpassen muss (kleines Kopfschütteln ihrerseits), sie gute Noten schreiben muss (ganz erstaunter Blick), sie einen guten Schulabschluss machen muss (wieder ein zaghaftes Kopfschütteln) und sie dann studieren soll, damit sie einen gutbezahlten Job bekommt. Darauf kam dann ein ausdauerndes Kopfschütteln mit einem richtig schönen Kichern.

Was ich davon halten soll, weiß ich noch nicht so ganz. Aber ich bin froh, dass es in der Bücherei Lernhilfen von der 1. Klasse bis zum Abitur zu leihen gibt. Die Kolleginnen halten die Lernhilfen immer aktuell. Und vielleicht sollte ich mir die wichtigsten Fächer alle schon mal vormerken. 🙂

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Ein Kommentar zu “Nein-nein-nein

  1. Kitiamara 18. August 2012 um 22:50 Reply

    *grinst* Dazu fällt mir – außer dem Lied der Wise Guys mit dem selben Titel wie dieser Blogbeitrag – nur eines ein:

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