Zamonien – Ein wundersamer Kontinent

Heute möchte ich Euch den Kontinent Zamonien vorstellen.
Der ein oder andere hat vielleicht schon davon gehört, für alle anderen eine kurze Erklärung:

Zamonien ist ein Kontinent und Hauptschauplatz der Zamonien-Romane von Walter Moers. Zamonien ist angeblich vor langer Zeit im Meer versunken, aber den genauen Zeitpunkt kennt niemand; es ist ja nicht einmal klar, ob das stimmt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der berühmteste Schriftsteller Zamoniens erst letztes Jahr der Frankfurter Buchmesse einen Besuch abgestattet hat – aber dazu später.

Zamonien liegt möglicherweise im Atlantik, vielleicht aber auch nicht. Ihr merkt schon, dieser Kontinent ist äußerst geheimnisvoll.
Ebenso voller Geheimnisse sind seine zahlreichen Bewohner. Zamonien ist bevölkert von den verschiedensten Daseinsformen, die hier unmöglich alle erwähnt werden können. Deswegen möchte ich nur die wichtigsten Personen aus den bisher erschienen Zamonien-Romanen vorstellen.

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär

Die Hauptrolle spielt hier natürlich Käpt’n Blaubär, auch bekannt aus der Sendung mit der Maus, der uns seine halbe Biographie erzählt. Er ist nämlich ein Buntbär und hat als solcher 27 Leben und die ersten 13 1/2 verbrachte er auf Reisen durch Zamonien.
Dabei begegnet er unter anderem Professor Doktor Abdul Nachtigaller, ein Eydeet mit 7 Gehirnen, der den Blaubären in seiner Nachtschule unterrichtet und ihn mit Wissensbazillen ansteckt.

Ensel und Krete – Ein Märchen aus Zamonien

In diesem Werk des großen zamonischen Schriftstellers Hildegunst von Mythenmetz, seines Zeichens Lindwurm, erzählt er das klassische Märchen von Ensel und Krete (hierzulande als Hänsel und Gretel bekannt) neu. Walter Moers dient nur als Übersetzer aus dem Zamonischen.
Bei Ensel und Krete handelt es sich um Fhernhachenzwerge, ein stets gut gelauntes Völkchen von Halbzwergen. Die Geschwister verlaufen sich im Großen Wald und begegnen finsteren Gestalten, wie einem Laubwolf, einem Stollentroll und der Waldspinnenhexe – ob sie das wohl überleben? Immerhin sind die zamonischen Märchen für ihre grausamen Enden bekannt.
Als Besonderheit hat Mythenmetz hier zum ersten Mal sein selbst erfundenes Stilmittel, die „Mythenmetzschen Abschweifungen“, verwendet.

Rumo und die Wunder im Dunkeln

Dieses Buch erzählt die spannende Geschichte des Wolpertingers Rumo, benannt nach einem Kartenspiel,  und seiner Suche nach seinem silbernen Faden, einer Geruchsspur, die nur er wahrnehmen kann. Am Ende dieses Fadens wird er seine Große Liebe finden, aber kann er sie auch für sich gewinnen?
Unterwegs begegnet er einem Mitglied der Familie Smeik, einer Haifischmade. Die Smeiks sind so etwas wie die zamonische Mafia – aber psst, das wisst Ihr nicht von mir!

Die Stadt der träumenden Bücher

Dies ist ein weiteres Mythenmetzsches Werk, das Walter Moers übersetzt hat. Es erzählt aus Mythenmetz‘ Leben und seinem Weg zur Spitze der bedeutenden zamonischen Literaten. Dabei spielt es zum größten Teil in Buchhaim, der zamonischen Bücherstadt und in den dunklen Katakomben Buchhaims, die von Bücherjägern und Buchlingen bevölkert sind.
Buchlinge sind kleine Zyklopen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jeweils das Gesamtwerk eines Autors auswendig zu lernen. Sie ernähren sich wortwörtlich vom Lesen.

Der Schrecksenmeister

Hier erzählt Mythenmetz wieder ein Märchen, diesmal ein kulinarisches. Beim Lesen läuft einem das Wasser im Mund zusammen!
Das Krätzchen Echo, ein intelligentes und sprachbegabtes Katzentier, gerät in die Hände des Schrecksenmeisters Eißpin. Da Echo fast verhungert, schließt er einen verhängnisvollen Vertrag mit Eißpin. Als Gegenleistung für das köstlichste Essen, das Echo je gekostet hat, verspricht er Eißpin sein Körperfett. Ob Echo sich mit Hilfe einer waschechten Schreckse wieder aus diesem tödlichen Vetrag rauswinden kann, solltest Ihr am besten selbst lesen.

Das Labyrinth der träumenden Bücher

Dies ist – wie der Titel schon vermuten lässt – eine Fortsetzung von Die Stadt der träumenden Bücher. Hier erzählt Mythenmetz von seiner Rückkehr nach Buchhaim. Inzwischen hat sich die Stadt ganz schön verändert und Mythenmetz erkennt sie kaum wieder.

Zamonien ist groß und großartig und bietet noch viel Stoff für weitere Geschichten.
Gerüchteweise arbeitet Walter Moers bereits an der nächsten Übersetzung eines Mythenmetzschen Werks.

Viele behaupten, Zamonien sei nur eine Erfindung von Moers. Ich bin mir da aber nicht so sicher. Kann sich tatsächlich ein einzelner Mensch eine so vielfältige wundersame Welt ausgedacht haben?
Für die Existenz Zamoniens spricht auch nicht wenig. Wie oben bereits erwähnt, gab sich Hildegunst von Mythenmetz bereits auf der Buchmesse die Ehre und ließ sich sogar im Fernsehen interviewen. Außerdem hat er einen Facebook-Auftritt.
Und in den Weiten des Internets findet sich auch eine Außenstelle der Nachtschule, die von Professor Doktor Nachtigaller geleitet wird.
Außerdem wird seit einiger Zeit jährlich auf dem NordCon in Hamburg ein Lügenduell veranstaltet, bei dem zamonische Daseinsformen die wildesten und fantastischsten Geschichten erzählen.

Hier sei noch erwähnt, dass sich die Lektüre der Zamonien-Romane auf jeden Fall lohnt, wenn man Spaß an Wortspielen und skurrilen Gestalten hat, gerne Fantastisches und Märchenhaftes liest und schön gestaltete, reich illustrierte Bücher mag. Auch die dazugehörigen Hörbücher, gesprochen von Dirk Back und Andreas Fröhlich, sind ein Genuß für die Ohren. Davon würde jedes Horchlöffelchen pappsatt. Und wer jetzt gern wüsste, was denn ein Horchlöffelchen ist, der beginne am Besten mit der Lektüre von „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“.

Viel Spaß!

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4 Kommentare zu “Zamonien – Ein wundersamer Kontinent

  1. […] & Krete. Ein zamonisches Märchen” von Walter Moers sehr empfohlen. Über den Kontinent Zamonien wurde bereits hier berichtet. Und wer sich lieber vorlesen lässt, dem sei besonders die […]

  2. […] Über Zamonien, den wundersamen Kontinent aus der Feder von Walter Moers, habe ich bereits ausführlich berichtet. Das zamonische Lügenduell ist mittlerweile ein Klassiker der NordCon und lockt regelmäßig Besucher an. Aber was ist das Lügenduell? Wie der Name bereits andeutet, wird hier gelogen, dass sich die Balken biegen. Im Roman “Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär” wird die Titelfigur zeitweise zum Lügengladiator. Bei einem Duell treten die Gladiatoren mit erlogenen Geschichten gegeneinander an. Das Publikum applaudiert nach jeder Geschichte und mit einem waschechten zamonischen Applaus-o-meter wird die Lautstärke gemessen und die Punktzahl bestimmt. […]

  3. […] und Käpt’n Blaubär mit seinem Seemannsgarn. Dem blauen Bären bin ich schließlich in Zamonien wiederbegegnet und dieser Kontinent ist mir richtig ans Herz […]

  4. […] dem ein oder anderen meiner Beiträge ging bereits hervor, dass ich ein großer Fan der Zamonien-Romane von Walter Moers bin. Über die Romane und das jährlich stattfindende Lügenduell auf der […]

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