Organspende – Eine Verpflichtung für uns alle?

Am vergangenen Dienstag fand in der Stadtbücherei eine Podiumsdiskussion zum Thema „Organspende – Eine Verpflichtung für uns alle?“ statt, an der ca. 40 Personen teilnahmen. Michaela Noll, MdB, war im Rahmen ihrer Diskussionsreihe „Noll im Dialog“ Schirmherrin und moderierte die Veranstaltung.

„Ohne mein neues Spenderherz würde ich heute nicht mehr leben“, berichtete Detlef Koscielny, dem vor acht Jahren das lebensrettende Organ transplantiert wurde. Als weitere Podiumsgäste nahmen Dr. Ulrike Wirges, geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation, und Dr. Daniel Vallböhmer teil, der Oberarzt am Universitätsklinikum Düsseldorf und Facharzt für Chirurgie ist.

PD Dr. med. Daniel Vallböhmer (Oberarzt des Universitätsklinikums Düsseldorf, Facharzt für Chirurgie), Dr.

PD Dr. med. Daniel Vallböhmer (Oberarzt des Universitätsklinikums Düsseldorf, Facharzt für Chirurgie), Dr. med. Ulrike Wirges (Geschäftsführende Ärztin Deutsche Stiftung Organtransplantation), Claudia Büchel
(Leiterin der Stadtbücherei Hilden), Michaela Noll MdB, Detlef Koscielny (Bundesverband der
Organtransplantierten)

„In Deutschland warten über 12.000 Menschen jedes Jahr auf ein Spenderorgan. Drei von ihnen sterben täglich, weil es in unserem Land nicht ausreichend Organspender gibt“, so Dr. Vallböhmer, der auch Leber- und Nierentransplantationen durchführt: „Es ist mir ein großes Anliegen, den Menschen die Ängste und Sorgen im Bereich der Organtransplantation zu nehmen“. Dr. Wirges, die bis 2004 Fachärztin in einem Krankenhaus war, möchte die Menschen dazu ermutigen, sich früh einen Organspendeausweis anzuschaffen: „Es sind Ärzte, die den Angehörigen die traurige Nachricht überbringen müssen, dass der Patient verstorben ist. In dieser emotionalen Phase dann auch noch die Angehörigen zu fragen, ob dem Verstorbenen Organe entnommen werden dürfen, ist für alle Beteiligten keine leichte Aufgabe“. Wurde hingegen zu Lebzeiten bereits ein Organspendeausweis ausgefüllt, sind die Angehörigen oftmals erleichtert und können den letzten Wunsch ihres Verwandten erfüllen, berichteten die Ärzte. „Dem Menschen, der mir sein Herz geschenkt hat, verdanke ich mein Leben. Ohne ihn wäre es mir verwehrt gewesen bei meiner Familie zu bleiben und mitzuerleben, wie mein Enkel groß wird“, so Detlef Koscielny, der sich auch beim Bundesverband der Organtransplantierten engagiert.

Nachbericht in der Rheinischen-Post

Rheinische Post, 19.04.2012

Erst kürzlich wurde im Deutschen Bundestag entschieden, dass für Organspenden künftig die sogenannte Entscheidungslösung gelten soll: „Danach werden Bürger von ihren Krankenkassen regelmäßig über das Thema informiert und mit der Frage konfrontiert, ob sie selbst zu Organspenden bereit wären. Bei dieser persönlichen Entscheidung sind die Bürger allerdings nicht gezwungen, sich auf ein Ja oder Nein festzulegen“, erklärte Michaela Noll.

Organspendeausweise liegen auch in der Stadtbücherei aus.

Advertisements

Mit Tag(s) versehen: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: